Die Sehnsucht nach dem ersten Biss

20. November 2009, 18:19
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    foto: concord

    Es war noch nie leicht, erwachsen zu werden: Die jugendliche Heldin Bella Swan (Kristen Stewart) reist in "New Moon" nach Italien, um ihren geliebten Vampir zu retten.

     

    Mormonene und Hormone

    Am 2. Juni 2003 träumte es Stephenie Meyer, damals ein "mousy housewife", von einem jungen Paar. Sie scheu und unscheinbar, er schön, höflich - und ein Vampir. Zwölf Wochen später hatte die am 24. 12. 1973 in Connecticut geborene Autorin ihren ersten Twilight-Roman Bis(s) zum Morgengrauen fertig. Drei dicke Romane um die Liebesgeschichte zwischen Bella und Edward, einem abstinenten Blutsauger (Beißt er sie, oder beißt er sie nicht? Gehen sie miteinander ins Bett, oder tun sie's nicht?), sollten folgen.

    Weltweit hat die überzeugte Mormonin und Mutter dreier Söhne mehr als 50 Millionen Bücher, in denen auch Werwölfe und allerlei Teenagerdramen eine Rolle spielen, verkauft - vor allem an Frauen zwischen 16 und 35. Zur Kritik, Meyer rede einer ultrakonservativen Weltsicht das Wort, und wütenden Angriffen von feministischer Seite kamen kürzlich Plagiatsvorwürfe. Angefochten hat das die Schnellschreiberin wenig, einen Roman, der die Ereignisse aus Sicht des Vampirs hätte erzählen sollen, hat sie aber auf Eis gelegt. (steg, DER STANDARD/Printausgabe, 21./22.11.2009)

"New Moon", der zweite Teil von Stephenie Meyers "Twilight"-Saga, erreicht demnächst die Kinos: Verquickung von Teenagerwelt und Fabelwesen

Wien - Glücklicherweise können Tweets noch nicht kreischen. Auf Twitter kamen die Nachrichten diesmal nämlich ziemlich hysterisch daher. New Moon, der zweite Teil der Twilight-Saga, erlebte von Donnerstag auf Freitag in den USA seine Mitternachtspremiere, und die wenigsten Fans, die schon Karten besaßen, wollten ihre Vorfreude für sich behalten: Stunden, Minuten, ja, Sekunden bis zum herbeigesehneten Ereignis wurden countdownartig heruntergezählt. 

Auf den Konterfeis zu den Twitter-Einträgen konnte man erkennen, dass es sich fast ausschließlich um Mädchen handelte. Twilight, die Fantasy-Reihe der US-Autorin Stephenie Meyer, ist ein kulturelles Phänomen, das, anders als Harry Potter, gendermäßig eher einseitig besetzt ist - Mädchen im Teenageralter (und ihre Mütter, die obsessiv mitlesen) formen die Fangruppe. 

Es gibt gute Gründe, warum dem so ist: Twilight hat sein Epizentrum in der maßlosen Liebe der jugendlichen Bella Swan zu Edward, einem schmächtigen Vampir. Buch- wie (brav werktreue) Filmreihe bringen die klassischen Elemente einer Teenagerserie mit Pop-Horror-Geschöpfen zusammen, wobei die markanteste Abweichung zum Genre darin besteht, dass Mensch und (vermeintliche) Bestie hier dieselbe Welt teilen. Edward und seine Familie haben dem Durst nach Blut entsagt und leben zivil in der Kleinstadt Forks - trotz gelblicher Augen unbemerkt. 

New Moon beginnt allerdings mit der Einsicht, dass sich die selbstauferlegte Askese doch nicht ganz so gut mit jugendlichem Hormonüberschuss verträgt. Ein Blutstropfen von Bella (Kristen Stewart, gerade auch mit Adventureland im Kino) führt fast zur Beißkatastrophe. Edward (Robert Pattinson) entscheidet sich, den Ort zu verlassen, zurück bleibt Bella, die monatelang, von Albträumen gequält, dahindarbt, während die Kamera sie sorgenvoll umtänzelt. 

