Demo in Wien

Kindergarten-PädagogInnen demonstrierten

21. November 2009, 16:15
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    foto: semotan

    Mit Transparenten wurde auf die Forderungen aufmerksam gemacht - und klargestellt: Bildung beginnt nicht erst in der Schule.

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    Unterstützung kam von den Audimax-BesetzerInnen, vom ÖGB und von den Grünen.

Mehrere tausend TeilnehmerInnen - Forderungspapier mit 8.000 Unterschriften soll an Faymann und Pröll übergeben werden

Wien - Einige tausend Kindergartenpädagoginnen, Eltern und Kinder aus ganz Österreich haben am Samstag in Wien für bessere Arbeitsbedingungen, weniger Kinder pro Gruppe, bessere Bezahlung und die gemeinsame Ausbildung für alle pädagogischen Berufe demonstriert.

Die Zahl der Teilnehmer lag zwischen 2.000 (Polizeischätzung) und 3.500 (Veranstalter). Der Demonstrationszug startete im Sigmund-Freud-Park gegenüber der Votivkirche und endete beim Parlament, wo die Schlusskundgebung stattfand. Auf den Transparenten waren Parolen wie "Bildung fängt viel früher an, jetzt ist der Kindergarten dran" und "Wir haben keine 25 Hände" zu lesen.

Forderungspapier an Regierung

Mitte Dezember soll ein Forderungspapier an die Spitze der Bundesregierung übergeben werden, berichtete Raphaela Keller vom Dachverband der Kindergarten- und Hortpädagoginnen. Bisher seien schon 8.000 Unterschriften gesammelt worden.

Mit dabei waren auch Gewerkschaftsvertreter sowie Repräsentanten der Grünen, angeführt von Bundessprecherin Eva Glawischnig. Von Keller gab es Lob dafür: "Das ist die einzige politische Partei, die uns unterstützt und von sich aus initiativ wird. Glawischnig stellte sich auf die Seite der Kindergärtnerinnen. "Dass bei dieser Demo tausende PädagogInnen und Eltern lautstark Ihren Unmut äußern, ist Zeichen dafür, wie dringend notwendig eine Debatte über die Qualität in der Bildung ist", begründet sie in einer Aussendung ihre Unterstützung.

SP-Wutzlhofer: "Wien Vorreiter bei der Kinderbetreuung."

Die Kindergartenpädagoginnen - Keller legt Wert auf die weibliche Schreibweise, schließlich liege der Frauenanteil in dieser Berufsgruppe bei 99,2 Prozent - erhoffen sich jetzt Unterstützung von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP). Diesen werde man die Forderungen am 12. Dezember übergeben. Keller sieht Anzeichen dafür, dass die beiden den "elementaren Bildungsbereich" zur Chefsache erklären. Wenn nicht, soll es im Frühjahr weitere Aktionen geben.

Die Wiener ÖVP-Gemeinderätin Monika Riha gab SP-Stadtrat Christian Oxonitsch Mitschuld an der derzeitigen misslichen Lage in Wien, denn der Gratiskindergarten sei völlig übereilt eingeführt worden. SP-Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer sah Wien dagegen als Vorreiter bei der Kinderbetreuung.

Unterstützung für die demonstrierenden PädagogInnen kam jedenfalls von den Audimax-BesetzerInnen. Den Abschluss der Demo bildete die Einladung einer Studentin auf eine "Kindergartenjause" im Audimax für alle TeilnehmerInnen. (APA/red, derStandard.at, 21.11.2009)

Kommentar posten
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Tschuri Cazzino
 
00
22.11.2009, 12:29
Den Gratiskindergarten für alle in Wien gibt es nicht.

Ich begrüße zwar die Einführung des Gratiskindergarten grundsätzlich, doch genau das ist nicht passiert. Auf einen Gemeindekindergartenplatz sind laut zuständigem Magistrat 50 Kinder gereiht.
Den Kindergartenplatz gibt es also dann wohl erst mit Eintritt in die Schulpflicht. Wenn man den Gratiskindergarten beschließt, so ist dieserauch zu finanzieren. Alles andere ist purer Populismus der hoffentlich vom Wahlvolk durchschaut wird.

sungun
00
22.11.2009, 09:54
Bei dieser Debatte geht es darum, dass immer mehr Anforderungen

an die Institution Kindergarten hinein verfrachtet wird. Sprachstandards, Betreuung von Krabbelkinder, etc. - Und hier z.B. widerspricht sich das System bereits, denn einerseits will es ja nur Betreuung, aber auf der anderen Seite höchst profisionelle Bildung - und beides ist leider nicht möglich. Die Politik/Gesellschaft sollte sich überlegen was sie will - best mögliche Förderung im Vorschulalter oder die Betreuung von Kinder. Wenn 2teres, dann könnten sie die Ausbildungsstätten schließen und arbeitslose Menschen beschäftigen. Der Kindergarten sieht sich als Bildungsstätte mit Standards und Qualität und dies braucht eben gewisse Rahmenbedingungen.- Und welcher Mann mit Matura geht um dieses Gehalt arbeiten? Ich kenne keinen!!!!

