Meeressäuger sollen zu "wissenschaftlichen Zwecken" in der Antarktis erlegt werden
Tokio - Japanische Schiffe mit Kurs Antarktis jagen bald wieder Wale, gaben Umweltschutzorganisationen am Donnerstag bekannt. Aktivisten von Greenpeace entrollten nach eigenen Angaben vor dem Fabrikschiff
"Nisshin Maru" ein Transparent mit dem "Yes We Can"-Slogan von US-Präsident
Barack Obama und forderten Japans neuen Premier Yukio Hatoyama und Obama auf,
sich für ein Ende des Walfangs einzusetzen. Die Umweltschutzgruppe hofft, dass
Hatoyama seinem Wahlversprechen, Verschwendung von Steuergeldern zu bekämpfen,
nachkommt und den sogenannten "wissenschaftlichen" Walfang einstellt.
"Die neue japanische Regierung hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Das ist
peinlich, denn wer ein Lippenbekenntnis gegen die Verschwendung von
Steuergeldern und für das Aufbrechen ultranationaler Seilschaften abgibt, kommt
am Walfang nicht vorbei", kommentierte Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace
den Beginn der antarktischen Fangsaison. Die Umweltschutzgruppe hegt die
Hoffnung, dass es die letzte Fahrt für die japanische Fangflotte sein wird.
Auch der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) appellierte an Japans neue Regierung, die Flotte zurückzurufen und den Walfang einzustellen. Die japanische Walfangflotte habe diesmal 935 Zwergwale und 50 der bedrohten Finnwale auf der Abschussliste.
Hintergrund
Japan nutzt eine Ausnahme des 1986 verhängten Walfangmoratoriums, das die
Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Diese Deklarierung werten die
Walschutznationen allerdings als vorgeschoben. Nach japanischer Darstellung hat
das Verbot des kommerziellen Walfangs zu einer deutlichen Erholung der
Population bestimmter Walarten geführt, insbesondere der Zwergwale. Nach Angaben
von Greenpeace hat Japan im Rahmen des "wissenschaftlichen" Walfangs in den
vergangenen 22 Jahren bereits mehr als 9.000 Zwergwale getötet. (APA/red)