Aktion in Salzburg animiert Unternehmen, für einen sicheren Heimweg vorzusorgen - Plakate und Taxigutscheine - Polizei plant verstärkte Kontrollen im Advent
Salzburg - "Auf ihn ist Verlass. Wenn er fährt, trinkt er nicht." - Mit diesem Slogan auf etwa 8000 Plakaten will das Salzburger Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) dafür sorgen, dass Mitarbeiter nach mehr oder weniger ausgelassenen Firmen-Weihnachtsfeiern sicher nach Hause kommen. Auch Arbeiter- und Wirtschaftskammer, der Arbeitsmedizinische Dienst, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), der Energieversorger Salzburg AG und die Gebietskrankenkasse sowie die Polizei beteiligen sich an der Aktion.
Spaß und Verantwortung
Die positive Stimmung auf den Plakaten solle deutlich machen, dass man "Spaß haben und dennoch Verantwortung übernehmen" könne, heißt es vom KfV, das die Aktion in Salzburg bereits zum achten Mal durchführt. 5000 der Plakate legt die Wirtschaftskammer ihrer Mitgliederzeitung bei, die restlichen werden an etwa 800 Sicherheitsvertrauenspersonen und Betriebsräte in den Unternehmen, an Arztpraxen, Apotheken, Berufsschulen und Vereine verteilt.
Ein-Euro-Gutscheine fürs Taxi
Man wolle "die Firmen und Vereine dazu animieren, sich auch darüber Gedanken zu machen, wie die Mitarbeiter nach der Weihnachtsfeier wieder gut nach Hause kommen", sagt Rainer Kolator vom KfV. Dabei hilft eine Kooperation mit zwei Salzburger Taxiunternehmen: Sie stellen insgesamt 1000 Ein-Euro-Gutscheine zur Verfügung. Firmen können diese Gutscheine gratis beim KfV anfordern, solange der Vorrat reicht.
Firmen bieten Übernachtungsmöglichkeiten
Außerdem fordere man die Unternehmen auf, ihre Maßnahmen zur Unfallprävention zurückzumelden, sagt Ursula Hemetsberger vom KfV. Von etwa 300 Firmen bekomme man jährlich Feedback, sagt sie, die Firmen würden mehrheitlich auf Fahrgemeinschaften setzen, ihren Mitarbeitern Taxis bezahlen oder aber auch Übernachtungsmöglichkeiten bereitstellen. Einige Firmen seien sogar besonders großzügig und würden ihren Mitarbeitern nicht nur das Taxi für die Heimfahrt, sondern auch für eine Lokalrunde in der Innenstadt zuvor bezahlen, berichtet Hemetsberger.
Gefährlicher Dezember
Tatsächlich sei an den Dezemberabenden die Anzahl der Alkoholunfälle "doch etwas höher als in den anderen Monaten", sagt Sebastian Dorfinger von den AUVA. Auch Krankenstände seien nach Weihnachtsfeiern häufiger, berichtet Siegfried Schluckner, der Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse.
Junge Männer als Risikogruppe
Insgesamt gab es in den ersten acht Monaten des Jahres 2009 in Salzburg 123 Alkoholunfälle mit 173 Verletzten und drei Toten, 40 Prozent davon in der Landeshauptstadt. Die Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. An Samstagen und Sonntagen passieren im Wochenvergleich die meisten dieser Unfälle, Hauptunfallzeit ist zwischen 19 und 24 Uhr. Die höchsten Verletztenzahlen gibt es in den Altersgruppen zwischen 15 und 24 Jahren, aber auch die 25- bis 49-Jährigen sind häufig betroffen. Nur 13 Prozent der Alkolenker waren Frauen.
Verstärkte Kontrollen
Bei Jugendlichen habe die Aufklärungsarbeit teilweise schon gegriffen, sagt Dieter Rauchenzauner von der Salzburger Polizei: Es komme bei Kontrollen immer häufiger vor, "dass der Lenker bröseltrocken ist, während alle anderen laut herumgrölen". Für die Vorweihnachtszeit kündigt Rauchenzauner flächendeckende Alkoholkontrollen an. Schon während der ersten zehn Monate des Jahres habe man die Zahl der Vortests um ein Drittel auf 73.671 gesteigert. Von den kontrollierten Lenkern wurden 4.994 zum Alkomattest gebeten, davon waren 2.737 positiv. Bis Jahresende sollen 100.000 Vortests durchgeführt werden. (Markus Peherstorfer, derStandard.at, 18.11.2009)