Derzeit fehlen "nur noch wenige Kandidaten", aber es lasse sich jetzt bereits abschätzen, dass wahrscheinlich acht weibliche Kommissare in Brüssel antreten könnten
Anfang bis "spätestens Mitte nächster Woche" werden alle Regierungen die noch ausstehenden Kandidaten für die neue EU-Kommission nominiert haben. Präsident José Manuel Barroso wird dann mit der definitiven Zuteilung der Zuständigkeiten beginnen, erfuhr der Standard am Freitag in Brüssel.
Derzeit fehlen "nur noch wenige Kandidaten", aber es lasse sich jetzt bereits abschätzen, dass wahrscheinlich acht weibliche Kommissare in Brüssel antreten könnten - so viele wie derzeit.
Politisch gäbe es einen Ausgleich zwischen Christdemokraten, Liberalen und Sozialdemokraten insofern, als die Liberalen im EU-Parlament zwar deutlich schwächer seien, aber dafür mehr Kommissare besetzten, während den Sozialdemokraten, der zweitstärksten Fraktion in Straßburg, das mächtige Amt der EU-Außenministerin und Vizepräsidentin zugefallen sei.
Wer die gewichtigsten Ressorts übernimmt, wird nicht bestätigt, es müssten zunächst alle Kandidaten bekannt sein, ehe es eine Verteilung nach deren Qualifikationen und den diversen Interessen geben. Sicher scheint, dass mehr als die Hälfte der bisherigen Kommissare im Amt bleiben.
Frankreich soll sich für Michel Barnier das wichtige Binnenmarktressort gesichert haben. Der Deutsche Günther Oettinger dürfte Industrieagenden erhalten. Der Spanier Joaquín Almunia kann damit rechnen, das Dossier für Wirtschaft und Währung zu behalten oder gleichwertig mit Wettbewerbskontrolle bedacht zu werden. (tom/DER STANDARD, Printausgabe, 21.11.2009)