Nordafrikanische Nachwehen

20. November 2009, 18:24
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    foto: ap

    Demonstranten bedrängen in Kairo einen Polizeikordon.

Streit nach dem 1:0 von Algerien gegen Ägypten eskaliert - Tausende Ägypter belagerten algerische Boschaft in Kairo

Kairo - Hunderte aufgebrachte ägyptische Fußballfans marschierten in der Nacht zum Freitag gegen die algerische Botschaft in einem noblen Wohnquartier im Zentrum von Kairo. Sie skandierten "Gott ist groß", warfen Steine, verbrannten algerische Fahnen und stießen mehrere Autos um. Die Polizei hielt die Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas vom Botschaftsgelände fern.

Das war die vorläufig letzte Episode in dem Kleinkleinkrieg nach dem Muster "Auge um Auge, Zahn und Zahn" zwischen den beiden nordafrikanischen Staaten, der mit dem Schlusspfiff in Khartoum nach dem 1:0 -Sieg der Algerier am Mittwoch nicht zu Ende gegangen ist. Er hat alte Wunden aufgerissen.

1989 hatten die Ägypter die Algerier aus dem Rennen geworfen, danach kam es zu Tumulten, bei denen ein ägyptischer Sportfunktionär schwer verletzt wurde. Angefangen hatte diesmal alles mehrere Wochen vor dem ersten Entscheidungsspiel in Kairo mit wüsten Beschimpfungen in den Medien beider Länder, die teilweise suggerierten, es handle sich nicht um ein Spiel, sondern um Krieg.

Aus den verbalen Attacken wurde blutiger Ernst, als ägyptische Hooligans den algerischen Mannschaftsbus in Kairo mit Steinen bewarfen. Drei Spieler wurden verletzt, zwei von ihnen traten mit Verbänden am Kopf zum Duell an. Diesen Zwischenfall, der von der Fifa untersucht wird, spielen die Ägypter herunter. Sie rücken die tätlichen Angriffe der algerischen Fans in den Vordergrund, zum Beispiel nach dem Spiel in Khartoum. "Terror im Sudan", titelte am Freitag eine Zeitung. 21 Ägypter sollen verletzt worden sein.

In den Vortagen war es in Algier zudem zu Vandalenakten gegen Niederlassungen des ägyptischen Mobiltelefonbetreibers Djeezy gekommen. Die Schäden wurden von der Muttergesellschaft Orascom auf fünf Millionen Dollar geschätzt. Die Regierung in Kairo hat jetzt ihren Botschafter zu Konsultationen aus Algerien zurückberufen und angekündigt, dass es seine Mitgliedschaft in der Union der nordafrikanischen Fußballföderation suspendiert. Der Kick hat zu diplomatischen Verstimmung zwischen zwei Ländern geführt, die eigentlich gute Beziehungen haben.

Die Hysterie vor den beiden Entscheidungsspielen um die Teilnahme an der WM 2010 war ausufernd. Die Ägypter, mehrfacher Afrikameister, sind extrem fußballverrückt. Die Emotionen sind wohl auch ein Ventil für die Frustration über einen beschwerlichen Alltag und sie erzeugen einen Nationalstolz in einem Land, das mit seiner politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sonst nicht gerade glänzen kann. (Astrid Frefel aus Kairo - DER STANDARD PRINTAUSGABE 21.11. 2009)

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K R
20
21.11.2009, 16:40
"Die Emotionen sind wohl auch ein Ventil für die Frustration über einen beschwerlichen Alltag und sie erzeugen einen Nationalstolz in einem Land, das mit seiner politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sonst nicht gerade glänzen kann."


das ist in europa nicht anders

uni versalis
00
24.11.2009, 00:49
das ist in europa ganz anders.

bitte ein wenig denken, danke.

K R
00
24.11.2009, 02:51
eben ... punkt für punkt identisch

Cordylus Cataphractus Violaceus
11
21.11.2009, 13:14

Also wenn das mit dem algerischen Mannschaftsbus stimmen sollte, sollte die FIFA Ägypten für die WM-Quali für 2014 sperren. Vlt checken's dann ein paar, dass Fanatismus nichts gutes ist...

poerney
00
21.11.2009, 15:17

Denke schon, dass das stimmt. Da gibt's doch sogar einige Videoaufnahmen, wenn ich mich nicht täusche.

Captain Smoker
00
20.11.2009, 22:48

Ich stelle mir gerade vor was wohl passiert wäre wenn in diesem Spiel dem entscheidenden Tor auch ein Handspiel vorausgegangen wäre...

Vollmilch
00
20.11.2009, 19:33

Friede sei mit euch.

DesmondTutu
 
00
20.11.2009, 19:30

Ziemlich gute Verlierer diese Ägypter!

Schwatzwutz
 
70
20.11.2009, 18:34

mit ein paar bananen lassen sie sich vielleicht rauslocken!

nemo sander
03
20.11.2009, 23:11
du sollst nicht von dir auf andere schließen

11. gebot

Hans Müller1
 
01
20.11.2009, 18:01
Da hat die völkerverständigende Funktion des Fussballs wieder voll zugeschlagen

riesenkalmar
411
20.11.2009, 14:22
manche gesellschaften ..

... sind auch im 21. jahrhundert noch als recht verhaltensoriginell zu bezeichnen.
unglaublich!

Anarchon
00
1.12.2009, 20:28
Stimmt.

Aber für diese Erkenntnis reicht ein Besuch beim Wirtshaus um die Ecke ...

I pocks net
 
00
22.11.2009, 16:02

Hätt' ich einen Panzer daheim stehen, wäre ich nach dem 1:5 auch in Spanien einmaschiert. Aber so habe ich eben nur auf den "off"-Knopf auf der Fernbedienung gedrückt.

Walter Fend
00
24.11.2009, 14:05
Wieso in Spanien einmarschieren?

Wieso in Spanien einmarschieren und nicht den ÖFB zsammpusten?

Anarchon
00
1.12.2009, 20:24

Wahrscheinlich wegen dem guten Fußball dort ...

objektiv?!
12
21.11.2009, 09:41

das kann man von unserer gesellschaft auch behaupten

united1
00
21.11.2009, 03:47

schimpfens net so über österreich

Dante Alighieri
41
21.11.2009, 00:03

Zum Beispiel Gesellschaften in denen die Polizei ungestraft Ausländer umbringen darf? In denen Hetze zum Alltag gehört?

Etchno
00
23.11.2009, 15:08

sie hetzen auch bei jeder gelegenheit, die ihnen das forum bietet - gegen österreich.

cuba libre2
13
21.11.2009, 14:35
hetzer

du hetzt sogar im sportposting........ unglaublich

-_-
31
20.11.2009, 20:37
naja, diese Menschen leben

wohl eher wie im 15 Jhd., als wie im 21. Jahrhundert ...

Olivier Merle
00
21.11.2009, 13:08

"als wie" -> bravo

pike bishop
01
21.11.2009, 06:05

ich denke, Sie tun dem 15. Jh. schwer unrecht und glauben an den linealen Fortschritt.

johngillis
01
20.11.2009, 22:53

...kippten mehrere autos um
im 15. jhd?!

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