Abverkauf schon ab Montag möglich
Wien - Quelle Österreich hat mehr
als 1.000 Mitarbeiter vorsorglich beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice
(AMS) zur Kündigung angemeldet. Ab 17. Dezember kann mit den Kündigungen
begonnen werden, hieß es dazu aus informierten Kreisen. Wieviel Mitarbeiter dann
tatsächlich von einer Kündigung betroffen sein werden, steht derzeit noch nicht
fest.
Aus dem Unternehmen mit Sitz in Linz gibt es zur Stunde noch keine Stellungnahme. Für die
insolvente Quelle gibt es dem Vernehmen nach zwei Interessenten. Einer von ihnen ist der
ehemalige Quelle-Österreich-Chef Martin Lenz.
Ab Montag droht Abverkauf
Schon am Montag zu Mittag könnte der Abverkauf starten. Denn Lenz, der bisher als einziger beim Masseverwalter sein Interesse deponierte, hat bisher
keine Geheimhaltungserklärung unterschrieben. Sollte er das bis Montag
12 Uhr nicht nachholen, hat die kurzfristig auf Freitag vorgezogene
Gläubigerausschusssitzung "die Masseverwaltung angewiesen, mit einem
Abverkauf des Warenlagers zu beginnen und die sukzessive Einschränkung
des Betriebes voranzutreiben", teilten die Masseverwalter am
Freitagnachmittag in einer Aussendung mit.
Die Geheimhaltungserklärung sei zwar gemeinsam ausformuliert worden,
die Investorengruppe um Lenz habe aber bisher die Unterschrift
abgelehnt. In der Geheimhaltungserklärung ist eine Konventionalstrafe
von 100.000 Euro vorgesehen. Der Masseverwalter gab sich am Freitag
dennoch weiter optimistisch, dass die Unterschrift vor Ablauf der Frist
erfolgt.
AMS-Außenstelle
Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat sich auf eine Kündigungswelle bereits
vorbereitet: Direkt in der Zentrale in Linz wurde eine Beratungsstelle
eingerichtet, weiters wurde eine Insolvenzstiftung ins Leben gerufen. Nach
Beendigung der Dienstverhältnisse können die Mitarbeiter sofort in die Stiftung
eintreten. Sie erhalten umfassende Betreuung und haben die Möglichkeit, eine bis
zu vier Jahre dauernde Ausbildung zu absolvieren. (APA)