15 Tote - Fast 15.000 Menschen erlitten Hundebisse binnen eines Jahres
Denpasar - Die Tollwut hat auf der indonesischen Ferieninsel Bali innerhalb eines Jahres 15 Menschenleben gefordert. Fast 15.000 Menschen seien nach Hundebissen in Krankenhäuser gekommen, berichtete die Gesundheitsbehörde. Sieben der neun Bezirke der Insel sind betroffen, so Ida Bagus Alit, Chef der Landwirtschaftsbehörde.
Auf der Insel leben 400.000 Hunde. Es sei schwierig, die Ausbreitung einzudämmen, weil die wenigsten Hunde geimpft sind. Die Behörde hat nur für weniger
als die Hälfte Impfstoff bekommen. 28.000 Hunde wurden eingeschläfert. Tierschützer haben die
Einschläferungsaktion kritisiert. "Wir sind sicher, dass die Krankheit
sich nicht weiter verbreiten würde, wenn etwa 70 Prozent der Tiere
geimpft wären", sagte die Direktorin der Tierschutzorganisation AWA,
Janice Girardi.
Bali war Jahrzehnte lang Tollwut-frei. Die Viruskrankheit kam nur auf den indonesischen Inseln Java und Flores vor. Die Regierung will die Krankheit bis 2012 ausrotten. Der auf Bali ansässige Virologe Ngurah Mahardika hält das für utopisch. Bali lebt überwiegend von Tourismus.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr 40.000 Menschen an Tollwut, überwiegend in Entwicklungsländern. (APA)