N900 und Booklet 3G: Nokia lässt seine Zugpferde los

Birgit Riegler , 18. November 2009 13:21

Smartphone mit Maemo 5 und Netbook mit HSPA sollen das Weihnachtsgeschäft ankurbeln

Nokia hat in letzter Zeit bei Neuankündigungen nicht gerade glänzen können - das N97 wurde von Testern stark kritisiert, ebenso wie das Angebot Comes with Music. Mit dem N900 und dem Booklet 3G lässt der finnische Handy-Hersteller nun jedoch seine stärksten Hengste aus dem Stall. Vor allem das N900 mit dem Linux-basierten Betriebssystem Maemo 5 könnte am Markt hohe Wellen schlagen.

Starke Hardware

Mit dem N900 bringt Nokia sein erstes Gerät mit der neuen Version Maemo 5 auf den Markt. Das Linux-basierte Betriebssystem kam bislang nur auf den Tablets ohne Telefoniefunktion zum Einsatz. Zusammen mit üppigen Hardware-Features könnte das N900 zu Nokias erstem ernsthaften Konkurrenten für iPhone und die Android-Fraktion heranwachsen. Zur Hardwareausstattung des HSDPA-Smartphones, das optisch stark an das HTC Dream (T-Mobile G1) erinnert, gehören der 600-MHz-Prozessor ARM Cortex-A8, bis zu 1 GB Speicher für Applikationen (256 MB davon Arbeitsspeicher), ein 3,5 Zoll großer Touchscreen (800 x 480), eine 5-Megapixel-Kamera mit Carl-Zeiss-Optik und Dual-Flash, 32 GB interner Speicher (über microSD-Karten erweiterbar), ein 3,5-mm-Stecker sowie WLAN und Bluetooth. Auf Menütasten hat Nokia vollkommen verzichtet, dafür gibt es eine ausziehbare QWERTZ-Tastatur.

Maemo 5 mit S60-Icons

Auch beim N97 konnte die Hardware schon beeindruckend, doch die Symbian-Oberfläche wirkte veraltet. Beim N900 kommt nun Maemo 5 zum Einsatz und hier scheint Nokia nach einem ersten Kurztest vieles richtig gemacht zu haben. Auf dem Homescreen - insgesamt gibt es vier - können beliebig Anwendungen und Widgets abgelegt werden. Auch Kontakte können direkt auf den Screens mit Fotos gespeichert werden, ein Fingertippen darauf öffnet ein Fenster mit allen Kommunikationsmöglichkeiten. Über ein Icon rechts oben am Display gelangt man in das Menü mit sämtlichen anderen Anwendungen. Die Oberfläche ist zwar eine gänzlich andere, doch die Icons hat Nokia von der Series 60-Plattform übernommen, sodass sich bisherige Nokia-Nutzer schnell zurecht finden.

Multitasking und Flash-Support

Eine der Stärken von Maemo 5 ist Multitasking. Über ein Dashboard werden sämtliche geöffnete Anwendungen in Vorschaufenstern übersichtlich dargestellt. Auch bei mehreren gleichzeitig geöffneten Apps funktionieren Anwendungen und vor allem der Wechsel zwischen den Programmen reibungslos. Der Mozilla-basierte Browser bietet vollständigen Flash-Support. Gezoomt werden kann allerdings nicht über Multitouch-Gesten sondern entweder über die Lautstärketasten oder über mittels Fingerkreisen auf dem Display. Zur Unterstützung des mobilen Surfens hat Nokia einen optionalen Mauszeiger integriert, der vor allem bei Flash-Applikationen helfen soll.