Aracni Santini
00
22.11.2009, 09:05
Die Hygiene bei 25 Kinder?

Je mehr Kinder in einem kleinen Raum um so mehr werden Kinder gestresst um so mehr stecken sie sich gegenseitig an. Desto öfter werden sie krank. Zusätzlich müssen die Betreuer auf die Sauberkeit nach der Toilette achten. Warum wohl steigen die Fälle von Harnwegsinfekt mit dem KiGa? Weil sich die Kinder noch nicht ordentlich putzen können... Oder beim Anziehen. Ziehen Sie doch bitte mal 25 Kinder gleichzeitig an, Kinder die das noch nicht selbständig können. Drehen sie sich um reißt der eine die Haube wieder runter... Glauben sie, dass da alle nach kontrolliert werden, die sich schon selber anziehen? (4+) Da ist dann der Schal nicht ordentlich, das Leibchen nicht in der Hose so dass es von unten reinzieht - die Kinder oftmals dauerkrank.

Aracni Santini
00
22.11.2009, 08:59
Nicht vergleichbar

als HAK-Absolvent ist man bei einem Berufseinstieg nicht für andere Personen verantwortlich so wie ein KiGa Pädagoge. Also könnte man das Gehalt eines HAK-Abgängers erst bei Gruppenführung (Verantwortlichkeit) vergleichen mit dem eines KIGA-Pädagogen/innen Gehalt. Mir ist es Vergangen, die Unterlagen von meine Sohn zur Anmeldung zum Kindergarten: Versicherung im Falle von Verletzung, von Invalidität, von Tod etc... wieviel ich dafür bekomme... Also in Anbetracht des Risikos, dem Kinder ausgesetzt werden, finde ich es schon an der Zeit, dass die Gruppen verkleinert werden, mind. zwischen 15 und 20 (dz 25 Kinder) Noch dazu wenn einer mit auf die Toilette geht (bis 3 Jährige sind nicht selbständig) ist nur mehr einer bei der Gruppe + div.

Francois23
 
04
22.11.2009, 05:33

ich möchte gerne wissen, warum der gratiskindergarten in wien übereilt war und wieso das an der jetzigen situation einen unterschied machen soll. Pädagoginnen sind vorher genauso schlecht bezahlt worden und mussten sich um über zwanzig kindern kümmern,...

Sklaventreiber Riha sollte lieber vor der eigenen haustüre kehren,... Kinder in Wien und somit auch Riha lebten ganz einfach von Gratisarbeitskräften (Zivis)... aber hauptsach die anderen,...

Little Willy
13
22.11.2009, 15:18
Deshalb: Auch Frauen zum Zivildienst!

Mistkübeln in Kindergärten werden sie ja ausleeren können.

Covermodel - 30er Jahre Schnitt
14
22.11.2009, 16:39
Vollkommen richtig!

Ich kann Ihnen als Frau und Mutter da nur zustimmen und frage mich, wie lange man die jungen Frauen da noch so extrem bevorzugen will.

Kein politisch Verantwortlicher scheint auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass da jedes Jahr die Hälfte eines Jahrganges ganz übel 6istisch diskrimiert wird. Scheint ganz selbstverständlich zu sein, dass allein Männer den Kopf hinzuhalten haben.

Ich bin da für eine "Allgemeine Wehrpflicht" die ihren Namen verdient. Alten und Behinderten helfen, ein paar Monate der Allgemeinheit dienen, das können wir Frauen genausogut!

Alfred Zopf
01
22.11.2009, 11:45
Jahrzehntelange Versäumnisse !

Aus meiner Sicht liegt es an den Versäumnissen, in den Privatkindergärten gibt es schon lange bessere Rahmenbedingungen, die privat von den Eltern finanziert wurde, jetzt durch den Gratiskindergarten bricht alles auf, jetzt wird "wild gerudert", um den Reformstau zu vernebeln, der jahrzehntelang ignoriert wurde, leider spielten hier "VIELE" mit.

Toll wäre, wenn die SPÖ Wien hier Schuldeingeständnisse machen würde, anstatt ihrer Verantwortung sich "billig" entledigen zu wollen.

Little Willy
00
22.11.2009, 09:25
Eben. Auch Frauen zum Zivildienst.

Agnes1978
00
22.11.2009, 09:11

ich gebe ihnen grundsätzlich recht- auch vorher war das gehalt niedrig (es kommen bei einem berufsanfänger ca 1250 euro netto heraus- private zahlen teilweise schlechter)und die kinderanzahl bei 25.

nun hat sich die lage aber insofern veröndert dass nö durch die schaffung für kindergartenplätze ab 2,5 jahren (zuvor war es erst ab 3) personal gebraucht hat und somit personal von wien nach nö ging da dort die arbeitsbedingungen besser sind
-mehr gehalt
-mehr vorbereitungszeit
-bessere stutzmaßnahmen bei auffälligen kindern
-mehr urlaub

nun steht wien mit einem akuten personalmangel da und kann es angeregt durch das gratisjahr erstmals zum thema machen!wien muss sich etwas einfallen lassen, denn nur wenige bakip abgängerInnen bleib

