Hybrid: Fett is beautiful

22. November 2009, 16:57
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    foto: klausi/pixelio.de

    Beim Wort Hybrid schnurrt das Umweltgewissen.

Diskutierte man vor einigen Jahren mit Entwicklungstechnikern der deutschen Autoindustrie, kam beim Stichwort "Hybridantrieb" keine Freude auf

Viel zu aufwändig, dabei wenig effektiv, war sinngemäß die Antwort. Doch der enorme Erfolg von Toyota und dann Lexus brachte die Ingenieure unter Zugzwang. Mit einiger Verspätung schritt man zur Tat und bildete sogar Konsortien, die bis dahin nicht einmal vorstellbar waren. BMW mit Daimler-Chrysler und GM etwa. Auch die jüngere Entwicklung des Hybrid-7ers geschah in Kooperation mit Erzrivale Mercedes.

Ausgangspunkt war einerseits der enorme Erfolg der Japaner. Andererseits zwangen US-amerikanische Gesetzesvorlagen zum Handeln. Dazu kam noch die Vorstellung, Autos in Ballungsgebieten nur mehr elektrisch fahren zu lassen. Anders ist der enorme zusätzliche Aufwand für reinen Elektrobetrieb nicht erklärbar. Denn der positive Effekt für den Verbrauch ist bei einem viel billigeren milden Hybrid kaum geringer. Dabei schiebt man den Umweltaspekt gerne in den Vordergrund. Im konkreten Fall des X6 geht es aber eher um die Rettung der Saurier vor dem Aussterben oder zumindest um Lebensverlängerung.

Das Publikum lügt sich naturgemäß auch gerne in den Sack, wenn es darum geht, Gewohnheiten und Verhaltensmuster beizubehalten. Es ist einfach schön, in einem mächtigen SUV zu sitzen und sagen zu können, ich rette die Umwelt, indem ich Hybrid fahre.

Und noch etwas kommt dazu: In den oberen Preisregionen schmerzt offenbar der zusätzliche Aufwand weniger. BMW schafft es jedenfalls bravourös, den Umweltpionier hervorzukehren und dabei auch noch die Kernkompetenz "Dynamik" zu überhöhen. Die Intelligenz in Richtung schlanker Linie bleibt dabei aber völlig auf der Strecke. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/20.11.2009)

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  • Feindbild Automobil (I) [71]

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    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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Posting 1 bis 25 von 39
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Dante Alighieri
00
13.12.2009, 18:25

Volle Zustimmung. Die deutschen "Premium"(hihi)-Hersteller waren und sind halt bemerkenswert uninnovativ. Jedes Jahr machen sie ihre Autos noch größer, noch schneller, noch stärker, noch fetter, noch protziger, noch bonzenhafter. Jedes Jahr dasselbe Strickmuster, null Zukunftsorientierung.

In Japan hat man hingegen schon vor über zehn Jahren (!) effektive Hybridautos hergestellt die vollkommen alltagstauglich, erschwinglich und ausgereift sind und auch tatsächlich den Verbrauch senken.

Das was derzeit aus Deutschland in Sachen Hybrid kommt dient ja einzig und allein dem Ziel einen noch klobigeren Kübel herstellen zu können der dann halt gleich viel verbraucht wie vorher der etwas weniger klobige Nichthybridkübel. Peinlich, sowas.

molekühl
25
23.11.2009, 15:38

Verglichen mit dem technischen Stand eines Prius III (oder diverser Lexusse) sind die Hybriden bei X6, 7er und S-Klasse Bastellösungen auf 3.-Welt-Niveau.

maxbz
10
27.11.2009, 19:29
Blödsinn,

die Test sagen genau das Gegenteil, nämlich das der Vorsprung von Tojota auf Anhieb egalisiert wurde.

Allerdings ist z.B. der übermotorisierte X6 sicher kein Sparmobil und auch bei weitem nicht umweltfreundlich. Unter Umweltaspekten sollte man diese Autos, aber auch Lexusgeländewagen mit viel PS überhaupt nicht diskutieren.
Der Prius ist dagegen eine völlig andere Klasse mit anderer Zielsetzung

Quaritsch
 
13
23.11.2009, 13:12

Es schmerzt fast ein wenig das zu sagen, aber das überzeugendste Konzept hat derzeit GM mit dem Volt. Auch Hybrid, aber so wie es sein soll, nämlich Bezing nur für den Generator, um ZUR NOT auch längere Strecken fahren zu können. (Diesel wäre da natürlich noch sinnvoller). Ist natürlich nix für jene, die jeden Tag mehr als 40 Meilen fahren, aber es fällt ein Gegenargument für jene Pendler weg, die einmal im Monat zu ihrem Wochenendhaus fahren.

Ich vermute einmal, dass GM damit einen wirklichen Renner haben wird u sich selbst wieder aus dem Sumpf wird ziehen können.

