Gesetz zu Zwangs-DNA-Test für Diktaturopfer beschlossen

19. November 2009, 21:28

Während der Militärdiktatur geraubte Babys sollen identifiziert werden

Buenos Aires - Der argentinische Senat hat am Donnerstag ein Gesetz über die Pflicht zu DNA-Analysen bei mutmaßlichen Opfern der Militärdiktatur (1976 bis 1983) verabschiedet. Die Maßnahme soll dazu dienen, Menschen zu identifizieren, die in der Juntazeit als Babys ihren Müttern geraubt und regimetreuen Familien zur "Adoption" übergeben wurden.

Wer sich nicht freiwillig einem DNA-Test mit Blutentnahme unterzieht, muss dem Gesetz zufolge akzeptieren, dass ihm zum Zweck der Analyse Haare, die Zahnbürste oder Unterwäsche abgenommen werden. Mit der auf Geheiß von Richtern angeordneten Methode konnte bereits in neun Fällen die wahre Identität von Menschen nachgewiesen werden, die eine Blutentnahme abgelehnt hatten.

Fünfhundert gestohlene Kinder

Dem von der Regierung in Abstimmung mit Menschenrechtsorganisationen eingebrachten Gesetzentwurf stimmte auch die Opposition zu. Von den schätzungsweise 500 gestohlenen Babys haben bisher 98 mit Hilfe der Opferorganisation Großmütter der Plaza de Mayo ihre wirkliche Herkunft feststellen können.

In den 1980er Jahren wurden in Argentinien Armee- und Polizeiangehörige, die während der Diktatur Menschenrechtsverbrechen begangen hatten, amnestiert. Unter der Präsidentschaft des Linksperonisten Nestor Kirchner zwischen 2003 und 2007 wurde die Straffreiheit aufgehoben, zahlreiche ranghohe Verantwortliche der Militärjunta kamen vor Gericht. Unter der derzeitigen Staatschefin Cristina Kirchner, die ihren Mann im Präsidentenamt beerbte, wurde diese Politik fortgesetzt. Während der Militärdiktatur wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen etwa 30.000 Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet oder verschwanden spurlos. (APA)

Ernst Guevara
00
20.11.2009, 08:36
ein gutes buch zum thema

Mein Name ist Luz
http://tinyurl.com/yc7gh3k
es zeigt auch die verschiedenen blickwinkel, also opfer und täter.

wider den rechten Kanaillen
05
20.11.2009, 05:02
Mindestens eines der Kinder haben die Herausgeber der grössten Zeitung "El Clarin" erhalten.

Schwangere Oppositionelle wurden ja nicht einfach gefoltert und umgebracht - das wäre ja einer Abtreibung nahe gekommen. Sie "durften" das Kinder vorher austragen und wurden dann umgebracht.

Die Kinder haben "verdiente" Militärs und Industrielle bekommen. U. a. mind. ein Kind die Herausgeber der grössten Zeitung "El Clarin".

El Clarin ist seit langem dafür bekannt, dass sie dafür plädiert, man möge die Vergangenheit ruhen lassen und sich versöhnen.

Warum wohl?

Die Medien in Lateinamerika und ihre Rolle bei den Militärdiktaturen. Ob nun El Clarin in Argentinien, El Mercurio in Chile, O Globo in Brasilien, El Universal und Globovision in Venezuela.
Übrigens alles Medien, die die Meinungsfreiheit durch die Linksregierungen in Gefa

zimbo
 
10
20.11.2009, 09:10
Trotzdem ist der Zwang zum Gentest unangebracht.

Argentinien hat sich kaum verändert.

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