U-Bahn und Hausmeister

Kosten für Volksbefragung unklar

17. November 2009, 19:43
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    foto: apa/pfarrhofer

    Sollen die U-Bahnen am Wochenende auch nachts fahren?
    Die rote Stadtregierung will's wissen

Häupl sammelt Vorschläge für Fragen, Magistrat arbeitet an Details zur Durchführung

Wien - Was Bürgermeister Michael Häupl vom Wiener Volk genau wissen will, ist zwar noch nicht klar, wann die erste Volksbefragung nach 19 Jahren beschlossen werden soll, ist hingegen fix: Spätestens am 18. Dezember wird der Antrag den Gemeinderat passieren, sagt Häupl.

Bis dahin arbeitet man sich im Rathaus durch Vorschläge. Neben den zwei Fixstartern - der Frage nach in der Nacht fahrenden Öffis und der Wiedereinführung von Hausmeistern - ist nämlich noch alles offen. Drei bis vier weitere Fragen soll es geben, klar ist nur, dass sie aus den Bereichen Bildung und Soziales kommen sollen. „Wir werden derzeit mit Mails überhäuft, die Rückmeldungen sind durchwegs zustimmend", sagt Häupl. Die Opposition sei ebenfalls eingeladen, sich Gedanken über die wichtigsten Fragen an die Bevölkerung zu machen. 

"Schmäh", "Alibi"

Nach den ersten Reaktionen auf seine Ankündigung vom Montag, das Volk befragen zu wollen, rechne er aber nicht damit. „Aber vielleicht überlegt man sich's ja noch." FP-Chef Heinz Christian Strache sprach von einem „Schmäh", VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter von einer „Alibi-Aktion", und Grünen-Chefin Maria Vassilakou fragte sich, ob die Volksbefragungen nicht mehr kosten, als wenn diese Maßnahmen gleich umgesetzt würden.

Wie viel die Befragung der Wiener Bevölkerung - die laut Gesetz mindestens zwei Monate vor der Bundespräsidentenwahl im April stattfinden muss - kosten wird, ist noch nicht klar. Die Magistratsabteilung 62 (Wahlen und rechtliche Angelegenheiten) ist laut dem zuständigen Büro von Stadträtin Sandra Frauenberger (SP) gerade dabei, die Details auszuarbeiten.

Per Post

In Sachen Kosten gebe es keine Erfahrungswerte. „Wir müssen uns erst einmal ansehen, wie wir das am besten organisieren", sagt Frauenberger-Sprecherin Gabriele Philipp. Ausschlaggebend sei in der Kostenfrage die Anzahl der Annahmestellen - möglicherweise greife man deshalb auch auf eine Mischform aus möglicher Stimmabgabe am Amt beziehungsweise mittels Brief zurück. 

24-Stunden-Öffi-Verkehr am Wochenende forderte zuletzt die junge ÖVP mittels eigener Kampagne. Deren Obmann Sebastian Kurz ist von Häupls Befragungsplänen mäßig begeistert: „Alle repräsentativen Umfragen zeigen eine breite Zustimmung für die Idee eines 24-Stunden-Betriebs der U-Bahn. Wozu nun eine Volksbefragung notwendig sein sollte, bleibt ein Rätsel, das nur der Herr Bürgermeister beantworten kann." 

Auch die Grünen forderten in den letzten Jahren mehrmals U-Bahnen bei Nacht. „Es ist schön, dass der Bürgermeister eine alte Forderung der Grünen Wien nun endlich aufgreift", sagt Rüdiger Maresch. „Es stellt sich jedoch die Frage, warum die alleinregierende SPÖ Verbesserungen im öffentlichen Verkehrsnetz nicht einfach umsetzt." (Martina Stemmer, DER STANDARD Printausgabe, 18.11.2009)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 96
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wollnase
00
24.11.2009, 11:21
gratulation an sowohl

spö, övp und die grünen, die es bei den 24h u-bahnen erfolgreich schaffen, etwas absolut unnötiges zu fordern

u-bahnen sind in der nacht die transporter ins niemandsland (erst bei der langen nacht der museen erlebt) und somit nur sinnvoll für leute, die in unmittelbarter nähe der u-bahn wohnen oder gerne geld für taxis ausgeben.

die nightlines dagegen decken ein relativ großes gebiet ab. wenn also geld in die hand genommen werden soll, dann wäre es sinnvoller, dieses in kürzere intervalle der nightlines bzw. deren ausbau zu investieren.
dafür brauchts keine halblustigen jÖVP-aktionen, keine teuren roten volksbefragungen und keine undurchdachten grünen "aber wir wollten das auch schon immer" einwürfe

John Malkovich
00
24.11.2009, 10:26

Teile des Wiener Rings zumindest im Sommer zu einer Fußgängerzone umfunktionieren und Einführung einer City Maut für Benzin- und Dieselfresser.

Imho würde ich die U-Bahnzeiten am WE nur bis halb zwei verlängern und dafür dichtere Nightline Intervalle einführen.

Vedralo-Spiralo
01
19.11.2009, 14:51

Dass die Kosten bei den Rathausroten wieder unklar sind, ist wohl keine Überraschung. Hier ist Vorsicht angesagt.

