Schmied leistete sich einen teuren Schulbeginn

18. November 2009 18:37
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    Foto: apa/fohringer

    Bildungsministerin Claudia Schmied gab zu Schulbeginn viel Geld für Inserate aus. Die Kritik daran sei unseriös, sagt ihr Sprecher. Erst zu Jahresende könne man alle Minister fair vergleichen. Foto: APA/Fohringer

Kampagne zum Schulstart kostete 458.543 Euro - Grüne werfen Schmied "Lobhudelei" und zu viel Boulevard vor, Ministerium kontert

Wien - Für ihn ist es "Ministerpropaganda und Lobhudelei" . Für sie "Service für die Eltern" : Die Ausgaben von Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) für Inserate in diversen Medien in den ersten zwei Septemberwochen 2009 sind in die Kritik geraten. Denn der grüne Bildungssprecher Harald Walser stößt sich an seiner Meinung nach zu hohen Ausgaben für Schmied-Einschaltungen - zumal in einer sehr Boulevard-lastigen Weise, so Walser zum Standard.

Laut der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage Walsers durch Schmied hat die "Imagekampagne zu Schulbeginn" fast eine halbe Million Euro gekostet: Von den 458.543 Euro entfielen alleine 146.602 Euro auf Österreich und seinen Wirtschaftsteil Money.at, den der Sohn von Österreich-Chef Wolfgang Fellner, Nikolaus Fellner, herausgibt. Auf die Krone entfielen 133.280 Euro, auf die Wiener Gratiszeitung Heute 72.000 Euro, auf den Kurier 46.781 Euro, auf die Kleine Zeitung 39.453,19 Euro. Neun der 21 Inserate wurden in nur drei Medien lanciert, der Rest in kleinen Titeln wie ahs aktuell. Qualitätsmedien wie der Standard, Die Presse oder Salzburger Nachrichten fehlen.

In den "Einschaltungen" werden Themen behandelt wie "Nie mehr Zoff mit Schule" , "Viele Zuckerln für das kommende Schuljahr" verteilt; ein kleiner Gastkommentar der Ministerin ist ebenso dabei wie die Vermeldung "Die Bildungsreform läuft auf Hochtouren!" oder "Neue Mittelschule startet durch" . Walser kritisiert die Kampagne daher nicht nur wegen der Kosten: "Ich halte diese Inserate für Minister- und Parteipropaganda für Schmieds Lieblingsprojekt, die Neue Mittelschule, auf Kosten der Steuerzahler. Besonders ärgerlich ist, dass die Anzeigen großteils als solche schwer erkennbar sind, weil sie in Form redaktioneller Artikel und Interviews abgedruckt wurden. Wenn man politische Bildung ernst nimmt, sollte man auf einer Trennung von Werbung und redaktionellen Beiträgen bestehen."

Medien als Partner

Im Ministerium hält man die Kritik für unberechtigt, die Kampagne selbst für untadelig. Schmieds Sprecher Nikolaus Pelinka erklärt die Medien-Auswahl im Gespräch mit dem Standard damit, dass sich die Medien quasi das Ministerium als Partner ausgewählt hätten: "Relativ viele Zeitungen kommen auf uns zu und wollen zu Schulbeginn eine Serie machen, das ist ein Service für die Eltern."

Das Ministerium biete diese Kooperationen an, "um die Eltern bestmöglich zu informieren" . Diese Medien hätten eben angefragt. "Solche Einschaltungen sind das Logischste der Welt und nicht nur eine Bringschuld des Ministeriums. Das ist auch Aufgabe der Verlagsleitungen, Angebote zu legen."

Ein Faible für den Boulevard habe man nicht. Das Ministerium unterstütze auch andere ressortspezifische Projekte: "Zum Beispiel die wöchentliche New York Times-Beilage im Standard" , so Pelinka. Das sei eine zielgruppensichere Finanzierung, weil das Supplement der renommierten englischsprachigen Zeitung viel im Unterricht verwendet werde.