Die Dinge, die BMW anstellt sind natürlich lächerlich, wie im Artikel ja auch richtig angemerkt.

00
23.11.2009, 16:45
veraltete konzepte

ein freund entwickelte vor 30 jahren einen radnaben-"hybrid"-antrieb für panzer, damals um leise zu sein.
dieses konzept hatte er auch bmw & co angeboten... die meinten, bevor sich ihre motoren- und getriebefabriken nicht amortisiert hätten, würde nichts gehen.
und so pappt man halt auf die alten otto u. diesel-, auf die getriebe-reibungskonzepte sinnloses technikzeug oben drauf, anstatt dieses prinzip zu überdenken...
der radnabenmotor ohne getriebe, dreht aus dem stand "dass´s nur so kracht" - mit minimalem gewicht. die motoren wären billig, weil x-tausendfach industriell produziert. ein kleiner dieselmotor für die stromerzeugg. (mit heutiger steuerungstechnik könnte jedes rad einzeln angetrieben werden - SUV-funfactor!!!)

h 90
00
26.11.2009, 13:06

kleiner Turbodiesel (oder Benzinturbo), der genau am Optimum laeuft und vielleicht im Notfall mit mehr Power.
Wenn ich nur 20 in die Arbeit und zurueck fahre schaltet sich der Motor nie ein.
Fahr ich 500 km in Urlaub rennt der mit, mit recht hohen Wirkungsgrad.

planck
00
25.11.2009, 01:17
die Radnabenmotoren sind wegen der viel zu hohen


ungefederten Massen für PKWs praktisch unbrauchbar.

Quaritsch
 
00
23.11.2009, 16:55

Ganz Ihrer Meinung. Das Problem heutiger Hybride ist, dass letztlich Produkte der Angst der Hersteller sind, dass sich ihre Wertschöpfungskette u ihre Alleinstellungsmerkmale sowie ihre Marketingkonzepte in nichts auflösen.

Bei vier billigen E-Motoren in den Radnaben würden Autohersteller zu einem sehr großen Teil (Steuerungs-) Software verkaufen, dazu sind vor allem jene (deutschen) Hersteller, die jetzt mit ihren sechs oder siebengang Getrieben u ihren 250 PS Motoren protzen nicht bereit.

Das Risiko ist natürlich auch, dass der teuerste Teil am Auto der Akku wird u der womöglich zugekauft werden muss, ein Albtraum für etablierte Hersteller.

01
23.11.2009, 17:08
am besten wir warten

- bis die chinesen oder die inder diese konzepte in massenhafter zahl und zu günstigen preisen auf den markt bringen und so mobilität neu definieren. was wir dann mit den arbeitslosen der europ. automobilindustrie tun, wird sich ergeben.
bis dahin kopieren wir als bmw und mercedes japanischen hybride (8zylinder mit 20 PS-emotoren!!!) und meinen, es wird nicht so schlimm...

wg 1980
00
23.11.2009, 16:30
Also ich denke, dass dieser serielle Hybrid von GM kein großer Wurf ist...

...denn wenn der Akku leer ist, dann muss mühevoll Benzin in mechanische Energie umgewandelt werden, um gleich wieder in elektrische Energie für den Akku verwandelt zu werden.
Die Verluste, die dabei auftreten lassen den Volt/Ampera im normalen Hybridmodus sicher zum Schluckspecht werden.

Ein Plug-In-Prius (Parallelhybrid) wäre dem vermutlich um einiges voraus.

Außerdem bin ich schon auf den Preis des Volt/Ampera gespannt: 40.000 Dollar bedeutet üblicherweise 45.000 Euro - schließlich wird man als Autofahrer in der EU ja gemolken wo's geht.

molekühl
00
23.11.2009, 15:35

Überzeugendes Konzept? Ein "Kompakter" um 35.000 - 40.000 Euro?
Jedes Hirnederl kann ein "Super-Auto" bauen, wenn man die Kostenseite ausser acht lässt. Da gabs vor ca. 15 Jahren sogar einen "Simpsons"-Folge dazu (die mit dem verschollenen Bruder als Atofabrikbesitzer).

Parkschwein
00
23.11.2009, 15:16

warum wäre diesel sinnvoller? weil es steuerlich bevorzugt ist?

das problem beim volt ist halt dass es derweil noch ein konzept ist. damit muss es noch nicht mit bestehenden fertigen produkten konkurrieren.

Quaritsch
 
00
23.11.2009, 16:50

Weil ein Generator die Dynamik eines direkt mit den Rädern verbundenen Motors nicht benötigt u letztlich sparsamer mit Diesel betrieben wird. (Macht man ja überall so, wo Motoren im wesentlichen immer mit ähnlichen Drehzahlen laufen, auch bei Schiffen z.b.).

Der Preis wird noch runtergehen bzw. auch subventioniert werden.

U der Volt kommt in ein paar Monaten auf den Markt, also von einem bloßem Konzept würde ich nicht mehr sprechen.

