KTM mit 81,4 Millionen Verlust

19. November 2009 10:05

Über 450 Mitarbeiter abgebaut - Markteinbrüche in Nordamerika und Europa

Linz - Der börsenotierte oberösterreichische Motorradhersteller KTM Power Sports hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 31. August) 81,4 Mio. Euro Verlust gemacht. Im Vorjahr war noch ein Gewinn von 6,0 Mio. Euro geschrieben worden. Nach Restrukturierungsmaßnahmen, Kurzarbeit und dem Abbau von mehr als 450 Mitarbeitern sieht man sich aber für das kommende Geschäftsjahr gut aufgestellt und peilt wieder ein positives operatives Ergebnis an.

Das abgelaufene Geschäftsjahr sei für KTM das "schwierigste aller Zeiten" gewesen, heißt es im Geschäftsbericht. Denn der größte Einzelmarkt der Gruppe - Nordamerika - sei um rund 44 Prozent, der europäische Markt um ein Fünftel eingebrochen. Man habe darauf mit scharfen Restrukturierungsmaßnahmen reagiert, so CEO Stefan Pierer. 80 Prozent des negativen EBIT 08/09 seien darauf zurückzuführen.

Absatzrückgang auf den Kernmärkten

Der Konzernumsatz reduzierte sich gegenüber dem vorherigen Geschäftsjahr um 24,9 Prozent von 605,7 auf 454,6 Mio. Euro. Als Grund dafür sieht man bei KTM vor allem den Absatzrückgang auf den Kernmärkten sowie den Abbau der Händlerlager. In Nordamerika ging der Umsatz um 39 Prozent auf 88,6 Mio. Euro zurück, in Europa um 24,0 Prozent auf 298,0 Mio. Im Rest der Welt konnte der Umsatz sogar leicht erhöht werden: um 4,0 Prozent auf 68,1 Mio. Euro.

Die ursprünglich geplante Serienfertigung des X-Bow konnte bedingt durch die Wirtschaftskrise nicht realisiert werden, hier beschränkt man sich weiterhin auf eine kundenorientierte Einzelfertigung. Dennoch habe das Unternehmen trotz des starken Einbruchs die Marktposition halten sowie sogar Marktanteile ausbauen können, so Pierer.

Neues Marktsegment angepeilt

In Kooperation mit der indischen Bajaj Auto Ltd beispielsweise arbeitet KTM an der Erschließung eines neuen Marktsegments für kleinmotorige Street-Motorräder, die eine sehr junge Zielgruppe ansprechen sollen. Hoffnungen setzt das Unternehmen auch auf den traditionell ertragsstarken Off-Road-Bereich: So soll im Laufe des Geschäftsjahres 2009/10 eine neue Modellgeneration im Moto-Cross-Segment herauskommen.

Wie es nach massiven Kürzungen im Personalbereich weitergeht, könne man noch nicht sagen, hieß es auf APA-Anfrage. KTM habe sich der Marktentwicklung angepasst und sei jetzt gut aufgestellt. Weitere Maßnahmen seien vorerst nicht geplant. (APA)

Johann Hunger1
25.11.2009 11:20
Da wird der Scharinger wieder jammern1

Er hat auf das falsche Pferd gesetzt! Dieser Herr, genau wie bei Haed (Skifirma) muss man halt kennen, bevor man mit ihnen Geschäfte macht.

derunbestechliche
 
19.11.2009 19:06
Der Stückzahl des X-Bow wurde viel zu groß dimensioniert.

Das war eindeutig ein Managementfehler. Vielleicht sollte ein Herr Pierer nicht davon reden, dass alle Banken in Österreich verstaatlicht werden müssen, sondern seine Misswirtschaft in Ordnung bringen. Ich sehe gerade, dass zw. GJ 2006/07 und dem GJ 2007/08 knapp 600 Mitarbeiter aufgenommen wurden (von ca. 3.800 MA auf ca. 4.400 MA). Hätte man mit Augenmaß die Mitarbeiteranzahl erhöht und Projekte mit dem richtigen Augenmaß geplant und umgesetzt, dann wäre dieses desaströse Ausmaß eher zu verhindern gewesen. Nun, das Land springt dann schon ein. Wenn man zu schnell zuviel will, dann kann man auch schnell tief fallen.

Kapitalismus Luege
19.11.2009 19:39
ist Systemindustrie

und somit fallen höchstens sie als Steuerzahler tief.

Und bei Einstellungen gibt's immer viel Mauscheleien, von denen wir keine Ahnung haben.

derunbestechliche
 
19.11.2009 19:43

Du hast ja Recht, ich sehe es immer durch die subjektive Brille. Die Zahl 600 MA hat mich schon ziemlich erstaunt.

haudi
19.11.2009 18:11
Wenn KTM

einen Inlandsrabatt wegen der geringen Transportkosten anbieten würde .. wäre eine agile KTM eine Option.

Wenn eine KTM aber im Ausland (und Übersee!) vor Steuern weniger kostet als im Inland fühle ich mich stark geschröpft.

Kapitalismus Luege
19.11.2009 17:29
kana Gatsch-hupfer, billige Pendler-Mopeds braucht das Land!

Mog Ia
19.11.2009 11:20
...

bei den preisen die verlangt werden, wirds zukünftig noch härter werden, was abzusetzen.

knappe 10000 für nen gatschhupfer sind mittlerweile mehr als überzogen.

Reissas Hantuchowa
19.11.2009 10:09
ene mene muh

450 oder knapp jeder Vierte.

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