Walsers Empörung - ausgehend von einer einzigen Kampagne - hält Pelinka für unseriös. Das Ministerium schalte "dreimal imJahr: Schulanfang, Semesterbeginn, Schulschluss" . Man gebe nicht übermäßig viel Geld aus, wie sich bei einer Abrechnung zu Jahresende im Vergleich mit anderen Ministerien zeigen werde. Man werde wieder "im Mittelfeld" liegen und wie damals auch heuer wieder rund 1,7 Millionen für Inserate und Medienkooperationen ausgeben. Schmieds Gesamtbudget für Öffentlichkeitsarbeit beträgt 3,5 Millionen Euro.

In der Tat geben und gaben andere Minister klar mehr aus für Öffentlichkeitsarbeit als Schmied. Laut einer Anfrage des grünen Sozialsprechers Karl Öllinger im März dieses Jahres führten im Vorjahr die Riege der besonders aktiven Eigenwerber Werner Faymann (SP) und Josef Pröll (VP) an. Der Kanzler gönnte sich als Verkehrsminister 6,2 Millionen Euro für Öffentlichkeitsarbeit (das war eine Fast-Verfünffachung des Betrags seines BZÖ-Vorgängers Hubert Gorbach). Der Vizekanzler arbeitete 2008 als Landwirtschaftsminister mit 4,6 Millionen "öffentlich". (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, 18.11.2009)

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zeitungsleser1000
22.11.2009 21:50
Und dann liest man soetwas:

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... atie.story

UNGEHEUERLICH!

schwarzelanguste
25.11.2009 23:18

Ist ja nur ein Gymnasium.
Für die Frau Minister als solches nur minderinteressant.

Ich gebs zu
23.11.2009 12:01
Es ist allerdings auch anzumerken, dass sogar über

nicht preisgekrönten Schulen ein dichtes Dach sein sollte. (Die sind ja nicht die einzigen mit kaputten Fenstern und gesperrten Toiletten.)

Sche
23.11.2009 09:34
Wahnsinn...

...da haben's die Albaner noch besser.

kakaniengeist
22.11.2009 22:23
ganztagsschulen in österreich und flächendeckendes qualitätsstandardsniveau bei der infrastruktur?

das dürfte sich in diesem jahrhundert nicht mehr ausgehen.

sollte die *liebe* tante claudia noch einmal mit ihren groß-skizzierten phantasiebotschaften in den verhandlungen daherkommen:

laut lachen und einfach ignorieren - und ja nicht mehr arbeiten (womöglich auch noch für weniger kohle) für eine zukunftsvision, die es vielleicht erst 2123 geben wird!

Hubert Berger
21.11.2009 17:37
und das alles ist qualitätsverbesserung!!!!!!!!!

lehrer müssen das zweifache oder das dreifache arbeiten - qualitätsverbesserung vorn, hinten, oben und unten!!!!!!!!!!!!!!!! bloß weil irgendwelchen leuten fade ist. und die zeit für die schüler wird vor lauter q-kontrolle immer weniger. sehr sinnvoll.

Hubert Berger
21.11.2009 17:32
die lehrer und die schule selbst...

sind ihr vollkommen egal, was zählt ist die selbstdarstellung.
haben unsere politiker wirklich keine werte mehr????? ich m a g einfach nicht permanent die hochglanzprospekte und tollen plakate anschauen, weder von der ministerin noch von der ssr-präsidentin. ich will neue i n h a l t e sehen. an den schulen muss gespart werden, dass es nur so kracht - bzw. dass den kindern die klassendecken halb auf den kopf fallen!!!!!!!! w o sind wir eigentlich??? auf der spielwiese der eitelkeiten?????????? leider.

Phil Decker
19.11.2009 16:28
Da sagte der Wähler...

