HiFi-Liebhaber können MP3s von CDs nicht unterscheiden

21. November 2009, 09:27

Optimierte Codierungsverfahren ermöglichen immer bessere Soundqualität

Die Audioqualität von komprimierten Formaten wie MP3 bzw. AAC wird selbst von geschulten Hörern oft besser oder zumindest gleichwertig empfunden als sogenannte Lossless-Formate oder Audio-CDs. Zu diesem Schluss kommt die Testplattform TrustedReview in einem Blindversuch mit mehreren Personen. TrustedReview weist darauf hin, dass es sich dabei um keinen Versuch mit streng wissenschaftlichen Parametern handelt. Bemerkenswert an den Ergebnissen war allerdings, dass gerade die deklarierten HiFi-Liebhaber unter den Testpersonen bei der Erkennung des unkomprimierten Musikstückes daneben lagen.

Codierung bereits ausgefeilt

"Ein derartiges Ergebnis überrascht mich nicht, weil wir bei unseren internen Experimenten zu einem ähnlichen Schluss kommen. Die Codierungstechnologien sind mittlerweile so ausgefeilt, dass die meisten Leute selbst bei Komprimierungen mit geringerer Datenrate keinen Unterschied mehr hören", erklärt der Fraunhofer MP3-Experte Bernhard Grill. "Ich würde sogar soweit gehen, dass ein entsprechend kodiertes AAC-Soundfile mit 192 kbit/s heute die bessere Alternative zur Audio-CD ist, da man die 16-Bit-Auflösung der CD weit übertreffen kann." Für besonders audiosensitive Personen, die ganz sicher gehen wollen, empfiehlt Grill eine Datenrate von 256 kbit/s bei AAC und 320 kbit/s bei MP3.

Entwicklungstrend geht in zwei Richtungen

Grill zufolge geht der Entwicklungstrend bei der Audio-Codierung derzeit in zwei Richtungen. Zum einen gehe es darum noch kleinere Dateien bei geringen Qualitätskompromissen zu erhalten. "Das spielt aktuell vor allem bei Streaming-Services über Mobilfunknetze eine wesentliche Rolle, da die Bandbreiten trotz UMTS immer noch gering sind und der Abruf größerer Datenmengen in den meisten Ländern weiterhin teuer ist", erklärt Grill. Als vielversprechendste Codierung gilt dabei der Audio-Codec HE-AAC, auch AAC+ genannt, der eine Weiterentwicklung des etwa von iTunes verwendeten AAC-Standards bedeutet.

Hervorragende Soundqualität trotz Codierung möglich

Andererseits widmen sich die Entwickler auch den Feinspitzen unter den Musikhörern und wollen beweisen, dass mit entsprechenden Codierungstechnologien auch die letzten wahrnehmbaren Unterschiede zur Audio-CD ausgemerzt werden können. "Die Musiklabels und Toningenieure haben mittlerweile auch verstanden, wie man kodieren muss, damit man eine hervorragende Soundqualität erhält. Ein weiterer Vorteil der bestehenden Codierungen wie MP3 oder AAC ist, dass die dahinterliegenden Verfahren ständig verbessert werden", so Grill. Eine heute mit 128 kbit/s kodierte MP3 klingt folglich weitaus besser als vor 15 Jahren.

Begriff "Kompression" irreführend

Den Begriff "Kompression" findet der Fraunhofer MP3- und AAC-Entwickler ohnehin irreführend. "Man darf das nicht verwechseln mit Dynamik-Kompressionen, also dem Abschwächen lauter Passagen und der Anhebung leiser Stellen, was seit jeher gerade bei den vielgerühmten Schallplatten oder auch im UKW-Rundfunk eine technologische Notwendigkeit ist." In dieser Hinsicht seien MP3 und AAC mit bis zu 24 Bit Dynamikumfang sogar besser als die auf 16-Bit beschränkte Audio-CD. Diese Einschränkung werde auch durch eine Lossless-Kopie einer Audio-CD nicht beseitigt. Weit wichtiger für eine gute Soundqualität bzw. ein ansprechendes Klangbild sei ohnehin nicht das verwendete Medium oder Dateiformat, sondern die eingesetzten Lautsprecher. "Diese sind immer noch die schlimmsten Verfälscher in der gesamten Kette", meint Grill. (pte)

 

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Graph Bobby
01
23.11.2009, 17:39
"Kompression" ist überhaupt falsch

MP3 ist ein Datenreduktionsverfahren, weil es im Gegensatz zu reiner Kompression (z.B. bzip2, gzip) nicht verlustfrei arbeitet.

Bei 128 kBit MP3s sind bei komplexen Signalen teilweise noch immer deutliche Schnitzer drinnen, aber so vereinzelt, dass man sie überhört. Die Qualitätsverluste sind im direkten Vergleich unter Umständen bei manchen Musikarten hörbar, auf jeden Fall noch deutlich messbar.

Bei 320 kBit sind die Verluste generell sehr gering.

