Quelle Österreich

Über 1.000 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet

20. November 2009 17:58

Abverkauf schon ab Montag möglich

Wien - Quelle Österreich hat mehr als 1.000 Mitarbeiter vorsorglich beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet. Ab 17. Dezember kann mit den Kündigungen begonnen werden, hieß es dazu aus informierten Kreisen. Wieviel Mitarbeiter dann tatsächlich von einer Kündigung betroffen sein werden, steht derzeit noch nicht fest.

Aus dem Unternehmen mit Sitz in Linz gibt es zur Stunde noch keine Stellungnahme. Für die insolvente Quelle gibt es dem Vernehmen nach zwei Interessenten. Einer von ihnen ist der ehemalige Quelle-Österreich-Chef Martin Lenz.

Ab Montag droht Abverkauf

Schon am Montag zu Mittag könnte der Abverkauf starten. Denn Lenz, der bisher als einziger beim Masseverwalter sein Interesse deponierte, hat bisher keine Geheimhaltungserklärung unterschrieben. Sollte er das bis Montag 12 Uhr nicht nachholen, hat die kurzfristig auf Freitag vorgezogene Gläubigerausschusssitzung "die Masseverwaltung angewiesen, mit einem Abverkauf des Warenlagers zu beginnen und die sukzessive Einschränkung des Betriebes voranzutreiben", teilten die Masseverwalter am Freitagnachmittag in einer Aussendung mit.

Die Geheimhaltungserklärung sei zwar gemeinsam ausformuliert worden, die Investorengruppe um Lenz habe aber bisher die Unterschrift abgelehnt. In der Geheimhaltungserklärung ist eine Konventionalstrafe von 100.000 Euro vorgesehen. Der Masseverwalter gab sich am Freitag dennoch weiter optimistisch, dass die Unterschrift vor Ablauf der Frist erfolgt.

AMS-Außenstelle

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat sich auf eine Kündigungswelle bereits vorbereitet: Direkt in der Zentrale in Linz wurde eine Beratungsstelle eingerichtet, weiters wurde eine Insolvenzstiftung ins Leben gerufen. Nach Beendigung der Dienstverhältnisse können die Mitarbeiter sofort in die Stiftung eintreten. Sie erhalten umfassende Betreuung und haben die Möglichkeit, eine bis zu vier Jahre dauernde Ausbildung zu absolvieren. (APA)

Gwandlaus
21.11.2009 08:01
Die Automatisation zeigt sich - aber Politiker verleugnen das!

Weil Versandhandel im Internet viel effektiver ist muß ein Katalogkaufhaus baden gehen.

Weil Backautomaten viel billiger Brot verkaufen lassen, wird der Bäcker zum Raritätenerzeuger.

Weil das Web Wissen viel besser als Proporzlehrer vermitteln kann, werden Parteigünstlinge gehalten und wir dürfen blechen.

Warum lassen wir uns das gefallen? Sammeln wir uns auf Webplattformen, organisieren unsere politischen Vorstellungen und verlangen der Realisierung.

Geht nicht?

Doch, wir können das.

clearlake
21.11.2009 12:33
irgendwann haben die leute

von den mit hefe vollpumpten tiefgefrorenen "backlingen" derart blähungen dass sie ob des vermehrten CO2 ausstosses hoffentlich verboten werden....

Das Gewissen
20.11.2009 14:12
Mit Verlaub,

diese APA Pressemitteilung strotzt vor Zynismus. "1000 Mitarbeiter wurden vorsorglich zur Kündigung angemeldet". Herzlichen Dank, diese werden sich freuen, daß sie "vorsorglich angemeldet wurden, nachdem das Unternehmen seit mehr als einer Woche insolvent ist. "Das AMS hat sich auf die Kündigungswelle vorbereitet." Das wollen wir doch alle hoffen, wobei ich über die Details gerne ein wenig mehr erfahren würde, aber bitte. Und zu guter Letzt "Die Mitarbeiter erhalten umfassende Betreuung und haben die Möglichkeit, eine bis zu vier Jahre dauernde Ausbildung zu absolvieren." Bingo, umfassende Betreuung beim AMS klingt fast bedrohlich und die Chancen der weiblichen 50+ Mitarbeiterinnen, jemals wieder einen Job zu finden sind gleich null. MfG

Bertel Mann
 
21.11.2009 09:32
Bei der umfassenden Betreuung dürfte es sich um die Arbeitsstiftung handeln - hoffentlich

Und eine solche kann für die ehemaligen Mitarbeiter noch das Beste in dieser Situation sein - vor allem wenn das AMS sich so wenig wie möglich einmischt (leider gibt es derzeit Bestrebungen, diese relative Unabhängigkeit der Arbeitsstiftungen zu beenden).
Hier gibt es nämlich nicht bloß die übliche Kurse, sondern komplette Ausbildungspläne und Ausbildungen bis zu drei Jahren (bei über 50-jährigen bis zu vier Jahren). Während dieser Zeit hat man "Bezüge" in der Höhe des Arbeitslosengeldes, fällt also nicht in die Notstandshilfe.
Alles nicht sehr gut, aber besser als bloße Arbeitslosigkeit.

Das Kapital ist die wahre Macht
20.11.2009 17:51
Ist das Zufall eine Woche vor Weihnachten?

gutes Timing. Steigert sicher die Moral der Leute.

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