Allzeithoch bei EU-Zustimmung

19. November 2009, 22:29

Für 66 Prozent war Österreichs Beitritt richtig – Krise als Hauptursache

Die Zustimmung der Österreicher zur EU-Mitgliedschaft ihres Landes ist mit 66 Prozent derzeit so hoch wie nie seit der Volksabstimmung über den Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 1994. Das geht aus der neuesten Umfrage von Fessel-GfK hervor. Im EU-Referendum hatten 66,58 Prozent für den Beitritt votiert. In Umfragen wurde dieser Wert vorher und nachher nie erreicht.

Selbst erfahrene Meinungsforscher sind vom jüngsten Ergebnis überrascht. Peter Ulram (Fessel-GfK) spricht von einem "Allzeithoch" . Nur 32 Prozent der 1000 Befragten schätzten die Entscheidung Österreichs, der EU beizutreten, als falsch ein, zwei Prozent gaben keine Meinung dazu ab.

Nach der Anti-EU-Kampagne der Kronen Zeitung und dem "Offenen EU-Brief" der SPÖ-Spitzenpolitiker Alfred Gusenbauer und Werner Faymann war die Zustimmung zur EU Ende 2007 von zuvor 61 Prozent auf 54 Prozent abgesackt. Einen Aufwärtstrend verzeichnete Fessel-Gfk erst wieder seit knapp einem Jahr, als die Tragweite der globalen Wirtschaftskrise immer deutlicher wurde.

"Seit November 2008 verzeichneten wir eine deutliche Zunahme der positiven Einstellung zur EU-Mitgliedschaft", so Ulram. "Und seit vergangenem Mai ist der Trend ganz eindeutig, als sich schon 61 Prozent für und nur 36 Prozent gegen die Angehörigkeit unseres Landes zur Union aussprachen."

Die Frage "War der Beitritt Österreichs zur EU richtig oder falsch?" stellt Fessel-GfK mehrmals jährlich seit 1995. "Noch nie hatten wir eine so eindeutige Zustimmung", kommentierte Ulram die aktuellen Zahlen.

Als Gründe führt der Politik-Forscher und Demoskop drei große Faktorengruppen an:

"Der wichtigste Grund liegt eindeutig in der Wirtschaftskrise. Die Österreicher haben erkannt, dass die EU eine ,Schutzgemeinschaft‘ für kleine Staaten darstellt" , analysiert Ulram. Zwar gebe es nach wie vor in Einzelfällen starke EU-Skepsis, doch "prinzipiell ist das frühere Meinungsbild der ,splendid Isolation‘ überholt. Die Österreicher lieben die EU vielleicht nicht mehrheitlich, aber sie haben sie als sehr zweckmäßig erkannt."

Eine zweite Erklärung liegt für Ulram darin begründet, dass "lauwarme Positionen" nicht zielführend sind. "Deutliche Anti-EU-Stimmung verbreiten nur noch ganz bestimmte Gruppen und Medien, sie sind damit in einem recht beschränkten Umfang auch erfolgreich. Nach anfänglichen Schwankungen hat auf der anderen Seite die ÖVP eine ganz eindeutig positive EU-Linie eingenommen, die sich nun sehr bezahlt macht."

Die SPÖ verhalte sich hingegen sehr ruhig. "Bundeskanzler Werner Faymann ist EU-politisch kaum noch in Erscheinung getreten. Die EU-freundlicheren SPÖ-Wähler bewegen sich daher wieder stärker in ihre ursprüngliche Richtung."

Zum dritten meint Ulram einen Erfolg der Politik des von Michael Spindelegger (VP) geleiteten Außenministeriums zu erkennen. Es habe sich gezeigt, dass "kleinräumige Informationskampagnen zu bestimmten konkreten Themen Wirkung haben. Man kann sagen, dass sich nur eine sehr prononcierte Politik bezahlt macht." Das habe man zuletzt im Sommer bei der EU-Wahl beobachten können.

Ebenfalls positive Tendenz zeigen die Antworten auf die Frage nach der Zufriedenheit der Österreicher mit der Politik der EU und deren Funktionalität: Während 2007 42 Prozent zufrieden und 58 Prozent unzufrieden mit der Union waren, äußern sich jetzt - sehr ausgewogen - 49 Prozent zufrieden und 48 Prozent unzufrieden. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 20.11.2009)

Kommentar posten
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die elster
 
00
20.11.2009, 16:56
peter ulram, demoskop?

ich dachte, das wort heißt "demagoge" ...

ikepod
01
20.11.2009, 14:45
ich glaube es schon!

bei unseren politikern
bin ich sehr sehr froh, dass wir in der EU sind und
diese leute hoffentlich in zukunft nicht mehr nötig sein werden um ein "gebiet" zu "regieren"!

lieber "Cholera" als "Pest"!!!

