Sport und Psyche

"Körperlich am Ende"

18. November 2009, 12:26
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    foto: reuters/fabrizio bensch

    Josip Simunic kämpfte gegen Versagensängste und Selbstzweifel.

Hoffenheimer Simunic von Depressionen gepeinigt - Stark steigende Zahlen bei Verwendung von Antidepressiva im Hochleistungssport

Die Einnahme von Antidepressiva im Hochleistungssport soll sich nach einer Studie der Sporthochschule Köln in den letzten Jahren verdreifacht haben. Nach einem Bericht der "Sport Bild" verheimlicht ein Drittel der Profisportler die Einnahme von Psychopharmaka. "Immer mehr Sportler können den mentalen Druck nicht verarbeiten und greifen zu Antidepressiva", sagte Professor Mario Thevis.

Thomas Nickel, Leiter der psychiatrischen Ambulanz im Max-Planck-Institut in München, zeigt auf, dass es Schwierigkeiten bei der Behandlung von Sportlern gibt: "Man kann sie nicht einfach mal zwei Wochen krankschreiben. Dann fragt jeder sofort, was los sei."

Josip Simunic, Clubkollege der Österreicher Andreas Ibertsberger und Ramazan Özcan bei Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim, der in der Zeit bei Konkurrent Hertha BSC Berlin seine Depression öffentlich machte, schockierte mit der Aussage: "Ich wollte mit Fußball aufhören. Ich war stark depressiv, körperlich am Ende. Zum Teil habe ich sieben Tage am Stück keine Minute geschlafen."

Sein Mentaltrainer Gerd Driehorst verdeutlichte die Heftigkeit der Krankheit. Simunic habe jeden Tag Versagensängste und Selbstzweifel gehabt: "Ein Fehlpass im Training reichte, und er war am Boden zerstört."

Laut Driehorst sei psychische Stärke ein "trainierbarer Muskel". Deshalb sei Prävention wichtig. "Wie bei der Impfung muss man den Bereich immunisieren, um nicht angreifbar zu sein", sagte der Mentaltrainer und kritisierte dabei auch die nicht immer professionelle Betreuung der Profis bei den Clubs. Durch die mangelhafte mentale Betreuung würden Millionen Euronen "verbraten". (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 46
1 2
alte frau
42
18.11.2009, 21:38

simunic ist ein simulant und ein unsympathler.

Saskia Fabian
 
01
19.11.2009, 13:17
sie sind ne alte sappernde frau

Wolke Sieben
03
19.11.2009, 08:09

Ich finde, zweiteres sind Sie auch.

Neppomuk Novak
01
18.11.2009, 18:05

"Millionen Euronen" auch Meullonen oder Mironen genannt.

joseba beloki
00
18.11.2009, 17:58

na geh, jetzt ist die "weißwurstmetropole" aus dem text verschwunden.
ewig schade drum.
beim lesen hats mich zwar irritiert, dafür hat mich die aufregung über die schreckliche unsachlichkeit, die sich hier breit gemacht hat, aber mehr als entschädigt.

Sergej Lebed
32
18.11.2009, 17:33

Ich möchte mich keinesfalls über Josip Simunic und seine psychischen Probleme (die er mit Sicherheit nicht vorspielt) lustig machen, aber - wie schon einige Poster unter mir - muss man auch sagen: Das Gehalt eines Spielers in der deutschen Bundesliga bewegt sich in Sphären wie jenes eines Bereichsleiters (wenn nicht Vorstandsmitglieds) einer Großbank (diesen Vergleich habe ich berufsbedingt, er ist nicht aus der Luft gegriffen). Die Arbeitsbelastung und Verantwortung steht in keinem Verhältnis (dafür lasse ich mich gerne kritisieren, aber es ist meine Überzeugung). Spielern wie Herrn Simunic kann man daher - ohne Zynismus oder gar Neid - nur raten, sich einen "normalen" Job zu suchen, wenn´s für einen Fußballprofi psychisch nicht reicht.