Parkschwein
00
24.11.2009, 16:30

schiffe fahren erstens mit zweitaktdieseln, was schonmal nicht vergleichbar ist, und zweitens deshalb mit den dingern, weil die soviel ich weiß vielstofffähig sind und somit mit dem letzten dreck von kraftstoff (schweröl ?) betrieben werden können.
nachteile diesel: er macht mehr dreck. der wirkungsgrad ist im wesentlichen deshalb höher, weil er üblicherweise mit turbo betrieben wird und stärker komprimiert. kann man beides auch mit benzinern machen, nur gelten für den strengere abgaswerte die aber bei hoher kompression im eimer sind (und zugegebenermaßen ist ein 100er sprit auch noch dazu ein wenig teurer als ein 91er ...)

Chinpokomons
11
23.11.2009, 12:09
sparsam?

soweit ich weiß, ist ein golf diesel sparsamer als ein toyota prius.

außerdem sollte man endlich lösungen finden, dem diesel ca. 15% wasser beizumischen. oder das wasser gleich durch direkteinspritzung hinzuzufügen.
diese beimischung senkt den verbrauch, erhöht die leistung und senkt die ausstoßmenge.

http://www.3sat.de/dynamic/s... index.html

http://www.dradio.de/dlf/sendu... lt/653079/

Ne Si
00
24.11.2009, 14:23
golf verbrauchsärmer als prius?

ich bin vor ca. einem monat den nagelneuen golf bluemotion gefahren, so wie ich ihn fahren würde und auch einen prius, beide male die gleiche strecke, und hatte beim golf ca 1,7 liter mehr verbrauch. das beeindruckende beim prius ist, dass er durch die bauart noch mehr dazu animiert sparsam zu fahren, wie gesagt sparsam, nicht langsam, denn einen 60er dahingleiten und nur mit e-motor ist kein problem. und der dieselpreis wird bei stabilisierung der wirtschaft wieder rauf gehen, und die servicekosten für einen diesel sind nun einmal höher. meine kaufentscheidung war damit klar für prius - mit solardach.

moho79
00
23.11.2009, 15:24
@chinpokomons

Nur der neue VW Polo ist sparsamer als der Prius, allerdings bei entschieden weniger Gewicht und Platz.
Diesel und Benziner sind außerdem zwei verschiedene Paar Schuhe: Der Diesel hat einen höheren Brennwert und ist daher von Haus aus "sparsamer" in Liter/km, aber weniger beim CO2 Ausstoß. Das Hauptproblem beim Diesel ist sind allerdings die Stickoxidemmissionen, welche für den Menschen viel schädlicher sind als der geringe Unterschied an CO2 Emissionen zwischen Benzin und Diesel.

Zaungast8
 
00
23.11.2009, 17:06
Gewicht ...

ein Interessantes Thema. Der Prius schaffts das Leergewicht der Golfklasse mit einer Zuladung < Polo & Co zu kombinieren.
Was den Innenraum anlangt sollt ich mal in eine Taxifahrt investieren. Bin interessiert wie man hinten die Birne unter der abfallenden Dachlinie unterbringt.

Parkschwein
00
23.11.2009, 15:17

"soweit ich weiß, ist ein golf diesel sparsamer als ein toyota prius."
ein prius fährt auch mit BENZIN.

Zaungast8
 
00
23.11.2009, 12:24
blöde Idee:

Wenn man sich den Prius so anschaut, deuten seine vielbeschimpfte Karosserieform und die zarte Bereifung auf das Bemühen hin, die Fahrwiderstände möglichst klein zu halten. Wahrscheinlich um die Antriebstechnik gut ausschauen zu lassen.

Mich tät wirklich interessieren, was ein Prius mit konventioneller Dieselantriebstechnik zammbringt.

luke skywalker
00
23.11.2009, 12:19
Da hilft nur eins: selber ausprobieren !!


Mikroemulsion angerührt und hinein in den Tank.

werwolfi
13
23.11.2009, 00:57

solange förderungen (wie etwa in Ö geschehen) nur dran geknüpft sind, dass ein auto "hybrid" ist und nicht, welchen verbrauch und CO2-footprint es tatsächlich hat, wird sich das bestimmt nicht so schnell ändern...

Dante Alighieri
00
26.11.2009, 01:48

Volle Zustimmung! Leider fehlt der Politik da wie so oft der Hausverstand. Man hat hierzulande wohl zu viel Angst vor den deutschen Monsterherstellern und ihren Zulieferern.

Blutarsky
00
23.11.2009, 08:33
Gefördert

Wird die Technologie die einspart. Wenn das Auto ohne Hybrid fahren würde wären die Emissionen viel höher...

Dante Alighieri
00
26.11.2009, 01:47

Das ist aber dumm da man damit große/schwere Hybrid-Autos fördert, statt kleine/leichte Hybrid-Autos.

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