"500000€ für Werbung? Mei, ist die ein Lulu", da fiel der Schmied im Kopf ein, dass sie im Medienmarkt eigentlich der Krone den größereren Happen hätte zukommen lassen müssen...Onkel Hans wär hier nicht ganz im Glück...

clangi
19.11.2009 16:02
@marie berg

was bitte haben ihnen die lehrer in ihrer schulzeit angetan, dass sie so einen hass entwickelt haben?
seitenweise dumpfe lehrerbashingpostings, so gut wie immer ohne jegliche vernünftige grundlage!

was bitte arbeiten sie, das würde mich jetzt schön langsam wirklich interessieren?

lichte werk ing
21.11.2009 08:37

von der zeitung gefakt zur unterstützung einer vollzahlerin
wenns mich verstehen

marie berg
22.11.2009 07:36
na bumm

also in meiner welt nennt man das paranoia. welche unterstellung kommt als naechstes? mundgeruch?

clangi
21.11.2009 17:59
nicht so ganz...

dachte, qualitätszeitungen wie der standard werden nicht gesponsert!?
nur kleinformate - wie krone und ähnliches, da geht die primitive manipulation leichter!

lichte werk ing
22.11.2009 09:16

aber wer steckt hinter einer zeitung? die muss ja auch finanziert werden

marie berg
22.11.2009 08:16
eigentlich bin ich

vom cia, der die österreichischen lehrer seit geraumer zeit beobachtet :-) aber pssst, nicht weitersagen. auch nicht der netten dame, die ihnen täglich ihre medikamente bringt ....

clangi
22.11.2009 18:35
wieder mal ein sehr konstruktiver beitrag!

wie immer halt, konstruktin und amüsamt :)

marie berg
22.11.2009 19:49
sorry,

aber sie erwarten doch nicht, dass ich diese absurden unterstellungen ernst nehme.

f. ullinger
19.11.2009 15:41
wie lange leistet sich die regierung

noch schmied und wir uns diese dilettanten.

skob
19.11.2009 15:11

In unserem Konferenzzimmer liegen in regelmäßigen Abständen Hochglanzprospekte der Frau Minister auf. Diese sehen nicht gerade billig aus und enthalten dafür kaum Information, dafür umso mehr Eigenlob.

Letztens waren die Ergebnisse einer von der Fau Minister in Auftrag gegebenen und sehr aufwendigen Studie von uns nachweislich zu lesen. Der Inhalt des schwer verständlichen und mehr als 10-seitigen Schriftwerkes war, dass Kinder dann besser lernen wenn ihre Kreativität gefördert wird und sie motiviert sind.
Welche Überraschung!
Wir kamen uns gefrotzelt vor.

kakaniengeist
19.11.2009 10:35
nach den pv-wahlen wird sie wieder über ihre mitarbeiter herziehen wollen!

dann wird sie aber hoffentlich keinen mehr finden, der ihr dabei hilft, ihre löcher im budget zu stopfen.

meine skepsis war berechtigt: eine finanzdienstleisterin an der spitze des bmuk - das kann nur in einer budgetären katastrophe enden!

und die bildungsqualitätssteigerung werden wir *danach* wahrscheinlich mit der lupe suchen können - und nicht finden!

marie berg
19.11.2009 13:35
herr

ertl? nun auch als poster unterwegs?

clangi
19.11.2009 14:27
ich gratuliere ihnen!

sie bekommen den 1. platz für standard-müll-posten!
nur schwachsinn ohne auch nur halbwegs sinnvoll zu argumentieren und dass dutzendmal - das ist wirklich eine große leistung! :)

marie berg
19.11.2009 14:48
gibt's auch

den gewerkschaftslehrertroll 1. klasse am band?

kakaniengeist
19.11.2009 15:57
im vergleich zur negativstimmung an der *basis*

verhalten sich die gewerkschaftsvertreter eh wie friedliche lämmer.

Ballester
19.11.2009 10:02
"Claudia Schmied ist eine passionierte Reiterin" (laut WIKI)

Wooooooooooooooooooooooooah! Geil!

Phil Decker
19.11.2009 13:24
Besser wäre...

sie wäre eine pensionierte Reiterin, und hätte nicht als "Steckenpferd" das "Lehrerruntermachen"...

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