Zwanghaft freiwillig nach Kasachstan

19. November 2009 18:19
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    Foto: apa/gert eggenberger

    Wie Vladimir Y. haben sich einige Asylwerber, die vom umstrittenen Asylheim auf der Saualm geflüchtet waren, zur freiwilligen Rückkehr in die Heimat entschlossen.

Ein Saualm-Flüchtling wollte freiwillig zurückkehren - Einen Kurs, der ihm eine neue Existenz ermöglichen sollte, durfte er nicht mehr beenden

Klagenfurt - Donnerstagmorgen, Flughafen Klagenfurt. Vladimir Y. wartet, eskortiert von zwei Mitarbeiterinnen des Kärntner Flüchtlingsreferats, auf seinen Abflug nach Kasachstan. Eigentlich hatte sich der junge Mann entschlossen, "freiwillig" in sein Geburtsland zurückzukehren - der Rückkehrhilfe von 370 Euro wegen, die ihm die Republik Österreich zugesteht und die ihm eine kleine Starthilfe in seiner fremd gewordenen Heimat werden soll. Vor zwölf Jahren musste er von dort mit seiner Mutter flüchten, nachdem der Vater in politischen Wirren unter nie geklärten Umständen erschossen worden war.

Vladimir, der 2008 auf die berüchtigte Saualm geschickt wurde, von der er später mit 17 weiteren "mutmaßlich kriminellen" Asylwerbern flüchtete, ist dennoch nicht freiwillig am Flughafen. Eigentlich wollte er am Klagenfurter Wifi seinen Schweißerkurs mit einem Prüfungszertifikat abschließen. Das wäre in zehn Tagen gewesen. Doch diese Frist wollte der Kärntner Flüchtlingsreferent und Integrationsbeauftragte Gernot Steiner nicht mehr zugestehen, denn Vladimirs Asylantrag ist negativ. Den Kurs wie auch seine Lebenskosten hatte ihm die Familie G. finanziert, bei der der Saualm-Flüchtling gestrandet war, nachdem ihm das Land Kärnten die Grundversorgung gestrichen hatte.

Bischof und Landes-Chef

Frau G. begleitet Y. bis zur Abfertigungshalle. Sie hat auch auf eigene Kosten Kontakte in Kasachstan geknüpft, damit der junge Mann dort nicht völlig allein dasteht. Auch Angelika Hödl und die Ordensfrau Schwester Andreas vom Aktionskomitee, das sich um die Saualm-Flüchtlinge kümmert, sind da. "Diese Härte Rückkehrwilligen und den Familien gegenüber, die sie auf eigene Kosten betreuen, ist nicht nachvollziehbar", meint Hödl. Das Aktionskomitee hat versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit Vladimir seinen Schweißerkurs beenden kann, und wurde auch bei Landeshauptmann Gerhard Dörfler, Bischof Alois Schwarz und dem Klagenfurter Fremdenpolizeichef Josef Plassnik vorstellig - vergeblich. Dabei hat Vladimir Y. seinen Asylbescheid nie erhalten. Der wurde nämlich auf die Saualm zugestellt. Y. saß damals eine Verwaltungsstrafe ab: wegen Trunkenheit am Fahrrad (er konnte die Strafe nicht bezahlen).

Flüchtlingsreferent Gernot Steiner verteidigt die "zwangsweise freiwillige" Rückführung. Y.s Asylantrag sei rechtskräftig abgelehnt, von Rechts wegen hätte Y. seit August 2009 jederzeit abgeschoben werden können und wäre dann ohne Rückkehrhilfe dagestanden. Er habe ohnehin wegen einer Hepatitis-C-Behandlung Aufschub gewährt. Steiner: "Der Asylwerber hat sich durch seinen Kurs am Wifi selbst als Wirtschaftsflüchtling deklariert. Ich muss mich ans Asylgesetz halten." Als Vladimir in der Flughafen-Sicherheitsschleuse verschwindet, weint Schwester Andreas: "Unser Fremdenrecht erzieht die Österreicher leider zur Verrohung." (Elisabeth Steiner, DER STANDARD Printausgabe, 20.11.2009)

Kommentar posten
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cantanto
15.12.2009 12:23
Sind die Nazis heute im Forum unterwegs?