Roman Weinhofer
 
18
18.11.2009, 17:48

Nein, das ist grundlegend falsch, wie viel jemand verdient hat nichts damit mit einer depressiven Erkrankung zu tun. Du kannst es gern testen, und einem stark Depressiven größere Geldsummen zu kommen lassen, falls du so liquid bist, und sehen ob sich die Depression in Luft auflöst.

Man kann nicht sagen, du verdienst so und so viel, deshalb darfst du keine Depression bekommen, was für ein Schwachsinn.

Ob sie zu viel oder zu wenig bekommen ist nicht die Frage, denn das regelt der Markt, keinem Spieler wird ein Cent geschenkt.

schetzgo
00
20.11.2009, 11:49
in ö

...wird das geld an spieler auf jeden fall verschenkt,das können sie mir glauben!

Sergej Lebed
02
18.11.2009, 21:46

Ich weiß nicht, wo Sie aus meinem Posting herauslesen, dass ein hohes Gehalt Schutz vor Depressionen wäre...

Tatsache ist allerdings, dass man mit einer psychischen Schwäche wie Simunic schlichtweg ungeeignet für das harte Fußballprofigeschäft ist (in der deutschen Bundesliga geht es eben um viel Geld - und deshalb sind auch die Gehälter unglaublich hoch) - das klingt vielleicht hart, aber alles andere ist eine verklärte Sicht der Dinge. Es gibt unzählige andere Jobs - mit ungleich weniger Verantwortung, aber eben auch ungleich geringerer Bezahlung.

Den von mir angesprochenen Job eines Bankbereichsleiters (ich bin übrigens keiner) kann man auch nur bei einer gewissen Ausbildung und hoher (Arbeits)Belastbarkeit ausüben.

Dyrn
00
18.11.2009, 17:27
Weißwurstmetropole München?

Geht's noch???

vom anderen Sternli
00
18.11.2009, 19:35
Das ist Sportjournalismus

Jeder Test muss einen Witz enthalten - egal wie gut er ist! Meistens sind diese Umschreibungen einer Mannschaft oder eines Ortes geradezu krankhaft herausgequetscht. Das trifft nicht nur auf den Stadard zu, sondern auf die gesamte Profession der Sportjournalisten.
Dann haben sie dann noch das Problem, dass sie nicht mehr über Wettkämpfe schreiben können, sondern lieber "human stories" produzieren.
Brech, spei, kotz! Ich will Berichte über Spiele und nicht über Befindlichkeiten von Millionären!

neuer weg
01
18.11.2009, 17:30
lassens dem verfasser doch die freude...

er hat sich sicher sehr originell gefühlt, als ihm das eingefallen ist.
insofern, lassens ihm die freude.

Kaiser Franz Joseph
02
18.11.2009, 17:21
ein ernst zu nehmendes thema


aaaaaaber, ist es nicht in allen berufsgruppen gleich?
klarerweise sehen den kleinen angestellten nicht hundert tausend im TV wenn er seine arbeit nur mässig erfüllt aber interessiert es jemanden?!
NEIN, ich finde gut dass depression im spitzensport ein offenes thema ist, zumindest zw. der betroffen person und jemanden der helfen kann, aber ich glaube nicht das es der beruf und der damit verbundene erfolgsdruck ist, denn die depression selber weiss nicht was der betroffene beruflich macht und damit verdient!!!!

Roman Weinhofer
 
20
18.11.2009, 17:41

Aha, da sprichst du wohl aus deiner täglichen Praxis als Psychiater?!

Du hast da einen Denkfehler, die Depression ist kein kleines Männchen, oder ein Virus, dass sich in den Körper einschleicht, sondern ist durch auf die Psyche einwirkende Umweltfaktoren bedingt, es gibt aber auch eine genetische Veranlagung oder Neigung. Sogar ein Virus hat hat es bei einem gestressten Menschen der täglich unter Druck steht leichter, da dieser das Immunsystem schwächt.