Jana Tyrlich
30
20.11.2009, 14:30
Schussel+KhG-Umfrage: 66% Zustimmung zur EU

IMAS-Umfrage: 71% kein Interesse an Politik

Schussel+KhG: 32% Ablehnung der EU
IMAS: 29% starkes Interesse an Politik

somit ergibt sich: wer EU-Befürworter ist, interessiert sich vermutlich nicht für Politik, EU-Gegner sind eher politisch interessiert

Ggg14
01
23.11.2009, 16:44

Von Logik und ihren Regeln haben Sie offensichtlich keine Ahnung.

Dreistein
 
42
20.11.2009, 12:11
Bestellte Jubelmeldung

Was bitte soll der Spindelegger bewegt haben? Abgesehen davon kennt ihn der Großteil der Österreicher überhaupt nicht.

Die momentane Zustimmung zur EU erkläre ich mir eher dadurch, dass nun schon seit mehr als zwei Monaten getrommelt wird, welch tolle Chancen österreichische Politiker auf diverse EU Posten haben würden.

Wetten, die nächste Umfrage sieht anders aus. Spätestens dann, wenn der Lissabon-Vertrag umgesetzt worden ist und die doppelte Mehrheit schlagend wird. Dann haben die kleinen Länder überhaupt kein Mitspracherecht mehr - die dürfen nicht einmal mehr fragen, ob die Fenster zum Lüften aufgemacht werden.

Kommentatore
115
20.11.2009, 11:54
Wieso nach der Anti-EU-Kampagne der Krone?

Die Krone macht ja munter weiter mit der blinden Anti-EU-Hetze. Jedes Staubkorn wird von dem Kleinformat umgedreht auf der Suche nach Möglichkeiten die EU anzupatzen. Interessant ist ja auch die Wortwahl, die EU, die in Brüssel, ahem Österreich ist ein Mitglied dieser Union aber das ist ja nicht so wichtig. Neid und Missgunst ist ja viel besser zu verkaufen als einmal FÜR etwas einzutreten oder Vorschläge zu machen wie man es besser machen kann in der Gemeinschaft.

Brücke
40
20.11.2009, 15:10

Der alte Antikronenzeitungschmäh .

Was hat sich seit dem eu Beitritt für die Bevölkerung verbessert ?
Mehr Bürokratie und mehr Zentralismus ,
mehr Kontrolle und Überwachung der Bürger ,
eine Fortsetzung des desaströsen Wirtschaftskurses durch die eu .

Nicht daß es mit der österreichischen Politik besser gelaufen wäre , ist doch mit dem bürokratischen und tendentiell totalitärem
eu System jede Hoffnung auf eine zukunftweisende Politik verbaut .

Alexander Reiter
00
28.11.2009, 15:33
Nicht daß es mit der österreichischen Politik besser gelaufen wäre ...

Eben.

Ggg14
00
23.11.2009, 16:46

Immer der gleiche Schmafu, der bei jeder ernst gemeinten Diskussion bereits x-mal widerlegt wurde.

schetzgo
72
20.11.2009, 11:39
bitte,

..wer glaubt schon einer umfrage,außer dem auftraggeber?wischiwaschi...

Owi l8
03
20.11.2009, 13:11

... und außerdem glaum ma eh nur des, was ma glaum woin.

derfalke
104
20.11.2009, 11:00
Die Schweiz ist in allen Belangen erfolgreicher als Österreich.

Das verdanken die Eidgenossen eindeutig der Nichtmitgliedschaft in dieser bürokratischen Union.

Auffallend ist, dass es bei uns (fast) keine kritische EU-Berichterstattung mehr gibt. Das Geld aus den diversen EU-Töpfen korrumpiert eben auch Verlage und Journalisten.

net-diver
 
00
29.11.2009, 16:53
Leider...

... wieder mal alles Schwachsinn, aber was soll´s. Ein kurzer Blick auf die Schweizer Verträge wäre so einfach und zeigt eindeutig, daß die lieben Leute dort alleine 2008 das Vierfache in die EU einzahlen als A (also ca. 1 Milliarde Euro), aber dies und andere Tatsachen sind Ihnen ja wie immer egal.

Seltsam. Dafür, daß Sie von diesem Thema augenscheinlich keinerlei Ahnung haben sprechen Sie ziemlich viel darüber.