Nachdem alle auch nur halbwegs normalen Posts mit Rot vollgestrichelt werden.

K R
28.11.2009 01:11
ich sage soetwas eigentlich sehr ungern,

aber ich wünsche dem schreibtischwiederholungstäter steiner die pest an den hals

mit soviel zynischer herzlosigkeit hätte der mann vor 70 jahren eine große karriere gemacht.

cantanto
15.12.2009 12:07
mit soviel zynischer herzlosigkeit hätte der mann vor 70 jahren eine große karriere gemacht.

Offensichtlich macht er auch heute eine ordentliche Karriere in unserm Land.

Es ist tragisch was hier abgeht. Wo kann das Problem liegen in diesem Fall - denn offensichtlich kommt die Familie G, die ich gut kenne, für seine Lebenskosten auf, somit hängt er "dem Staat" auch nicht am Börsel - außer in einer schwer und tief verwurzelten faschistoiden Grundhaltung in diesem Land - und vor allem in Kärnten.

ich frage mich immer, wie diese Personen mit ihrem Gewissen leben können. Aber wahrscheinlich sind das alles schon Gefühlszombis, die sich nur mehr spüren, wenn sie Brutalitäten gegenüber Schwächeren ausleben.

SCHANDE ÜBER SIE!

mwschumann
29.11.2009 22:28
Stimmt die Zeiten haben sich geändert…

…Herzlosigkeit ist out und Nächstenliebe muss wieder Vorrang haben:

http://www.agenda2020.at/a20_migul... /index.php

xerxes0001
22.11.2009 11:34
Danke an das Aktionskomitee

Das Aktionskomitee für mehr Menschlichkeit und Toleranz in Kärnten und ähnliche Einrichtungen gilt mein Dank dafür, dass sie mit ihrer Arbeit einen Teil der menschenerachtenden Politik der aktuellen Kärntner Landesregierung wieder gutmachen und so das Image Kärntens nicht ganz in den Keller gerät.

Kärntner sind gastfreundlich und mitfühlend, wir haben nur eine unmenschliche Regierung, die sich die Schwächsten, wie die Asylanten, als Feinbild aufbaut, um sich mit den Appell an niedrigste Instinkte politisch zu erhöhen.

Hier wird Hass gesät, die Ernte zu verhindern ist die Aufgabe des menschlichen Parts der Kärntner Bevölkerung.

Belacqua
21.11.2009 13:31

Schreibtischtäter

Covermodel - 30er Jahre Schnitt
21.11.2009 09:44
Bravo! Wir haben dem Manne eine Ausbildung

ermöglicht mit der er in seiner Heimat ein prächtiges Auskommen haben wird.

Da ist man gerne stolz auf sein Land!

suboptimal
 
21.11.2009 19:13
WIR nicht,

das waren ein paar Privatmenschen auf ihre eigenen Kosten, WIR können stolz auf diese private Initiative sein.

Covermodel - 30er Jahre Schnitt
21.11.2009 21:29
Auch darauf bin ich stolz.

Unser schönes Land und seine grosszügigen Bewohner haben schon oft bewiesen, dass sie ein grosses Herz haben.

Auch und gerade beim Fremden in Not!

Subari
20.11.2009 18:11
Zogaj-Effekt

Man erinnere sich an Innenminister Platters Entgegenkommen, Arigona und ihr Mutter bis zum Ende des Schuljahrs nicht abzuschieben.
Das hat zu Selbstmordversuchen, illegaler Einreise weiterer Familienmitglieder, weiteren Asylanträgen, Psychiatrieaufenthalten und Anschüttungen durch die Helfer geführt.
Man darf sich nicht wundern, dass solche Zugeständnisse nicht mehr gemacht werden.

cantanto
15.12.2009 12:11
So ein Unsinn, den Sie hier verzapfen.

Ist sich in diesem Land irgendwer bewusst, dass wir DRINGEND Einwanderer brachen, da unser gesamtes Sozialsystem sonst sehr bald kollabiert?

