Nachgefragt

"Vollkommen unrealistisch, über Kärnten drüberzufahren"

20. November 2009 14:51
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    Foto: vp kaernten

    Stephan Tauschitz sieht sich als Demokraten.

Der Kärntner VP-Klubchef Tauschitz wehrt sich gegen das neue Volksgruppengesetz

Nicht nur das Kärntner BZÖ, auch die ÖVP fürchtet die Auswirkungen durch ein neues Volksgruppengesetz, das eine Expertengruppe ausarbeitet und das im Rahmen einer Enquete Anfang Dezember vorgestellt werden soll. Es sieht beispielsweise vor, dass zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden, wenn die Minderheit einen Anteil von zehn Prozent in der Gemeindebevölkerung hat. Stephan Tauschitz, Klubobmann des Kärnter ÖVP-Landtagsklubs, wehrt sich dagegen, von Außen etwas verordnet zu bekommen und beschwert sich, dass mit Kärnten niemand geredet habe. Gegen die zweisprachigen Ortstafeln hat er nichts, "wenn sie akzeptiert sind und gemeinsam vereinbart sind". Warum es unrealistisch sei "über Kärnten drüberzufahren", erklärte er Marijana Miljkovic.

***

derStandard.at: Sie haben sich gegen die Novelle des Volksgruppengesetzes geäußert. Warum?

Tauschitz: Aus mehreren Gründen. A, weil er zu weitreichend ist, B, mit uns nicht abgesprochen ist, und C, schlicht und ergreifend nicht die Art und Weise an den Tag legt, die realistische Chance auf Lösung hat.

derStandard.at: Was ist das zu weit Reichende für Sie?

Tauschitz: Zehn Prozent auf Basis einer alten Volkszählung, die eine Umgangssprachenerhebung war, also nicht ernst zu nehmen ist, bedeutet zweisprachige Ortstafeln, Gebäudeaufschriften, Ortschaftsbezeichnungen, Amtssprache, und, und, und. Das ist mit uns nicht abgesprochen, uns hat niemand gefragt. Das ist der falsche Weg, wenn man ernsthaft an einem Konsens interessiert ist. Wenn man eine Lösung des Problems will, muss man das auch ernsthaft angehen. Da setzten sich Leute zusammen und versuchen etwas von außen zu lösen, das man innen viel besser kann. Wir waren schon viel weiter.

derStandard.at: Haben Sie ein Problem mit zweisprachigen Ortstafeln?

Tauschitz: Ich habe nichts gegen zweisprachige Ortstafeln, wenn sie akzeptiert sind und gemeinsam vereinbart sind. Ich erinnere daran, dass wir unter Wolfgang Schüssel einen Konsens hatten, der von allen getragen wurde. (Das "Haider-Schüssel-Papier" aus dem Jahr 2006 sah die Aufstellung von insgesamt 141 zweisprachigen Ortstafeln vor, Anm.) Ich bitte einfach alle Beteiligten, sich an die Regeln zu halten.

derStandard.at: In der Expertengruppe, die in Sachen Volksgruppengesetz berät, ist mit Heinrich Neisser auch die ÖVP involviert. Wieso diese Abweichung?

Tauschitz: Der Herr Neisser hat bei mir nicht angerufen. Tschuldigung, aber das ist nun mal so, dass die ÖVP föderalistisch organisiert ist. Wir stehen zum Subsidiaritätsprinzip. Ich richte den Niederösterreichern auch nichts aus. Wenn ein Politiker über Kärntner Probleme spricht, dann erwarte ich mir, dass er sich auch mit Kärnten in Verbindung setzt, ÖVP hin oder her. Es ist vollkommen unrealistisch, über Kärnten drüberzufahren. Wir leben in einer Demokratie. Ich verstehe nicht, dass man immer wieder ohne Einbindung des Landes Kärnten selber Vorstöße macht.

derStandard.at: Es macht den Anschein als würde die ÖVP auf der BZÖ-Welle gegen Ortstafeln mitschwimmen.

