Hoffenheimer Simunic von Depressionen gepeinigt - Stark steigende Zahlen bei Verwendung von Antidepressiva im Hochleistungssport
Die Einnahme von Antidepressiva im Hochleistungssport soll sich nach einer Studie der Sporthochschule Köln in den letzten Jahren verdreifacht haben. Nach einem Bericht der "Sport Bild" verheimlicht ein Drittel der Profisportler die Einnahme von Psychopharmaka. "Immer mehr Sportler können den mentalen Druck nicht verarbeiten und greifen zu Antidepressiva", sagte Professor Mario Thevis.
Thomas Nickel, Leiter der psychiatrischen Ambulanz im Max-Planck-Institut in München, zeigt auf, dass es Schwierigkeiten bei der Behandlung von Sportlern gibt: "Man kann sie nicht einfach mal zwei Wochen krankschreiben. Dann fragt jeder sofort, was los sei."
Josip Simunic, Clubkollege der Österreicher Andreas Ibertsberger und
Ramazan Özcan bei Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim, der in der Zeit bei Konkurrent Hertha BSC Berlin seine Depression öffentlich machte, schockierte mit der Aussage: "Ich wollte mit Fußball aufhören. Ich war stark depressiv, körperlich am Ende. Zum Teil habe ich sieben Tage am Stück keine Minute geschlafen."
Sein Mentaltrainer Gerd Driehorst verdeutlichte die Heftigkeit der Krankheit. Simunic habe jeden Tag Versagensängste und Selbstzweifel gehabt: "Ein Fehlpass im Training reichte, und er war am Boden zerstört."
Laut Driehorst sei psychische Stärke ein "trainierbarer Muskel". Deshalb sei Prävention wichtig. "Wie bei der Impfung muss man den Bereich immunisieren, um nicht angreifbar zu sein", sagte der Mentaltrainer und kritisierte dabei auch die nicht immer professionelle Betreuung der Profis bei den Clubs. Durch die mangelhafte mentale Betreuung würden Millionen Euronen "verbraten". (red)