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Wien - Die Sanierungsarbeiten am Zentraldepot der Albertina sind abgeschlossen: Seit Dienstag wird das vollcomputerisierte Hochregalsystem wieder mit Kunst befüllt. Dürers Feldhase und weitere 1999 der wertvollsten Werke kommen jedoch nicht zurück: Für sie wurde ein unterirdischer Hochsicherheitstresor errichtet. Dies gaben Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder und Burghauptmann Wolfgang Beer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz bekannt.
Uneinigkeit herrschte, ob der Wassereintritt in den Tiefspeicher am 23. Juni erfolgte, wie Schröder sagt, oder schon einen Tag früher, wie einer Chronologie der Burghauptmannschaft zu entnehmen ist. Der Albertina-Direktor tat den 22. Juni als "Tippfehler" ab.
Bloß in einem Nebensatz erwähnte er, dass "350 bis 400 Liter Wasser" über undichte Stellen in der Decke in das Zentraldepot eingedrungen seien. Diese Feststellung sorgte für Erstaunen. Denn am 25. Juni hatte Schröder behauptet, dass insgesamt "2100 Liter Regenwasser" aus dem Lager gepumpt worden seien. In der Albertina stellte man sich, wie der Standard berichtete, daraufhin die Frage, wie "so viel Wasser in so kurzer Zeit" , eben 2100 Liter in nur zwei Stunden, hatte eindringen können.
Man wusste keine logische Antwort - und sprach hinter der Hand von Übertreibungen: Schröder hätte die von ihm angeordnete Total-evakuierung, die Burghauptmann Beer angesichts der geringen Wassermenge und der Konzentration auf zwei Sektoren im Depot für nicht notwendig empfunden hatte, plausibel machen müssen. Es geht schließlich um viel Geld: Die Rettungsaktion soll, so Schröder am Mittwoch, inklusive des neuen Tresors 1,17 Millionen Euro gekostet haben, die Rückführung schlage sich mit weiteren 450.000 Euro zu Buche. Schröder will den gesamten Betrag in der Bilanz "als offene Forderung an die Republik Österreich" verbuchen.
Vergleichsweise billig kamen die Reparatur des Daches um 200.000 Euro und die Verbesserungen an der Bastei-Oberfläche (unter anderem wurde eine weitere Isolierschicht aufgebracht) um 350.000 Euro. Beer ist zuversichtlich, die Sanierungskosten von den Baufirmen, die schlampig gearbeitet hatten, zurückzubekommen.
Der Rücktransport der Sammlung aus der Bastei-Ausstellungshalle soll Anfang Jänner 2010 abgeschlossen sein. 40.000 bis 60.000 wichtige Handzeichnungen werden in einer "prioritären Zone" (bis zu einer Höhe von 1,70 Meter) eingelagert: um bei neuerlichen Problemen samt Roboterausfall die Kassetten mit der Kunst händisch evakuieren zu können. (trenk / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.11.2009)
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