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Bregenzer Festspiele präsentieren Gesamtprogramm

18. November 2009, 14:32

Umfangreiche Werk-Retrospektive Mieczysław Weinberg mit szenischer Uraufführung von "Die Passagierin"

Bregenz - Das Bregenzer Festspieldirektorium mit Intendant David Pountney und Präsident Günter Rhomberg an der Spitze präsentierte am Mittwoch im Festspielhaus das Gesamtprogramm 2010. Als Kernstück sind 26 (mit Option auf 28) Wiederaufnahmen von Giuseppe Verdis Oper "Aida" (22. Juli bis 22. August) mit teilweise neuer Besetzung vorgesehen. Das weitere Programm des kommenden Festspielsommers steht unter dem Motto "in der Fremde" und will den polnischen Komponisten Mieczysław Weinberg (1919-1996) aus der unverdienten Vergessenheit holen.

Geplant sind eine umfangreiche Mieczysław-Weinberg-Werkretrospektive mit rund 20 Werken - Opern, Konzerten, Kammermusik - und ein Symposium. Im Mittelpunkt steht im Festspielhaus (Premiere 21. Juli) die szenische Erstaufführung der Oper "Die Passagierin" nach der Romanvorlage der Auschwitz-Überlebenden Zofia Posmysz (86), die bei der Pressekonferenz anwesend war und auf das Regie-Konzept Pountneys und den Bühnenbildentwurf "begeistert" reagierte: "Auschwitz darf nicht aus dem Gedächtnis der Nachwelt verschwinden". Nach Bregenz wird "Die Passagierin" als Koproduktion auch in Warschau, an der English National Opera in London und im Teatro Real in Madrid aufgeführt.

Am Kornmarkttheater wird ab 31. August Weinbergs komisch-satirische Oper "Das Porträt" nach der gleichnamigen Gogol-Novelle gespielt. Auch das Konzertprogramm ist vom Oeuvre Weinbergs geprägt, der 1939 in die Sowjetunion emigrierte und mit Schostakowitsch befreundet war. Die Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker, der Symphonieorchesters Vorarlberg und des Kammerorchesters "MusicAeterna" aus Nowosibirsk präsentieren seine eindrucksvollsten Werke. Am 25. Juli und 1. August steht der frühere Orchesterchef Vladimir Fedoseyev am Pult der Symphoniker. Am 1.8. wirken erstmals in Bregenz auch die Wiener Sängerknaben mit.

Den Bereich Schauspiel bestreitet 2010 wieder das Deutsche Theater Berlin mit "Herz der Finsternis" von Joseph Conrad und der Uraufführung des Stückes "Öl" von Lukas Bärfuss. Die Schiene "Kunst aus der Zeit" variiert das Festivalmotto "In der Fremde" u.a. mit der Uraufführung der Oper "Jacobs Room" von Morton Subotnick und mit der Tanzproduktion "Out of Context" des belgischen Choreographen Alain Platel. (APA)

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