Mail, Gespräche-App und Kontakte

Die Mail-Anwendung funktioniert mit Microsoft Exchange, POP3- sowie IMAP-Konten. Neue Accounts können relativ einfach über eine Liste der jeweiligen Anbieter ausgewählt werden. Es reicht Login-Name und Passwort einzugeben, andere Einstellungen werden automatisch gewählt. SMS und Instant Messages werden über die sogenannte Gespräche-Anwendung angezeigt. Dabei werden Nachrichten und Chats Google-like in chronologischen Konversationen dargestellt. Auch hier können neue Accounts wie beispielsweise von Skype, Google Talk oder Nokias eigener Ovi-Dienst über eine Liste hinzugefügt werden. Informationen aus der Gespräche-App wie beispielsweise die aktuelle Skype-Verfügbarkeit werden auch direkt neben den Kontakten angezeigt. Diese lassen sich beispielsweise ausschließlich nach Skype-Kontakten ordnen. Entwickler können über die X-Terminal-App direkt im Menü Änderungen vornehmen.

Ovi Store

Weitere Anwendungen und Widgets können über den Ovi Store nachgeladen werden, der aktuell jedoch noch nicht zum Testen auf dem Maemo 5-Gerät zur Verfügung stand. Im Mobilen Anwendungs-Shop, der vor ca. einem halben Jahr seine Pforten geöffnet hat, stehen derzeit etwa 5.500 Anwendungen zur Verfügung. Ganz wie Apple behält sich Nokia bei kostenpflichtigen Anwendungen 30 Prozent der Einnahmen ein. Bezahlt werden kann eine Anwendung entweder über die Kreditkarte oder über die Mobilfunkrechnung. Derzeit wird letztere Bezahlform in Österreich von T-Mobile, Orange und 3 unterstützt. A1 soll demnächst folgen. Der Ovi Store kann auf bereits erhältliche kompatible Geräte nachgeladen werden, derzeit sind es über 100. Wie gut Nokia das N900 tatsächlich gegen iPhone und die Android-Geräte positionieren kann, wird sich erst zeigen wenn auch der Ovi Store mit mehreren Anwendungen für Maemo 5 bestückt sein wird. Das N900 ist ab Ende November bei A1 um 619 Euro (ohne Vertrag) erhältlich.

Booklet 3G 

Daneben hat Nokia das Booklet 3G nach Österreich gebracht. Nokia hat mit seinem ersten Netbook sein Portfolio mobiler Geräte komplettiert. Das Unternehmen bietet nun mit den S30 und S60-Plattformen einfache Handys für sämtliche Märkte an. S60 5th Edition und Maemo 5 decken die Smartphones ab, wobei Maemo 5 deutlich weiterentwickelt ist als Symbian. Mit dem Netbook wird nun die Lücke zwischen Smartphone und PC geschlossen. Das Booklet ist mit einem 10,1-Zoll-Display (HD-ready) und einem Intel Atom-Prozessor mit 1,6 GHz ausgestattet. Der Festplattenspeicher beträgt 120 GB, zusätzlich kommt 1 GB Arbeitsspeicher zum Einsatz. Für Internet- und Datenverbindungen stehen WLAN, Bluetooth sowie ein HSPA-Modem zur Verfügung. Zur weiteren Ausstattung gehören GPS und eine 1,3-Megapixel-Webcam. Peripheriegeräte könnten unter anderem über drei USB-Anschlüsse und einen HDMI-Port angeschlossen werden. Neben den Ovi Maps hat das Booklet Zugriff auf weitere Ovi-Dienste wie etwa den Nokia Music Store. Das 19,9 mm flache und 1,2 kg schwere Gerät mit Windows 7 ist ab sofort bei A1 ab 399 Euro (mit Breitband Premium 10 GB), bei T-Mobile um 799 Euro bzw. 229 Euro (mit dem Tarif Netbook Unlimited Safe) sowie bei 3 ab 383 Euro (mit 3Data 5 GB) erhältlich.