Tauschitz: Wir haben eine sehr klare sicht der Dinge und wir schwimmen überhaupt nicht mit. Das ist überhaupt nicht notwendig. Fast jeder zweite Kärntner hat für das BZÖ gestimmt. Ich bin ein Demokrat und ich akzeptiere demokratische Ergebnisse. Es hat keinen Sinn zu lamentieren: das BZÖ macht, das BZÖ tut. Das BZÖ kann tun, was es will. Der Wähler entscheidet. Ich weiß, was ich für die ÖVP tun will. Die ÖVP ist die letzte Partei, die diesen Konflikt anheizt oder die daraus Kapital schlagen will. Und wir sind die letzte Partei, die irgendwelchen überzogenen Forderungen nachgibt. (Marijana Miljkovic, derStandard.at, 20. November 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 573
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Pro Freistaat Kärnten!
 
11.12.2009 12:13
Aber Drüberfahren

über Minderheiten, das ist in Ordnung.

numeris
11.12.2009 23:02
Drübergefahren

ist nur der Vuk - über die nichtvorhandene Ortstafel.

the photographer
06.12.2009 16:56
Der Herr Tauschitz...

...ignoriert an ihn gestellte Anfragen, E-mails und sitzt sie einfach aus. Seine E-mail-Adresse ist offensichtlich ein toter Briefkasten?
Vertritt der Herr nur die Absätze seiner Schuhe? Das nennt sich dann BÜRGERNÄHE. Wenn er "seinen" LANDHAUSHOF - ein gutes Gasthaus in der Klagenfurter Innenstadt - betritt, dann pflegt er die Anwesenden als Volksvertreter nicht einmal zu grüßen.
So viel zum DRÜBERFAHREN.

hot doc
30.11.2009 15:59
man sollte es auf eine volksabstimmung 2.0 ankommen lassen:

verbleibt kärnten in österreich, oder gründet es einen eigenen kleinstaat?

findet ersteres eine mehrheit, wird damit ein für alle mal klargestellt, dass da unten niemand mehr sein eigenes (braunes) süppchen kochen darf.

ausserdem sollte die verfassung dahingehend geändert werden, dass landesregierungen, die keine budgetäre disziplin einhalten, unter bundeskuratel gestellt werden - nur damit uns kein zweites mal passiert, was der paranormale phaetonraser aufführte.

Wilhelm Guschlbauer
10.12.2009 20:10
Drüberfahren

Herr Tauschnitz weiss anscheinend nicht dass in der k&k Monarschie Kärnten mir Görz und der Kraina sozusagen u. a. liefen .... Nur net goschert werden.

luke90
30.11.2009 15:14

Grasser 2.0 unrasiert?

potz
29.11.2009 23:30

leute es ist ja einfach: entweder ihr seids in österreich dabei, dann gilt halt die verfassung. oder eben nicht. dann gibts aber auch keine knoedel aus dem norden.

eure entscheidung.

tschriarsche
 
30.11.2009 14:53
Hört sich nicht schlecht an.

Liebe Slowener. Entweder ihr seids in Österreich mit dabei, oder es gibt auch keine Knödel in die Förderungsfüttertröge ! Oder haben Sie das anders gemeint ?

03.12.2009 15:08
Förderungströge

Wer genau wird wie gefördert in Kärnten??? Oder war das doch eher Korruption und Diebstahl an den Steuerzahlern? Na, Herr Crise...

Kralj Matjaz
01.12.2009 15:09
quod demonstrandum erat....

...dass der Slowene (also nicht Slowener??) der bessere Germanist ist, als ein Orange Utnigg....

Schöne Grüße an meine Frau!
29.11.2009 18:41
Die Hoffnung stirbt zuletzt!