Schlußfolgerung: Sofern das Endprodukt in guter Qualität als MP3 codiert wird, reicht es wohl zumindest für die meisten Anwendungszwecke.
Wenn man jedoch weiterbearbeitet, mehrmals MP3 codiert/decodiert, summieren sich die Verluste, dann wird's natürlich wirklich schlecht.

Grantscherben
00
23.11.2009, 17:12
Bitte grundsätzlich bestes Ausgangsmaterial

Würde trotzdem FLAC den Formaten mp3 und AAC vorziehen soweit es möglich ist.
Erstens spielt der Speicherplatz keine so grosse Rolle mehr und von einer FLAC Datei kann später immer noch problemlos ein mp3 oder AAC erstellt oder eine CD gebrannt werden(mit Original Pausenlängen zwischen den Tracks bei Verwendung von CUE Sheets).
Vor einem Dilemma steht man spätestens dann wenn man nur das verlustbehaftete Format in der Hand hat und dieses in ein anderes kodieren will oder muss - dann kann die Qualität nur mehr schlechter werden.

Andreas Schneider
00
24.11.2009, 09:18
oja

dass man irgendwann eventuell auf ein anderes format umsteigen muss/will ist m.e. das stärkste argument für flac oder andere verlustfreie formate - oder für die original-cd, solang die nicht kopierschutz-verseucht wurde...

Peter Brunner4
21
23.11.2009, 16:03
Leider gibt es so wenige Leute mit absolutem Gehör.

Und die werden dann wiederum von Mainstreamwichsern als Neurotiker abgegolten.
Als Freidenker oder Künstler hat mans auch schwer in der Heutigen Gesellschaft, aber Kopf hoch wir machens trozdem aus;-)

Blick Winkel
00
25.11.2009, 11:24
Im Gegensatz dazu gibt es viele Leute,

die absoluten Schwachsinn reden.

Lethawae
00
24.11.2009, 07:55

Wenn wir uns jetzt noch informieren, was ein absolutes Gehör ist...

Hornhifi
00
26.11.2009, 07:00
Das ist dank heutiger Technik leicht und verlustfrei möglich

http://de.wikipedia.org/wiki/Abso... Geh%C3%B6r

nonixnarretz
11
24.11.2009, 04:05

menschen mit absolutem gehoer koennen blind toene treffen. sie wissen ohne referenz wie hoch ein bestimmter ton ist. das ist begabung und letztlich trainierbar, und in seiner vollkommenen form sehr selten.

es sagt aber nichts darueber aus, wie gut sie hoeren. ich kenne einen halbtauben orchestermusiker, der fast fehlerfrei absolut hoert. im gespraech mit ihm muss man aber bruellen, damit er einen versteht.

*wennschondennschonklugscheiss

und mp3s? 320kbit und ein guter wandler, und 99% der menschen, mich eingerechnet, halten dem a/b vergleich nicht stand. imho.

themx
00
24.11.2009, 08:28

Es ist schon ein Unterschied da, aber den hört man nur mit einer Anlage die ihn auch wiedergeben kann. Der Verstärker ist bei solchen Feinheiten wichtig, und genau da sparen die meisten.

Formate mit höherer Qualität als CD, also SACD, DVD-Audio, 24bit/96 FLAC etc. bieten dann noch eine hörbare Steigerung.

Hornhifi
00
26.11.2009, 07:01
genau!

Darum www.hornmanufaktur.at !

jussuf jussuf
08
23.11.2009, 17:09

ist eigentlich absolut auch relativ? und wichsen gehöravantgardisten nicht durch reiben an der ohrmuschel? und kommt hochmut nicht vor dem gehörsturz? und wie frei ist ein freigeist, und wieviel grösser ist ein freigeist als ein kleingeist, und kann ein kleingeist nicht auch frei sei? und: wer oder was macht was aus? die kunst den menschen? der mensch die kunst? das gehör die überlegenheit? die überheblichkeit? oder die maßlose arroganz?

rothschild
20
23.11.2009, 15:58


die sollen leute mit absolutem gehoer als testpersonen verwenden, dann werden sie sich wundern ,)

Para Dox
00
24.11.2009, 12:51

Und welche Relevanz hat das, wenn 99,995% der Menschen kein absolutes Gehör haben?

Es bestreitet ja niemand, dass ein Unterschied da ist und dass Vollprofis (z.B. Leute, die täglich am Mischpult sitzen) diesen auf einer 20.000€ Anlage auch hören.

Andreas Schneider
00
24.11.2009, 09:24

wie schon oben von anderen gepostet: das absolute gehör ist die fähigkeit, tonhöhe zu erkennen bzw. zu treffen. hat wenig bis nichts mit mp3 zu tun.

musiker mit absolutem gehör tun sich bisherigen tests zufolge keineswegs leichter, kompetent erstellte mp3s im blindtest vom original zu unterscheiden.

interessanterweise gibt es aber tatsächlich ein kriterium, das zu erhöhter trefferrate führt: ein hörschaden.