N97 Mini

Mit dem N97 Mini hat das Unternehmen zudem den kleinen Bruder zum N97 veröffentlicht. Hauptausstattungsmerkmale des kleineren Smarthones mit S60 5th Edition sind ein 3,2 Zoll großer Touchscreen, eine aufschiebbare Tastatur, 8 GB interner Speicher, eine 5-Megapixel-Kamera, WLAN, Bluetooth und GPS. Das Smartphone ist um 579 Euro bei A1 und 3 erhältlich. (Birgit Riegler/derStandard.at 18. November 2009)

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Nokia

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Dr.in Luitpold Bäringer
14.08.2010 07:10
Immer wieder schön in etwas älteren Diskussionen herum zu stöbern:

Wirklich amüsiert haben mich die Postings von Shark Abuser, der ein HTC HD2 empfahl - LOL - und ein Herr, der argumentationslos davon sprach, dass Android nie mehr als 10% Marktanteil erreichen würde. *grins*

Achja, das Weihnachtsgeschäft ist für Nokia dann wohl in die Hosen gegangen.

Schönes Wochenende noch allerseits.

Michael Grab.
 
23.11.2009 16:09

bitte hier eifach um hilfe un rat

Ich kann mich jetzt gar nicht entscheiden,welche der telefone besser oder handlicher ist !? Welche wird denn empfohlen ? was wuedren Sie raten ? Ich habe nachgelesen dass n900 nur um 0,04 mm dicker ist als n97 , und der kleichste ist das mini von n97 ! Ist der mini ueberhaupt zu empfehlen ???? Ich lege wert darauf dass das handy im internet schnell sein soll und natuerlich als telefon auch keine shcwierigkeiten im bedienung gibt. Ich kannmich nicht entscheiden, der n900 ist zu schwehr und n97 mini , von dem weiss ich eigenlich fast nichts ... welche tipp oder rat wuedrdet ihr mir geben ?? Von kollegen erfahren dass n97 zu viel bugs hat und eingentlich nicht zu empfehlen , was meint ihr ? ist es nur deswe

Shark Abuser
28.11.2009 14:37
Mein Rat:

Wenn Sie sich mit Betriebssystemen und PCs auskennen, nehmen Sie ein HTC HD2.
Wenn nicht, nehmen Sie ein Iphone oder N97 Mini.

Lieber Aal
24.11.2009 16:25

eindeutig das n900 wählen! ;)

pfarrwiese
20.11.2009 13:32
Navi ? Welche Länder ?

Das N900 soll ein Navi haben, wie ich gehört habe. Im Artikel finde ich nichts. Wenn ja, gibt es Karten für ganz Europa ?

Ben Vassy
20.11.2009 16:22

Nicht wirklich ein Navi. Nur eine uralt-Version von Ovi Maps. Karten werden online runtergeladen, es gibt zwar eine Routenberechnung, aber keine gesprochene Navigationshilfe während der Fahrt. (Ist einer der größten Kritikpunkte, da ein Rückschritt im Vergleich zum Vorgängermodell.)

Ein Dritthersteller hat ein echtes Navigationsprogramm fürs N900 angekündigt; ich nehm aber an, daß Nokia auch irgendwann selber die derzeit unbefriedigende Lösung verbessern wird.

cyber ferkel
27.11.2009 13:45

...kann ich fast nicht glauben, den OVI 3 ist ein ziemlich ausgewachsenes und vor allem schnelles Navi Programm. Ob es beim N900 im Preis inkludiert ist, weiß ich allerdings nicht. Die Karten kann man immer Gratis runterladen und abspeichern, sprachgeführte Navigation ist in der Regel zu erwerben.

Ben Vassy
27.11.2009 14:17

Ich sags Ihnen nur. Sie müssens nicht glauben. Suchen Sie einfach. Das Internet ist ein großes, weltweites Datennetz.

cyber ferkel
28.11.2009 13:01

Es kristallsiert sich immer mehr heraus: Sie haben kleine Ahnung. Ich bedauere, sie anfangs ernst genommen zu haben...

Alois M
27.11.2009 18:27
Gesprochene Navi-Hilfe

Auf meinem N95 ist auch Nokia Maps drauf. Die Karten sind gratis, die Sprachführung kostet eine paar Euro. Habe ich mir für einen Monat im Sommer besorgt, um mich in Los Angeles und Umgebung zurechtzufinden.
Autoladekabel für diesen Zweck empfehlenswert! Uns ist ein paar Kilometer vor San Francisco (und am späteren Abend) der Saft ausgegangen...