Landesbudget im am Boden, Klagenfurt am Boden, Hypo vor dem Aus, LKH-Neubau ein finanzielles Desaster, GKK, Sportstadion in Klagendorf ein Fass ohne Boden...

wer speibt mit?
25.11.2009 13:33
"wir schwimmen überhaupt nicht mit". Dann soll der Herr Tauschitz erklären,

wieso dem Landesparteivorsitzendem der Kärntner ÖVP in seiner Funktion als Vorstand des Aufsichtsrats der Kärntner Landesholding AG bei der Betrachtung der Hypo-Machenschafen so lange nichts aufgefallen ist.

Folgend seinen Aussagen scheint Hr. Martinz gewußt zu haben, dass "das Land riesige Haftungen für die Hypo übernommen" hat, was "schon große Verpflichtungen" mit sich bringt. Phu. Nun, vielleicht hätte man erwarten können, er schaut ab und zu mal rein in die Geschäfte?

Aber Nichts für ungut, laut seinem Lebenslauf ist der begeisterte Reisende und Sportler Martinz von Sternzeichen ein Wasserman, mag Tina Turner und die Farbe Grün, und isst am Liebsten Spaghetti. Von seiner Frau Sabine. Also alles Eitel Wonne.

msm
29.11.2009 10:12
Kurzzeitgedächtnis?

Was von Politikern, egal welches Coleur, in wirtschaftlichen Fragen zu halten ist, haben
nicht nur in Kärnten, in ganz Österreich, diese Damen/Herren schon hinlänglichst bewiesen.
Auch das BZÖ bildet hierbei keine Ausnahme!
Mich wundert nur, daß so gerne übersehen wird,
daß sich dieser Verein, ursprünglich -Erzrot-, von
allen im Landtag vertretenen Parteien dorthin gebracht wurde, wo er sich zZt. befindet....

http://www.hypo-alpe-adria.de/115/de_cm... d_print/17

wer speibt mit?
30.11.2009 09:37

"Was von Politikern...zu halten ist, haben...diese Damen/Herren schon hinlänglichst bewiesen." Entschuldigt das Martinz (der übrigens, um Ihr Gedächtnis zu erfrischen, den Hypo-Verkauf an die Bayern mit Haider ohne Mittun des restlichen Aufsichtsrats in einer Nacht und Nebelaktion ausknüffelte - oder zumindest seinen Segen dazu gab)?
"so gerne übersehen wird,
daß sich dieser Verein, ursprünglich -Erzrot-, von
allen im Landtag vertretenen Parteien dorthin gebracht wurde, wo er sich zZt. befindet"
Da haben Sie recht, die Kärntner Parteienlandschaft ist mehr als kläglich. Das entschuldigt aber wiederum nicht, dass die K-ÖVP ohne Widerspruch Haiders Verprasser-Politik gutgeheißen hat - und sich dabei auch selbst bereichert hat.

msm
30.11.2009 11:29
Keine Sorge, mein Gedächtnis bedarf keiner Erfrischung...

...das Langzeitgedächtnis funktioniert, schon rein altersbedingt, ausreichend.
So ein richtiger Insider dürften Sie hingegen nicht sein, vermute ich zumindest? Die Hypo war nicht nur, ist es noch immer, eben ROT. Nicht umsonst bedauerte die ehem. SP Dame. LH Stv. Gabi Schaunig, das Verscherbeln des Tafelsilbers, anl. des Verkaufes von Hypo Anteilen an die Bayern.
Spricht ja auch nicht gerade für die Kompetenz in wirtschaftlichen Belangen, speziell in Anbetracht der momentanen Schwierigkeiten der Hypo. Womit ich wieder beim Thema bin: Alle, im Landtag vertretenen Parteien haben ihre Unfähigkeit wohl eindeutig bewiesen. Nicht nur das BZÖ, ebenso SP und VP.
In meinen Zeilen verteidige oder kritisiere ich keine Partei einseitig!

