Mehrere tausend TeilnehmerInnen - Forderungspapier mit 8.000 Unterschriften soll an Faymann und Pröll übergeben werden
Wien - Einige tausend Kindergartenpädagoginnen, Eltern und
Kinder aus ganz Österreich haben am Samstag in Wien für bessere Arbeitsbedingungen,
weniger Kinder pro Gruppe, bessere Bezahlung und die gemeinsame
Ausbildung für alle pädagogischen Berufe demonstriert.
Die Zahl der Teilnehmer lag zwischen 2.000 (Polizeischätzung) und
3.500 (Veranstalter). Der Demonstrationszug startete im
Sigmund-Freud-Park gegenüber der Votivkirche und endete beim
Parlament, wo die Schlusskundgebung stattfand. Auf den Transparenten
waren Parolen wie "Bildung fängt viel früher an, jetzt ist der
Kindergarten dran" und "Wir haben keine 25 Hände" zu lesen.
Forderungspapier an Regierung
Mitte Dezember
soll ein Forderungspapier an die Spitze der Bundesregierung übergeben
werden, berichtete Raphaela Keller vom Dachverband der Kindergarten-
und Hortpädagoginnen. Bisher seien schon 8.000 Unterschriften
gesammelt worden.
Mit dabei waren auch Gewerkschaftsvertreter sowie Repräsentanten
der Grünen, angeführt von Bundessprecherin Eva Glawischnig. Von
Keller gab es Lob dafür: "Das ist die einzige politische Partei, die
uns unterstützt und von sich aus initiativ wird. Glawischnig stellte sich auf die Seite der Kindergärtnerinnen.
"Dass bei dieser Demo tausende PädagogInnen und Eltern lautstark
Ihren Unmut äußern, ist Zeichen dafür, wie dringend notwendig eine
Debatte über die Qualität in der Bildung ist", begründet sie in einer
Aussendung ihre Unterstützung.
SP-Wutzlhofer: "Wien Vorreiter bei der Kinderbetreuung."
Die Kindergartenpädagoginnen - Keller legt Wert auf die weibliche
Schreibweise, schließlich liege der Frauenanteil in dieser
Berufsgruppe bei 99,2 Prozent - erhoffen sich jetzt Unterstützung von
Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP).
Diesen werde man die Forderungen am 12. Dezember übergeben. Keller
sieht Anzeichen dafür, dass die beiden den "elementaren
Bildungsbereich" zur Chefsache erklären. Wenn nicht, soll es im
Frühjahr weitere Aktionen geben.
Die Wiener ÖVP-Gemeinderätin Monika Riha gab SP-Stadtrat Christian
Oxonitsch Mitschuld an der derzeitigen misslichen Lage in Wien, denn
der Gratiskindergarten sei völlig übereilt eingeführt worden.
SP-Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer sah Wien dagegen als Vorreiter bei
der Kinderbetreuung.
Unterstützung für die demonstrierenden PädagogInnen kam jedenfalls von den Audimax-BesetzerInnen. Den Abschluss der Demo bildete die Einladung einer Studentin auf eine "Kindergartenjause" im Audimax für alle TeilnehmerInnen. (APA/red, derStandard.at, 21.11.2009)