1116er
30
23.11.2009, 15:46
wer cd oder gar mp3 hört

ist kein hifi-liebhaber!

Monopoly mit Hut
01
24.11.2009, 10:26

Lieber HiFi-Liebhaber!

Hör Dir einmal das letzte Lied der zweiten Seite von "Face Value" von Phil Collins an. Es heißt "Tomorror Never Knows" (Cover-Version vom Beatles-Lied).

Ganz am Ende des Liedes singt Phil Collins dann ganz gaanz gaaanz leise "Somewhere Over the Rainbow" und ganz zum Schluss hört man noch das "OK" des Tontechnikers.

Den Plattenspieler will ich sehen, der bei VOLL aufgedrehter Lautstärke (sonst hört man das alles nicht) KEINE Nebengeräusche produziert. Bei der Stelle hörst Du sogar das Rauschen des Master-Tapes weil damals noch analog aufgenommen wurde.

Bei der LP ist mir diese Stelle nie aufgefallen. Bei der CD beim ersten Mal anhören.

656731
11
24.11.2009, 10:43
Die Frage ist nur:

Welcher Musikliebhaber hört Phil Collins?

Monopoly mit Hut
00
24.11.2009, 16:04

LOL

Abgesehen davon, dass ich das erste Solo-Album von Phil Collins (nach seiner Trennung von Genesis) wirklich gut finde im Gegensatz zum Rest der darauf folgte, kannst Du ja jede beliebige Aufnahme mit einem großen Dynamikumfang nehmen.

Die sog. HiFi-Liebhaber, die meinen, dass nur eine LP die "Wärme" bei der Musikwiedergabe liefern kann verwechseln diese Wärme wohl eher mit dem Knistern und Rumpeln, das von jeder LP erzeugt wird und beim Hören von leisen Stellen bei großer Lautstärke einfacht stört.

Die Carmina Burana wäre auch so ein Beispiel mit hoher Dynamik. Beim Lied von Phil Collins ist es halt ganz extrem weil man da wirklich voll aufdrehen muss, um es zu hören.

656731
11
24.11.2009, 09:21
Lieb, dass sich dieses

Märchen noch immer hält. Die CD ist der LP in fast jeder Hinsicht eindeutig und unzweifelhaft überlegen. Der einzige Bereich in dem die LP punkten kann ist der Nostalgie- und Coolnessfaktor. Zweiteres vor allem im DJ-Bereich :-)

1116er
12
24.11.2009, 09:49
ich würde ihnen mal empfehlen,

sich vinyl, cd bzw mp3 nicht mit den anlagen um ein paar hunderter anzuhören, sondern mit high-end geräten.
selbst unmusikalischen leuten gehen dabei die ohren auf. und sie merken die riesigen unterschiede!

(allerdings: bei vinyl auf originalpressung achten, die billigen nachpressungen in anderen ländern stinken auch gewaltig ab.)

656731
01
24.11.2009, 13:02
Ob sie es glauben oder nicht, meine Anlage

(inkl. Plattenspieler) kann man durchaus als High-End bezeichnen (auch wenn ich nichts davon halte 10.000€ Geräte in einer Wohnung zu betreiben - Esoterik ist nicht meines). Und ja, die CD schlägt die LP (egal welche Pressung) immer (für beide Medien eine entsprechend hochwertige Aufnahme voraussgesetz), ist eine rein physikalisch begründbare Tatsache. Was natürlich keine Aussage über den Charme einer LP beinhaltet - den kann ich jederzeit nachvollziehen.

Und bei einer ausreichend hohen Bitrate ist der Unterschied zwischen CD und mp3 im Normalbetrieb (es geht hier glaub ich nicht um spezielle Referenzräume) praktisch nicht mehr wahrnehmbar. Außer natürlich man möchte ihn unbedingt hören ;-)

Peter Brunner4
00
23.11.2009, 15:45
db ist sicher kein Akustik Hirnwichser

Nein er schafft es vielmehr in seinem Gehirn etwas umzusetzen wofür dir der Zugang fehlt.

Pit
03
23.11.2009, 14:57
Zeitgeist

Oh, wie war das Leben früher schön! :-)

Man kaufte sich eine gute Stereoanlage, ging in den Plattenladen zum Stöbern, erbeutete 2-3 Platte und erfreute sich daran...

Heute: mp3, Samplingraten, iPod, meiner ist besser, ich mache das soundso, PC, Mac, hast keine Ahnung, blablabla, es geht nur um das Drumherum.

Für das Wesentliche, nämlich die Musik, hat keiner mehr Zeit...traurig

P.S.:
Man hört sehr wohl einen Unterschied! ;-)

F F
00
26.11.2009, 14:34

Früher war sogar die Zukunft besser

blomquist
 
11
23.11.2009, 15:45

P.S.: Man will einen Unterschied hören. Teures Zeugs, nachdem man(n) lange gesucht hat, muss doch einen Unterschied machen ;)

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