Ben Vassy
28.11.2009 18:56

's N95 is halt aber auch ein S60-Gerät. ;)

cyber ferkel
28.11.2009 13:05

Lade dir Nokia Maps 3 herunter und du wirst gleich noch zufriedener sein...

Pingu407
19.11.2009 21:44

Deutsche Tastatur hat wegen den Umlauten nur zwei Pfeiltasten:
http://www.pocket.at/maemo/?p=825
http://www.chip.de/ii/253461... 3ef098.jpg
(von hier: http://www.chip.de/artikel/N... 71302.html )

Ben Vassy
20.11.2009 11:26

... was auch völlig wurscht ist. jede pfeiltaste ist doppelt belegt, also sind alle 4 richtungen verfügbar. und zum tippen reicht links/rechts idR völlig aus, weil man eh normalerweise nur zwei zeichen zurück will, um einen tippfehler zu korrigieren.

Lieber Aal
20.11.2009 10:48

kann problemlos umkonfiguriert werden

tinman77
19.11.2009 15:05
qual der wahl - N900 oder iphone..

kann mich nicht so recht entscheiden..

bin für tipps und anmerkungen dankbar..

Lieber Aal
19.11.2009 18:40

achja, das wichtigste habe ich vergessen:

alle tester sind sich einig dass es das beste web browsing experience bietet da es full flash anbietet und alle seiten problemlos darstellt.

mankos des n900 sind dass es derzeit nur die phone und photo funktion in portrait mode gibt, aber das wird vor weihnachte mit nem software update behoben.

Lieber Aal
19.11.2009 18:36

alors:

der einzige derzeitige vorteil des iphones ist die tatsache dass es mehr apps biette, das ist aber kein kunststück da das n900 noch nicht auf dem markt ist und das iphone bereits um einiges älter ist.

ansonsten hat das n900 folgende vorteile:

-bessere kamera
-4 homescreens
-fm transmitter
-besser bildschirmauflösung (x2.5)
-virtuelles und echtes keyboard
-multitasking
-1 gb (!) arbeitsspeicher
-linux (open source)
-skype ist voll integriert und ist kein zusätzliches app
-austauschbare batterie
-HSDPA 10 Mbps

usw.

ziemlich klar..

ferenc fric
19.11.2009 17:08

Die Antwort ist doch jedem vernünftigen Menschen klar ;->

Scala2
19.11.2009 13:03
Die Shwäche von Maemo ist, dass das SKD

mehr oder weniger C(++) verlangt. Ich war lange C Entwickler aber eine neue GUI-Anwendung außer vielleicht eine Rendering-Engine würde ich nicht mehr damit anfangen - viel zu unproduktiv dafür.

birdy15
19.11.2009 14:25

Mit C würde ich das auch nicht machen wollen. Aber mit C++, und vor allem dem Qt Framework macht das richtig Spaß. C++ ist eben doch etwas völlig anderes als C. Ausser man ist "C-Hacker", der seinen C-Code von einem C++Compiler übersetzten lässt.
Und an völlig freien Bindings für Python wird schon gearbeitet.

Ben Vassy
19.11.2009 14:01

Als Enduser bevorzuge ich es zwar, wenn Sie C schreiben. Viele Entwickler verwenden auf Maemo aber Python. Es ist also definitiv nicht notwendig, in C zu programmieren.

Gut Bei
19.11.2009 12:47
sehr interessantes drum

soft- und hardwaremaessig. in punkto sdk koenntens jedoch a paar von ihnaren jungs nach mountain view schicken...

Dr.in Luitpold Bäringer
19.11.2009 11:42
Die Nokiafanboys sind da :-)

Der Zug abgefahren, Android gehört die Zukunft, zumindest mittelfristig.

Wer schon mal ein Androidmobilgerät sein eigen nenne durfte weiß wieso.

Horst Wejr
20.11.2009 10:27

Es wird mittelfristig kein Problem sein die ganzen Android Apps (abgesehen von den Google eignenen Native Anwendungen) auch auf Maemo laufen zu lassen

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