DITC101
00
22.11.2009, 10:37

man muß aber auch sagen, dass die stadt wien ein problem hat junge mitarbeiter zu finden. und man ist auch nicht wirklich gewillt, dass sprachenproblem zu lösen. je nach bezirk gibt es ja kindergärten in denen das essen schon den muslimischen kindern angepaßt wird und zb nur wenige kinder deutsch sprechen - wie soll man da mit denen arbeiten wenn die kinder 5 unterschiedliche sprachen sprechen?

ich finde keinen namen
00
21.11.2009, 23:53
proell liebt papierl

er hat auch schon selbst einige verfaßt.
nur lesen tut er sie nie

ahja
00
21.11.2009, 23:49
absolute hochachtung vor all jenen die heute demonstriert haben, zu RECHT!

umso mehr ist es traurig (dramatisch), wie uninformiert und oberflächlich viele postings hier sind! ist österreich wirklich ein so unaufgeklärtes land?




enzok
00
21.11.2009, 23:48
Fakten

Der Artikel ist von der APA abgeschrieben (bzw. kopiert).
Glatt polemisch über eine Demo geschrieben und es fehlen einfach Fakten.
Zu wenig Gehalt? -> wie hoch ist das Gehalt (vor allem im Vergleich zu ...)
Kinder pro Gruppe - Kinder pro (ausgebildeter) Betreuperson in Österreich / Idealland / EU / USA / Weltweit / ??

Vielleicht macht sich wer den Spaß und tauscht Kindergarten-Pädagoginnen durch was anderes aus und ändert ein paar Wörter ...
Schade um ein Thema, dass uns alle angeht.

NaderNader
00
21.11.2009, 23:24
Na freilich, die Frau Riha - als Leiterin von Kiwi

...und ÖVP-GR muss sie ja dem roten Oxonitsch die Schuld an allem geben. Wobei der gerademal ein knappes Jahr die Kindergärten unter seinen Fittichen hat. Aber dass Frau Riha mit Elan und Verve der Gemeinde die Kindergartenpädagoginnen abwirbt - teils durch völlig haltlose Versprechungen - und dann die Gemeinde für die Misere in ihren Kindergärten verantwortlich macht, das ist eine Chuzpe.

fri hag
03
21.11.2009, 22:40
legt wert auf die weibliche schreibweise?

keine ahnung von gender mainstreaming hat die dame.
wie wärs mal mit etwas weiterbildung?

Aracni Santini
00
22.11.2009, 09:10
Ich finde es auch gemein

wie mögen sich wohl die 160 Herren fühlen, wenn sie so einfach unter den Tisch fallen gelassen worden sind. Die machen bestimmt auch einen guten Job. Ich finde so eine Einstellung idiotisch. Wo mein Sohn in den KiGa geht, da ist auch gerade ein junger Mann zur Ausbildung (absolviert dort seine Praxisjahre). Ich finde der macht einen guten Job. Wenn ich der junge Mann wäre, dann hätte mich soetwas sehr vor den Kopf gestoßen. Für das Arbeitsklima ist soetwas nicht gut. Frauen können sich gegenüber ihren Männlichen Kollegen nicht alles herausnehmen so nach dem Motto: Jetzt seid ihr endlich in unserer Gasse!

haftgrund
 
00
21.11.2009, 23:08

noch nichts von generischem Femininum gehört? Wie wärs mit Weiterbildung, der Herr?

fri hag
00
22.11.2009, 20:07
Weiterbildung?

Habe mich erstens sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt (Studium Sprachwissenschaft) und bin zweitens kein Herr.
Pffff.....

bowist2
00
22.11.2009, 19:53
Bei Berufsbezeichnungen?

Ich hoffe, Sie sind nicht im pädagogischen Bereich tätig...

kindergartentonne
01
22.11.2009, 19:48
generisches Femininum

*lol* - made my day, danke!

ProfKreuzundQuer
181
21.11.2009, 21:09
vielleicht haben wir in österreich bald nur noch

akademisch ausgebildetespersonal.

dann können alle gleich viel verdienen.

nannte man diese damen und herren nicht einst kindergärnter?

heute dreht sich alles nur noch ums geld ......

yofrog
00
22.11.2009, 07:14

ihre 3 postings sprechen bände. aber es steht ihnen weiterhin frei sich hier zum deppen zu machen.

Andreas Prucha
02
22.11.2009, 02:33

Grundsätzlich geb ich Dir ja recht, trotzdem ist es verständlich, dass sich die Kindergärtnerinnen aufregen, wenn sie eine durchaus anspruchsvolle, verantwortungsvolle und ansträngende Arbeit um einen Pappenstiel erledigen müssen. Ich sehe aber keinen Grund nur deswegen daraus in Studium zu machen, denn auch die Arbeit von Nicht-Akademikern gehört anständig bezahlt.

Trollcruncher
02
22.11.2009, 00:20

Tja, einst... damals war die Welt auch viel besser, gell? Schon einmal daran gedacht, dass sich die Welt weiter gedreht haben könnte und sich Anforderungsprofile von Berufen verändern können?

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