Natürlich gibt es immer auch schwarze Schafe, eine integrierte Familie abzuschieben oder jemanden nicht noch 10 Tage zu geben, um seine Ausbildung abzuschließen ist nicht nur absurd sondern schadet uns allen.

Woher nehmen wir eigentlich die Arroganz zu behaupten, dass uns dieses Land gehört? Haben wir es erschaffen, gebaut etc.?

Das einzige, das mich immer beruhigt ist, dass das Totenhemd keine Säckel hat. Und somit auch der Herr Steiner und die ganze Nazibrut in Kärnten NICHTS von ihren Aktionen haben wird, außer einen Fahrt in die Hölle....

DirtyHarry
21.11.2009 18:30


hoffentlich werden solche zugeständnisse tatsächlich nicht mehr gemacht, rasche umsetzung der gesetze und umsetzung der heimreise, das sollte das ziel sein

problem-import:
http://www.bild.de/BILD/news... t-tot.html

cantanto
15.12.2009 12:21
welch geistes Kind Sie sind, zeigt, dass Sie die "Bild" zitieren!

hamstertier
21.11.2009 01:34
an subari

dieser fall liegt vollkommen anders. der mann wollte sowieso die EUR 370.-(! - dieses "angebot" ist, nebenbei bemerkt, eine frechheit) nehmen und nach hause fahren.
das kann man drehen und wenden, wie man will, diese handlungsweise der kärntner behörden ist und bleibt indiskutabel.

Subari
22.11.2009 12:51

Der Mann wurde aus Österreich ausgeweisen, er wäre seit August zur unverzüglichen Ausreise verpflichtet gewesen.
Durch eine Intervention in letzter Minute haben die Helfer versucht, die Abschiebung zu vehindern, wahrscheinlich nicht zum ersten Mal.
Ob der Mann tatsächlich 10 Tage später freiwillig ausgereist wäre, das ist reine Spekulation.
Die Erfahrungen der Behörde mit der Ausreisebereitschaft solcher Klienten sind eher gemischt.

hamstertier
23.11.2009 21:01
an subari

na ich glaub, das hätte man ruhig riskieren können.

mwschumann
20.11.2009 16:19
@hamstertier & alle anderen, die dies eine Schande finden !

Vladimir ist nur eines von wenigen Beispielen. Beispiele wie der Österreichische Staat mit Menschen und ihren Menschenrechten bzw. Ausländerrechten umgeht.
Denn die Menschen sind leider vor dem Gesetz eben nicht alle gleich. – Traurig aber alltägliche Wahrheit.

Zum Thema Änderung im Asylgesetz, kann ich euch erfreulicherweise darauf aufmerksam machen, dass soetwas derzeit gerade im entstehen begriffen ist.

Anbei ein Link zu einer Online-Petition zum Thema Migration.

http://www.agenda2020.at/a20_migulist/

spezies
 
20.11.2009 23:43
Danke

als Österreicherin mit Migrationshintergrund der 5. Generation unterschreiben ich und meine Familie diese Petition gerne. Wir sehen es als Pflicht, dies zu tun.

mwschumann
21.11.2009 18:37
Danke euch

Erstmals danke an euch.

Aus welchem Land ist eure Familie damals, also vor ca. 100 Jahren, wenn du von 5 Generationen sprichst, zugewandert?

Auch wenn dies vielleicht weit hergeholt ist, aber falls du oder diene Familienmitglieder noch über Sprachkenntnisse eures ‘Ursprungslandes’ verfügt, würde ich euch auch gerne bitten einmal einen Blick in das zur Pettition zugehörige Forum (http://www.agenda2020.at/a20_phpbb... 433#p3433) zu werfen.
Dort ist man nämlich gerade auf der Suche nach Personen, welche den Petitionstext in andere als die Deutsche Sprache übersetzen möchten.

Denn Sprachen sind das Tor zur Welt - und hoffentlich einem friedlichem miteinander!

Madame Haram
22.11.2009 16:27
"Denn Sprachen sind das Tor zur Welt - und hoffentlich einem friedlichem miteinander!"