Schon bei den Büchern hat die masochistische Leidensbereitschaft der Figur, die nur darauf wartet, von edlen Jungmännern mit übernatürlichen Fähigkeiten gerettet zu werden, Feministinnen wie Laura Miller aufgebracht: Während etwa Vampirjägerin Buffy aus der gleichnamigen TV-Serie ein zeitgenössisches Mädchen sei, die jederzeit Herrin über ihre Geschichte bleibt, lebt Bella nur für ihren blutarmen Jüngling - ein hohler Platzhalter für die romantischen Bedürfnisse der Leser. 

Regisseur Chris Weitz weicht dieser Passivität der Vorlage nicht aus, sondern stellt sie in den Vordergrund. Romeo und Julia ist eine der Referenzen des Films, aber die ewig gleichen Leidensmienen, unterlegt von sanftem Folk und Rock Thom Yorkes oder Bon Ivers, genügen nicht, um hehre Leidenschaften zu beschwören. Sie lassen den Film im emotionalen Zwischenzustand schweben, ohne dass sich große erzählerische Dynamik einstellen würde. Selbst Bellas Versuche, mit selbstmörderischen Aktionen Edwards Beschützerinstinkt zu wecken, wirken mau. 

Bleibt noch Jacob (Taylor Lautner), Bellas Trost, ein stiller Native-American-Boy, in dem noch ein weiteres Monster schlummert. Wo Edward das triebhafte Verlangen des klassischen Vampirs fehlt, mangelt es seiner wölfischen Natur an Animalität. New Moon scheint geradezu erpicht darauf zu sein, alles Sexuelle auszublenden. Das in die Gemeinschaft der Menschen integrierte Monster ist mehr modischer Look als Bestie: mager aristokratisch im grauen Sakko oder muskelbepackt in knackigen Shorts. Demnächst auch in Ihrer H&M-Filiale. (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD/Printausgabe, 21./22.11.2009)

Kommentar posten
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Christoph Karl Steininger
00
18.12.2009, 17:38
Am Schluß ists beinahe doch komisch.

Die Saga vom ungeküßten Mädchen. Dann die Touristengruppe die mit erhobenem Schirm in die Kuppelhalle geleitet wird um den Volturi Oberhäuptern zum Fraß zu dienen.
Ansonsten war der Film um eine Dreiviertelstunde zu lang.
Der bleich geschminkte männliche Hauptdarsteller weist einen bemerkenswerten Mangel an schauspielersichem Talent auf.
Ich hab schon schlimmere Filme gesehen.
Die Werwolf-Animationen wirkten seltsam flach.

Superhoyuelos
00
4.12.2009, 13:13
Meine Güte was für ein Käse

Ich habe es mir im UCI angeshen. Volles Kino ein Buh-Konzert am Ende. Mit Abstand die schlechteste Investiiton meines Lebens

Mathias
 
00
26.11.2009, 16:33
"Twilight"-Saga

Wenn man das ganze Merchendising rund um Film und Serie mit Kleidung, Schmuck, usw. betrachtet, dann ist das eine perfekt inszinierte Zielgruppenbearbeitung!

Ob man belangt werden kann, wenn man solche "Teenie-Vampire" pfählt? ;-)

Cookie^^
00
28.11.2009, 17:10
Ur gut!

War selber kein großer fan vom erstn filmn, aber der zweite ist durchaus utnerhaltsam...SIE kann halt nicht spielen, aber die Burshcn tragne den Film, und das, sag ich mal, sehr gut^^

Pythagorean triple
00
26.11.2009, 21:00

Ich find die "Gruppierung" eigentlich sogar recht angenehm im Vergleich dazu, was die letzten zehn Jahre an "Kulturen" hervorgebracht haben ...