Der Otto-Normalverbraucher, bei dem die Depressionsanfälligkeit auch ständig steigt, wird nicht von jedermann in der Öffentlichkeit erkannt, angesprochen und mehr oder weniger fein kritisiert, und hat keine Spitzenleistung sondern eine Durchschnittsleistung zu erbringen.

Kaiser Franz Joseph
00
18.11.2009, 18:55

ich wollte damit nur sagen dass es egal ist ob man fussballer, formel 1 pilot oder bäcker, dachdecker oder was auch immer ist, denn jeder empfindet druck und die damit enstehende depression anders.

also, hab ich recht;.-)

Toni_Montana
 
00
18.11.2009, 21:42

... und da haben Sie mMn völlig recht.

msk_at
31
18.11.2009, 17:16

Gehälter kassieren wollen wie Topmanager (welche Verantwortung für tausende Angestellte haben) aber nicht mit dem Erwartungsdruck umgehen können.

Sorry, mein Mitleid hält sich da schon ein wenig in Grenzen.

Georg-99
10
18.11.2009, 20:33

In wie weit hat den ein Topmanager heutzutage Verantwortung für tausende Mitarbeiter?
Wenn der die Jobs versaut wird er mit einer millionenschweren Abfindung in Pension geschickt.

Und das nennst du Verantwortung, wirklich komisch, und traurig zugleich.

Das is mal das Erste, und weiters braucht dein Mitleid sowieso niemand, ich meine wirklich absolut niemand, ..., außer vielleicht du selber.

mief quirl
00
11.11.2010, 07:38

Natürlich hat ein Topmanager auch Verantwortung.
Wenn dort dann charakterschwache Leute sitzen die ohne Weiteres dazu in der Lage sind beim Anblick von genug Geld jegliche Konsequenzen ihres Handelns auszublenden sollte man sich vielleicht fragen welche Ansprüche in diesen Firmen, bzw. generell an Führungskräfte formuliert werden.
Wobei, pauschalisieren hilft meist wenig weiter, es soll ja angeblich auch Menschen in Spitzenpositionen geben die sich mit ihrer Arbeit durchaus identifizieren und z.B. unter Versagensängsten leiden.

Georg-99
00
11.11.2010, 13:55

Bin ganz deiner Meinung, natürlich entscheidet er/sie über das Schicksal tausender Menschen und hat somit enorme Verantwortung.

Was ich lediglich ausdrücken wollte ist, dass er das Schicksal dieser Menschen nicht mittragen muss, denn während die anderen einfach arbeitslos sind, geht er mit einer millionenschweren Abfindung nach Hause, er muss also die Konsequenzen seines Handelns nicht in dem selben Ausmaß mittragen.

Die Versagensängste hat er ja nicht wegen dem schlechten Gewissen (sondern wieder nur aus egoistischen Gründen), dieses dürfte sich in Grenzen halten bzw. reicht zumindest nicht aus um freiwillig auf die Abfindung zu verzichten...

Frohsinns dicke Katze
 
01
18.11.2009, 17:25

honkytonk.
schauen sie mal nach, was "krankheit" bedeutet. depressionen sind nicht eine charakterschwaeche, der umgang mit ihnen hat nichts mit willenskraft zu tun.
depression ist eine krankheit.

sociovation
00
18.11.2009, 16:32
Ich befürchte,

dass durch den Einsatz zweifelhafter "Mentaltrainer" inzwischen noch viel mehr Millionen "verbraten" werden.

cHL
00
18.11.2009, 17:10

aha, konkrete beispiele?

Persona gone missing
06
18.11.2009, 15:43
... in der Weißwurstmetropole München

Was soll diese Bezeichnung in so einem ernsten Artikel? Fand ich persönlich jetzt ein wenig unpassend.

Herr Vorsicht
01
18.11.2009, 17:20
wollte

gerade inhatlich das selbe schreiben, danke - vollkommen unpassender sprachausflug !

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