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19.11.2009 14:19

Derzeit ist jede Grippe eine Schweinegrippe
Saisonale Grippe ist noch nicht angekommen - Impfansturm in Wien ebbt weiter ab

Wien - Menschen, die derzeit an einer echten Influenza leiden, haben mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine H1N1-Infektion. Derzeit zirkulieren in Österreich nämlich noch keine saisonalen Grippeviren. Darauf wies der Wiener Tropenmediziner Herwig Kollaritsch im Rahmen eines "Reise-Sicherheitsgipfels" zum Thema Schweinegrippe hin. Demnach könnte die Zahl der an der "neuen Grippe" erkrankten Personen deutlich höher liegen als bisher angenommen.

"Die Epidemie ist angekommen", betonte auch Gernot Spanninger vom Gesundheitsministerium. Die Schweinegrippe habe sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet. Schätzungen zufolge sei es nicht auszuschließen, dass die Infektion bis April 2010 etwa 1,5 Mio. Menschen in Österreich erfasst.

Sowohl Spanninger als auch Kollaritsch wiesen auf die Möglichkeit einer Mutation des Erregers hin. "Alle Grippeviren sind extrem mutationsgefährdet", betonte der Tropenmediziner. So müsste jedes Jahr der saisonale Impfstoff angepasst werden. Jedoch könnte kein Experte voraussagen, wie die Eigenschaften des Mutanten sein werden - ob bösartig oder vielleicht für den Menschen gar nicht mehr infektiös.

Am häufigsten betroffen von der Schweinegrippe sind laut Kollaritsch Menschen zwischen sechs Monaten und 49 Jahren. Sie machen 90 Prozent der Krankheitsfälle aus. Der Mediziner geht davon aus, dass die Generation 50+ durch die Zirkulation früherer H1N1-Varianten eine Teilimmunität haben könnte. "Je älter die Menschen, desto besser die Teilimmunität", so der Experte.

Impfansturm legt sich

In Wien nimmt indessen die Zahl jener Menschen, die sich gegen die Schweinegrippe immunisieren lassen, weiterhin merklich ab. Laut Landessanitätsdirektion ließen sich am Mittwoch 1.841 Personen an den 21 Impfstellen die Injektion verabreichen. Am Montag waren es noch 3.733 gewesen. Insgesamt wurden seit Wochenbeginn bei 8.106 Wienern die Impfnadel gesetzt.

Der Grund für das Abebben des Interesses könne einerseits daran liegen, dass in den ersten Tagen die besonders "Impffreudigen" die Stationen gestürmt hätten, vermutete Landessanitätsdirektorin Karin Spacek in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Andererseits werde womöglich nach zahlreichen Appellen nun den wirklich chronisch Kranken - einer Risikogruppe der A(H1N1)-Influenza - der Vortritt gelassen. (APA)

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