Verteidigungsminister Silva veröffentlicht Erklärung nach Sitzung des kolumbianischen Sicherheitsrates
Bogota - Kolumbien hat angesichts der wachsenden
Spannungen mit dem Nachbarn Venezuela seine Armee in höchste
Alarmbereitschaft versetzt. Verteidigungsminister Gabriel Silva
erklärte am Freitag, die kolumbianischen Streitkräfte seien darauf
vorbereitet, "jedwede Aggression gegen Kolumbien" zu verhindern.
Linie der Armeeführung und von Präsident Alvaro Uribe sei es jedoch,
"sich nicht provozieren zu lassen". Die Erklärung des
Verteidigungsministers wurde nach einer Sitzung des kolumbianischen
Sicherheitsrates in der nahe der Grenze zu Venezuela gelegenen Stadt
Arauca veröffentlicht.
Brücken zerstört
Am Tag zuvor waren zwei Fußgängerbrücken, welche die beiden
Nachbarstaaten verbanden, auf venezolanischem Gebiet zerstört worden.
Nach Darstellung der Behörden in Caracas waren diese Brücken illegal
und dienten dem Schmuggel. Die Regierung in Bogota wertete die
Zerstörung der Brücken hingegen als "Verletzung internationalen
humanitären Rechts".
Seit Juli nehmen die Spannungen zwischen den beiden
südamerikanischen Nachbarstaaten zu. Verschärft wurden sie im Oktober
durch die Unterzeichnung eines Militärabkommens zwischen Kolumbien
und den USA. Die Vereinbarung erlaubt den US-Streitkräften für die
nächsten zehn Jahre die Nutzung von mindestens sieben Stützpunkten in
Kolumbien.
Nach US-Angaben sollen die Stützpunkte für den Kampf gegen
Drogenhandel und Terrorismus genutzt werden. Die Pläne stoßen bei den
linksgerichteten Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador
auf scharfe Ablehnung. Sie werfen den USA vor, ihren Einfluss in
Lateinamerika vergrößern zu wollen. (APA)