Trotzdem hättet Ihr es mit Eurer Petition jetzt leichter, wenn sich wirklich alle Menschen mit Migrationshintergrund dazu herablassen könnten, neben ihrer Muttersprache selbstverständlich auch die hiesige Landessprache zu erlernen ;-)

mwschumann
23.11.2009 05:35
Sprachenvielfalt

Es geht hier nicht ums ‘herablassen’ eine Sprache zu erlernen. Meiner Meinung nach ist keine Sprache 'besser' als eine andere.
Natürlich gibt's wie überall auch unter Migranten Personen, welche die Sprache erlernen wollen und welche die halt einfach nicht wollen.

Grundsätzlich geht's darum auch Migranten mit wenig/schlechten Deutschkenntnissen den Inhalt dieser Petition verständlich zu machen und deshalb versuchen wir sie in andere Sprachen zu übersetzen.
Es sind sowieso schon alle ohne Internetanschluss von der Teilnahme ausgeschlossen, was wiederum besonders unter den nicht so einkommensstarken Migranten viele betrifft.

Madame Haram
27.11.2009 19:48
Es geht nicht um besser oder schlechter. Aber es ist wohl kaum zu bestreiten, dass es ungemein förderlich für das Miteinander in einer Gesellschaft ist, wenn es eine gemeinsame Sprache gibt

(man sieht es ja auch bei dieser Petition: Leute wie Sie reißen sich den A**** für Migranten auf - und viele der Zielgruppe kriegen davon noch nicht einmal etwas mit, weil sie kein Deutsch verstehen und/oder abgeschottet in ihren Parallelgesellschaften leben). Und da bietet sich nun mal die jeweilige Landessprache an.

Abgesehen davon: wie engstirnig und respektlos muss man sein, wenn man in ein Land einwandert und noch nicht einmal die Sprache erlernen möchte? Und warum finden das so viele Linke im Falle der hiesigen Migranten "total normal", während sie ein ebensolches Verhalten von Österreichern im Ausland schändlich finden würden?

mwschumann
28.11.2009 02:59
Eigentlich ist es für Österreich ja wirklich beschämend,...

dass sich Studenten dazu bereit erklären müssen, um Asylwerber/innen freiwillig und unentgeltlich Deutschunterricht anzubieten (http://www.verein-vobis.com/node/3). Denn gefördert wird soetwas – zumindes in Kärnten – nicht wirklich.

Sprache ist zweifellos der Weg zu Integration und Vermeidung von Ausgrenzung und Abschottung.

Und wenn sich die ‘Gestrandeten’ nicht selbst abschotten, dann sorgen wir schon dafür. Wie viel die ‘Fremden’ dem Lande Kärnten Wert sind, zeigt folgender relitätsnah-schockierender unlängst erschienener Artikel:
http://www.falter.at/web/print... hp?id=1044

Unter solchen Umständen ist es einem wohl schwer möglich sich in eine Gesellschaft, die einen sowieso nicht haben will, zu integrieren.

mwschumann
28.11.2009 02:40
Und genau für solche Aktionen...

um Personen, welche kaum der Landessprache mächtig, braucht man bereits gut integrierte, offene und kooperative Personen, welche sowohl der Deutschen als auch ihrer Muttersprache mächtig sind.
Sie zeigen durch freiwillige Übersetzung somit von ihrer Seite aus den Willen zur friedlichen, gemeinsamen Koexistenz.

Die Petition (http://www.agenda2020.at/a20_migulist) ziehlt ja grundsätzlich auf eine allgemeine Änderung des Asylgesetzes zur Verbesserung der Situation von Migrant(inn)en und Asylwerber/innen ab, was in weiterer Folge hoffentlich auch zu einer Steigerung der Wahrnehmung der Bedeutung von Integration/Offenheit in der Bevölkerung & einer Vermehrung (der finanziellen Förderung) von Kursen und Schulungen zum Spracherwerb führen wird.

hamstertier
20.11.2009 15:43
auch bleibt mir verschlossen,

warum man einen jungen mann, der vor abschluß einer schweißerausbildung steht, abschieben will.
ich dachte, ö braucht ausgebildete facharbeiter?

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