Kalifornien

Studentenproteste entbrannt

21. November 2009 09:00

Studiengebühren werden um ein Drittel erhöht

San Francisco - An Kaliforniens Universitäten sind massive Proteste gegen die Erhöhung der Studiengebühren entbrannt. Hunderte Studenten besetzten am Freitag stundenlang ein Gebäude der berühmten University of California in Berkeley, bis die Polizei einschritt und drei Demonstranten festnahm. In Los Angeles hatten zuvor bereits rund 2.000 Studenten demonstriert; mehr als 50 Studenten wurden auf dem Campus der staatlichen Universität in Davis festgenommen. Auch auf dem Campus der Uni in Santa Cruz gab es Proteste.

Studiengebühren werden um ein Drittel erhöht

Die jährlichen Studiengebühren sollen in Kalifornien ab Jänner um ein Drittel erhöht werden. Die Universitäten begründen die massive Erhöhung mit der Kürzung öffentlicher Mittel. Kaliforniens Budgetdefizit beläuft sich auf fast 21 Milliarden Dollar (14,2 Mrd. Euro). Berkeley bei San Francisco gilt als eine der besten Universitäten der Welt; aus ihr sind 21 Nobelpreisträger hervorgegangen. In den 60er Jahren war Berkeley der Ausgangspunkt der Studentenproteste gegen den Vietnam-Krieg. (APA)

Kommentar posten
12 Postings
010101110
22.11.2009 21:01
Cash-strapped state of Michigan looking to save money

... political leaders have suggested essentially privatizing the state's flagship university.
http://www.time.com/time/prin... 86,00.html

Westbahn
22.11.2009 17:56
Protests at UCSC campus entering Day 4

Angry students statewide are protesting a 32-percent undergraduate tuition hike...
CNN videos http://www.ireport.com/ir-topic-... cId=359609

Paradeiser47
21.11.2009 22:01
Students occupying buildings at Santa Cruz and Berkeley

after the University of California Board of Regents approved a 32% increase in fees that are the equivalent of tuition, protests continued on several campuses...

New York Times http://www.nytimes.com/2009/11/2... l?_r=1&hpw

Pythagorean triple
21.11.2009 17:23

Also das ist eine heftige Geschichte. Mir fehlen die Worte.

trace route
21.11.2009 16:12
Ein lustiger Artikel, Erhöhung um ein Drittel. Es stellt sich nur die Frage, EIN DRITTEL VON WAS ODER AUF WAS BITTE?!?

Vielleicht könnten ja die Verfasser des obigen Artikels bzw APA-Text-Kopierer nochmals ein bissale recherchieren, und dieses nicht ganz unwichtige Detail der kritischen Forum-Leserschaft präsentieren.

Denn ein Drittel von einem Apfel wäre wenig. Doch ein Drittel von 7800 Dollar ist schon deutlich mehr, und um diese Erhöhung von 2500 Dollar geht es hier. Insgesamt müssen Studierende an den staatlichen Unis in Kalifornien künftig jährlich 10300 Dollar bezahlen. Das gilt jedoch nur für US-Amerikaner und anerkannte Flüchtlinge, Ausländer bezahlen ein Vielfaches.

http://latimesblogs.latimes.com/lanow/200... -fees.html

Peter Spiegel
 
22.11.2009 00:18
stimmt so nicht ganz

Dies ist die gebuer fuer Studenten die Kalifornische Buerger sind. Studenten die aus anderen Bundesstaaten kommen, bezahlen die hoehere Gebuehr, da die Unis vom Staat subventioniert werden.
Ein Texaner zahlt zum beispiel keine Steuern fuer das kalifornische Bildungssystem, darum wird von dem die hoehere Gebuehr verlangt (ca. $30 000 pro jahr)

Dante Alighieri
21.11.2009 14:21

Kaliforniens Budgetprobleme wären innerhalb eines Tages gelöst wenn man die Grundsteuer wie in den meisten anderen Staaten auch aufgrund des derzeitigen Wertes statt aufgrund des seinerzeitigen Kaufpreises einheben würde. Unpopulär, aber früher oder später wohl notwendig.

trace route
21.11.2009 16:16
"Danke" eines Referendums sind in Kalifornien Steuer-Erhöhungen nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit möglich. Und das wird's bei einem 2-Parteien System die nächsten tausend Jahre niemals geben.

Darin liegt das WESENTLICHE Problem und die wesentliche Ursache für alle soziale Ungerechtigkeit in Kalifornien.

Bürger mit mittleren und geringeren Einkommen hatten sich damals von den Super-Reichen, die diesen "No Tax Increase in California!" Beschluss gefordert hatten, ins Bockshorn jagen lassen.

Denn Steuern könnten progressiv sein sodass Reiche mehr bezahlen als Arme, jedoch sind keine Steuererhöhungen möglich.

Daher kann der Staat die steigenden Einnahmen nur über Gebühren finanzieren, und diese treffen Arme und Reiche gleich: Studiengebühren, Schulgebühren, Gebühren wer über die Golden Gate Brücke fährt, Gebühren in Spitälern, Gebühren, Gebühren, Gebühre, Gebühren,... so schaut's aus.

Sortini
21.11.2009 11:38
Wenn man die Meldungen über Kalifornien liest,

könnte man fast glauben, dass es das Armenhaus der Welt ist. Praktisch kein Geld in diesem riesen Staat, nur lauter arme Menschen, die am Hungertuch nagen. Dass die wohlhabenden öffentlichen Bediensteten und Studenten sich an der Budgetkonsolidierung beteiligen müssen, ist da ja wohl klar. Nicht einmal die kleine dort ansässige Medien- bzw. Unterhaltungsindustrie wirft noch Kohle ab. Alles geht den Bach runter.

Wo kann ich spenden und Conan ein wenig Last von den Schultern nehmen?

alla riscossa
21.11.2009 11:07
apa wie immer unvollständig und der standard schreibt ab:

1967 ausgang der 68er-bewegung war berkeley!

Musterland
21.11.2009 09:53
Billig

Im europäischen Vergleich: Studiengebühren für Master an der Uni Kopenhagen für nicht-EU Studenten von EUR 13000 bis 15300.-/Jahr (= Mathematik, Biologie, Physik, ...). Übrigens, EU Studenten gratis.

Tuition Fees MSc-programmes/Faculty of Science:
http://www.science.ku.dk/english/e... sion/fees/

TU Student
21.11.2009 18:42

Ihrer Überschrift entnehme ich, dass es in den USA billig(er) sein soll. Dabei ist es umgekehrt: Als Nicht-US-Bürger zahlt man in Kalifornien mehr als als Nicht-EU-Bürger in Kopenhagen.
Aber vielleicht habe ich Sie einfach nur falsch verstanden...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.