Pythagorean triple
00
25.11.2009, 14:37

Dachte Bella praktiziert die selbstmörderischen Aktionen um sich ein Abbild von Edward ins Gedächtnis zu rufen ...
Btw., jeder der Twilight mit Vampirfilmen/büchern/filmen gleichsetzt disqualifiziert sich vom Thema - es ist primär typisches Teeny-Ding.

Raptor Jesus
04
25.11.2009, 07:48
Kitsch für Simpeltons

Für echte Vampir-Fans empfehle ich das Spiel "Vampire: The Masquerade – Bloodlines"

Wolke7engelchen
00
24.11.2009, 14:55
der Film

ist nicht soooo schlecht, aber auch nicht so toll, dass man ihn unbedingt sehen muss.
Ans Buch kommt er nicht so heran.

Endless_Zockerin
00
5.12.2009, 20:20

Kaum ein Film, kommt an das Buch heran ;)

Aber wenns schon mal ein "Buch zum Film" gibt, dann kann man kaum erwarten, dass der Film an das Originalbuch heranreicht.

Mucius Valerius Scapula
25
22.11.2009, 14:38

Das hätte man jetzt auch kürzer sagen können: Übelste Kitschkost für angehende Billa-Verkäuferinnen mit hehren Träumen vom Nageldesign.

Ayaka
00
27.11.2009, 23:46

was hat das bitte mit billa-verkäuferinnen zu tun?

Martin Major
 
00
22.11.2009, 21:44

WURSTFACHverkäuferinnen :)

the incredible mürrenz
00
22.11.2009, 01:12

"Lat den rätte komma in" für Pubertierende und solche, die es noch werden wollen.

Redwraithvienna
00
22.11.2009, 01:07
Vampire don't sparkle !

End of Story.

Und trotzdem werde ich mir den film anschauen ... zwangsweise ... will ja kein liebesleben wie bella und edward führen :)

Chrise in Wien
115
21.11.2009, 00:38

so in etwa habe ich den ersten teil in erinnerung *hust*

http://tinyurl.com/n5twrp

Mudkip
01
21.11.2009, 18:46
New Moon = LOL-Cow

http://tinyurl.com/y9pttvg

Pythagorean triple
23
21.11.2009, 10:18

Hauptsache draufgetreten. ;)

Der Film hat mehr Existendberechtigung als die Dan Brown Verfilmungen.

Redwraithvienna
00
22.11.2009, 01:08
Jupps ...

der erste teil hat mich in der urlaubsplanung bestärkt, und im sommer war ich dann auch in oregon und washington ... hübsche gegend ...

bei dan brown weiss einfach schon jeder das Paris und Rom sehr hübsche städte sind.

aber ansonsten ?

the incredible mürrenz
00
22.11.2009, 01:02

Hat das jemand bestritten?

Hari Ka
03
21.11.2009, 12:20

Ist das nun gut oder schlecht?

Pythagorean triple
00
21.11.2009, 16:36

Sag ich dann wenn ich ihn gesehen habe. ;)

losing my edge
05
20.11.2009, 22:40

sell sex to children - ist doch die alte disney methode (ich sag nur: britney)

yada yada yada
00
20.11.2009, 23:54

wird auch gut in south park behandelt^^

139
00
22.11.2009, 13:03

SOUTH PARK for teh win!

es gibt keine andere tv sendung, die oberflächlich derart vulgär daher kommt, zwischen den zeilen aber wichtige themen derart gut und prägnant verarbeitet. ..und durch dieses verarbeiten kann man dann über die erst genannte seite herzhaft lachen ohne sich "tiaf" vorkommen zu müssen ^^

Mudkip
04
21.11.2009, 18:38
Mickey Mouse

"Even the Christians are too f**g stupid to figure out I'm selling sex to their daughters! I've made billions off of Christian ignorance for decades now, haha!"

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