Generalsekretär Jacques Diouf: "Die Hungernden der Welt können nicht mehr warten"
Rom - Zu Abschluss des dreitätigen Weltgipfels der
UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) in Rom hat
Generalsekretär Jacques Diouf am Mittwoch die 60 Regierungschefs und
185 Minister aus 190 Mitgliedsstaaten aufgerufen, im Kampf gegen die
Hungersnot "von Worten zu Taten" überzugehen. "Die Hungernden der
Welt können nicht mehr warten", sagte Diouf in seiner Abschlussrede.
"Beim FAO-Weltgipfel im Jahr 1996 hatten sich die Teilnehmer das
Ziel gesetzt, bis 2015 die Zahl der Hungernden zu halbieren. Dieses
Ziel kann zwar nicht erreicht werden, wir müssen jedoch trotzdem
versuchen, aus diesem Gipfeltreffen eine entscheidende Etappe in
Richtung Befreiung von der Hungersnot zu machen", meinte Diouf.
Schlusserklärung mit fünf Punkten
Die Gipfelteilnehmer unterzeichneten einstimmig eine
Schlusserklärung in fünf Punkten. Darin wird das Ziel wieder
formuliert, die Zahl der Hungernden zu halbieren, konkrete Zahlen
fehlen jedoch. Die Schlusserklärung ist nicht verbindlich.
Hilfsorganisationen wie Caritas und Oxfam zeigten sich über die
Ergebnisse des Gipfeltreffens enttäuscht.
Als positiven Aspekt hob Diouf die Tatsache hervor, dass 31 Länder
in Asien, Afrika und Lateinamerika seit 2000 ihr Ziel erreichen
konnten, die Zahl der Hungernden auf ihrem Gebiet auf beträchtliche
Weise zu reduzieren. Diouf zeigte sich jedoch darüber enttäuscht,
dass die Schlusserklärung des Gipfels keine "konkreten Zahlen und
klare Zeitfristen für die Befreiung der Hungersnot enthalte. "Ich bin
überzeugt, dass wir zusammen die Hungersnot auszumerzen können, das
müssen wir für eine gerechtere, reichere und friedlichere Welt tun",
meinte Diouf.
"Keine Antwort"
Das vatikanische Sprachrohr "L'Osservatore Romano" kritisierte,
dass der FAO-Gipfel keine konkreten Antworten auf die Hungersnot
gegeben habe. "Keine Gewissheit im Kampf gegen die Hungersnot", wurde
ein Kommentar der Tageszeitung betitelt. "Der Appell des Papstes
gegen Verschwendung und Spekulationsgeschäften mit Lebensmitteln
scheint nicht zu genügen, um konkrete Antworten zu erhalten", so die
Tageszeitung. (APA)