Alexander Reiter
00
28.11.2009, 15:42

Der Erfolg von Island ist ja auch evident. ;)

Jens Kampe
01
20.11.2009, 15:04
Die paar Zeichen die man hier zur Verfügung hat würden nicht einmal ansatzweise ausreichen

um alle bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU aufzulisten. Angefangen von Luft- und Landverkehrsabkommen, bis hin zu Personenfreizügigkeits- und Wissenschaftsabkommen.
Kurzum: Die Souveränität der Schweiz ist nur vermeintlich und unterscheidet sich kaum von EU-Mitgliedern.
Es ist ja nun wahrlich kein Geheimnis, dass die Schweiz sehr viele ihrer Gesetze dem EU-Recht anpassen muss. Auch "autonomer Nachvollzug" genannt.
Fest steht, dass die Schweiz ähnlich wie ein EU-Mitglied, EU-Recht im großen Maße übernimmt und dadurch ähnlich viel Autonomie behält (oder verliert). Der einzig wirkliche Unterschied zwischen einem EU- und einem Schweizerbürger besteht darin, dass Letzterer auf sein Mitbestimmungsrecht verzichtet.

Anton D.
03
20.11.2009, 12:20
Ihre Konsequenz ist fast bewundernswert!

Sie sondern Ihren blau-orangen Unsinn wirklich konsequent ab. Die Vorposter haben natürlich völlig recht und Sie sind wie so oft auf dem falschen Dampfer.

Mork vom Ork
19
20.11.2009, 12:12

1. Ihnen ist bekannt, dass die Schweiz genauso in den EU-Fördertopf einzahlt wie alle anderen?

2. Ihnen ist bekannt, dass die EU weniger Beamte hat als die Stadt Wien?

3. Ihnen ist bekannt, dass die meisten der "Bürkratischen Regelungen" normierungen und Standardisierungen auf EU-Ebene betreffen, die zuvor allein über die Ö-norm geregelt wurde? Oder meinen Sie, dass weiterhin jedes land für sich die bestimmungen zu KFZ, Steckdosen, Medikamenten, Türrahmen für sich selbst entscheiden sollte?
(In österreich mit seinen 9 Bauordnungen stellt sich die wahre bürokratie dar)

4. zur Schweiz allgemein:
Österreich wuchs von 1990 bis 2006 um insgesamt 28 % punkte des BIP rascher als die Schweiz. Die österreichische Volkswirtschaft hat gege

Alexander Reiter
00
28.11.2009, 15:40

Steckdosen sind aber nicht gerade ein glänzendes Beispiel. ;)

Da haben ja nicht nur die Schweizer ihr eigenes System, sondern auch die Franzosen, Briten, Dänen und Italiener. Bei den Briten paßt ja nicht mal der Eurostecker rein.

derfalke
20
20.11.2009, 13:49
Bis auf ihren Punkt 2 ist alles falsch!

Wenn ich hier mehr Platz hätte, würde ich es auch gerne beweisen.
:-)

Zhdophanti
00
27.11.2009, 17:14
Auch mit wenig Platz

lässt sich Punkt 1 bestätigen, auch wenn ich "genau so wie EU-Staaten" nicht gelten lassen würde :)

http://www.handelsblatt.com/politik/i... en;1174450

Ggg14
00
23.11.2009, 16:51

Alleine wenn man sich anschaut, wie weit entfernt der Entwicklungsstand der Schweiz in den 80er und auch noch Anfang der 90er war, dann ist wohl eindeutig, dass Österreich hier in großartigem Ausmaß aufgeholt hat.

Ggg14
00
23.11.2009, 16:47

Punkt 1 weiß ich nicht, aber alles andere ist definitiv richtig.

jürgen schmid
02
20.11.2009, 12:11
die Schweiz

ist in Teilbereichen erfolgreicher und dort weil sie eine wesentlich bessere Administration hat (SBB-ÖBB etc).
mit der EU hat das gar nichts zu tun, weil sie eh die EU Regeln übernehmen muss.

monocle
35
20.11.2009, 12:04
so ein schwachsinn

die schweiz ist erstens ueberhaupt nicht in allen belangen erfolgreicher, und zweitens verdankt sie die erfolge, die sie hat vorallem der tatsache, dass ihre buerger arbeiten statt vom zu staate leben und auf eigenverantwortung statt auf kuschelweiche sozialromantik setzen.

tancy
12
20.11.2009, 12:04

wie Kärnten jetzt nach Bundeshilfe lechzt ist ganz Österreich froh, wenn im Ernstfall eine Gemeinschaft wie die EU hilft, wenns mal brenzlig wird!

Und die Schweiz ist vertraglich so mit der EU verbunden, daß sie zwar alle Entscheidungen mehr oder weniger akzeptieren muß aber nix mitzureden hat!

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