wer speibt mit?
30.11.2009 14:56

Es scheint (auch in Anbetracht Ihrer anderen Postings), Sie tun gerne so als ob sie objektiv sind (dass Gaby Schaunig eine Frau ist muss man auch nicht extra betonen, wenn Sie schon meine Kritik kritisieren). Fakt ist, das BZÖVP in der Regierung sitzen; dass der KLH Aufsichtsrat - analog zur Sitzverteilung nach dem Proporzverhältnis in der Regierung - aus BZÖ:4, ÖVP:1 und SPÖ:2 Mitgliedern besteht (wobei Martinz, wie Sie wissen, Vorsitzender und die Scheuchs seine Stellvertreter sind). Dass Martinz und Haider den Verkaufsvertrag an die Bayern am Aufsichtsrat vorbei ausverhandelt haben.

msm
30.11.2009 15:50
Diese Fakten wurden von mir ja nicht bestritten....

...ich betonte, und dies andauernd, daß es mit der wirtschaftlichen Kompetenz, -Aller im Landtag- vertretenen Parteien, nicht weit her ist, ob nun das BZÖ mit der VP mauschelt, oder mit der SP, was wir ja auch schon hatten.
Zudem verstehe ich nicht, was dies mit der momentanen Sitzverteilung zu tun hat. Der Vertrag mit den Bayern war noch Haider-Martinz Angelegenheit, daraus resultierend der Protest seitens von Gabi Schaunig. (mit i)
PS: Ich versuche zumindest, objektiv zu sein, obwohl dies bei vielen Dummheiten, spez. seitens des BZÖ schwer fällt. Aber die Dummheiten der Kritiker sind kaum besser zu ertragen, fundierte Kritik findet sich selten, meist leeres Blabla....

hot doc
25.11.2009 11:41
Kärtnten gehört politisch und budgetär unter kuratel gestellt.

es geht nicht an, dass wir anderen österreicher deren misswirtschaft bezahlen müssen - noch dazu wo damit österreichweit nicht mehrheitsfähige politische ansichten transportiert werden.

Jauntaler
25.11.2009 06:34
"Jeder Zweite hat BZÖ gewählt ..." - Herr Tauschitz auch?

?

Helmut Schmidt
24.11.2009 17:48
Kärnten zwangsversteigern!

.. idealerweise an Slowenien. Dann wird auch das mit der Zweisprachigkeit funktionieren! :-)))
... und in Österreich hört niemand mehr diese Minderleister jammern!

-Nathan-
 
24.11.2009 12:51
eine Mehrheit kann NICHT über eine ethn. Minderheit bestimmen.

debian1
24.11.2009 14:14

Können schon, aber bei uns DARF sie das schon eine Zeit lang nicht mehr!

derfalke
23.11.2009 18:59
Sollte Wien Kärnten nochmals verraten, dann

steht mehr auf dem Spiel, als nur einige Ortstafeln in Kärnten, das sollten die arroganten Dilettanten in Wien stets bedenken. Kärnten hat den Verrat von 1919 niemals vergessen.

Wenn es in Kärnten - wie schon 1972 - zu erneuten Ausschreitungen kommen sollte, dann steht auch die Solidarität und der Zusammenhalt anderer Bundesländer auf dem Spiel. Nicht nur die Bürger Kärntens, auch viele Vorarlberger und viele Tiroler sind mit den arroganten Dilettanten, die in Wien glauben, über die Bundesländer einfach drüberfahren zu können, nicht mehr einverstanden.

Wenn es in Kärnten zu einem erneuten Ortstafelsturm, also einem Volksaufstand kommen sollte, dann könnte dies der Anfang vom Ende der Republik bedeuten.

didel
12.12.2009 11:15

euch weint keiner mehr nach..., ihr seid ja nicht mal fähig einen tag alleine zu überleben, weil ihr schlicht und einfach kein geld mehr habt. aber hauptsache 100er verteilen.

Pro Freistaat Kärnten!
 
11.12.2009 12:20
Ach ja: Sollte es zu Ausschreitungen kommen,

dann wird die kriminelle Ortstafelstürmerchaotentruppe halt hinter Gitter wandern, wie das mit allen kriminellen Elementen geschieht.


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