Anti-mens
01
19.11.2009, 07:52
mein tipp zur "volksbefragung":

der SPÖ wirklich ganz genau auf die finanzfinger schauen. ich wittere hier schon einmal vorsorglich versteckte parteienfinanzierung um die wahlkampfkasse für 2010 zu füllen.

mein tipp an die genossen: macht die kosten transparent und überprüfbar, sonst gibt es eine schellte. :-)

supersepp
00
18.11.2009, 20:15
bitte

macht wer eine homepage wo die fragen gesammelt werden? und am besten mit rating oder so? wär doch was als parodie - am ende landet davon eh nix am zettel.

supersepp
00
18.11.2009, 20:12
die spö simuliert demokratie

in wahrheit will ja niemand, dass da was ga am ende vom volk enstschieden wird.

siehe so ca. 1000 Projekte wo es Bürgerinitiativen dagegen gibt. wenn da eine befragung käme wäre die sache gegessen - egal wie sie ausgeht und man könnte sich wieder mit sinnvollen dingen beschäftigen. früher hat die spö das noch verstanden...

sonst gäbe es ein recht wie leicht in einem bezirk und in der stadt mittels einer nicht zu hohen anzahl an unterschriften ein entscheid eingeleitet werden kann, der dann die jeweilige instanz bindet.

als wenn dann eine volksbefragung über mehr demokratie - alles andere ist ein farce

Zukunftsoptimist
01
18.11.2009, 19:04
Gestern wurde das Buch "Raus aus der Sackgasse"

von Aktion 21 (www.aktion21.at) vorgestellt. Das sollte der Bürgermeister lesen, dann könnte er sowohl die fehlenden Fragen ergänzen als sich auch ohne Befragung ein Bild machen, warum seine Regime selbst bei der eigenen Klientel so sehr an Beliebtheit einbüsst. Aber die Wahrheit ist für die meisten unerträglich.

Zukunftsoptimist
01
18.11.2009, 19:01
Das Hausbesorgergesetz

wurde durch scharz-blau abgeschafft, nicht aber die Hausbesorger. Das hat das rote Wien im eigenen Wirkungskreis radikal besorgt.
Das Gesetz kann die Stadt Wien nicht wiedereinführen, das wäre verfassungswidrig. Was sie kann, ist ihren Hauseigentümern zwangsweise die Anstellung eines Hausbesorgers verordnen. Auch dort, wo dies nicht einmal die Mieter wollen.
Wir haben in unserem Haus (Wohnungseigentum) einen funktioniernden Hausbesorger, pflegen und hegen ihn und sind glücklich. Wir brauchen keine "Befragung" und auch keine "Zwangsbeglückung".
Populismus pur soll nur vom totalen Versagen ablenken..

01052004
00
18.11.2009, 17:48
volksbefragung statt dreiecksständern!!!!

da wär ich sofort dafür!!! sowohl als auch: bitte nicht!!! und wenn, dann nur online (wäre co2-freundlicher)...

Wähler Wille
02
18.11.2009, 15:53
Frage Nr. 3:

Soll die Schnellbahnverbindung zum Flughafen mit einem 1/4-stündlichen Intervall erfolgen (und der sinnlose CAT eingestellt werden)?.

Francesco Petrarca
02
18.11.2009, 15:52
Bitte unbedingt in den Fragenkatalog als Pkt. aufnehmen:



Wiederabschaffung der U-Bahn-Zeitung.

Die Verblödung unserer Kinder durch diesen Müll ist bereits bedrohend weit fortgeschritten.

Annemarie Veit
00
24.11.2009, 06:59

geht nicht, weil es die rote klientel bedient...!

schmu schubiak
11
18.11.2009, 15:07
lieber michi,

wenn es noch mehr steuergeld sinnlos zu verpuffen gilt dann gebe ich sehr gern meine kontonummer bekannt.

Der Neugierige
70
18.11.2009, 14:55
Direkte Demokratie

wird in unserem Land viel zu selten angewandt.
Ich freue mich daher über jede Volksbefragung und nehme auch daran teil. Sollte allerdings kosteneffizient durchgeführt werden.

ad Offis:
Ich würde gerne die Strassenbahnen durch Autobusse ersetzten!
Die Strassenumbauten waren in den letzten Jahren sehr kostenintensiv mit dem Resultat der deutlichen Verkehrsbehinderung. Weiters sind Strassenbahnen unflexibel (Stichwort: Demo) und vermutlich wesentlich teurer als Autobusse. Weiters unpraktisch (Kinderwagen, Rollstuhl...)

Ein kürzlicher Besuch in London hat mir wieder ein gutes Konzept von U-Bahn+Bus in Erinnerung gebracht!

Quim Barreiros
01
19.11.2009, 13:38

Warum Straßenbahnen für Kinderwagen oder Rollstuhl unpraktisch sind, müssen Sie mir erklären. Eigentlich ist es genau umgekehrt, da man Straßenbahnen und Bahnsteige viel exakter abstimmen kann als Busse und die entsprechenden Kanten.

Und die Flexibilität von Bussen gibt es zumindest innerstädtisch nicht.

nebenerwerbsposter
00
19.11.2009, 12:29

hojac - seit wann bist wieder in der regionalpolitik tätig?

BraS
 
01
18.11.2009, 17:59

das Konzept in london ist so "gut", dass man vor ein paar Jahren angefangen hat, wieder Straßenbahnen zu bauen.

sixela
02
18.11.2009, 14:52

Die Fragen werden sicher wieder so formuliert, dass die Leute an der Hand genommen und "eingeladen" werden, so abzustimmen, wie es sich die SPÖ wünscht.

Kann nur hoffen, dass die Wiener klug genug sind, die Wiedereinführung von Blockwarten abzulehnen.

meister petz
01
18.11.2009, 14:41
hmm

die fragestellung wird dann interessant .. sind darin auch die pros und cons enthalten wie finanzielle aufwände, zusätzliche lärmbelästigung,etc. Oder wird die entscheidung im management stil kommuniziert ... "oita, wüßt am sunndog mit da ubaun fohrn?" am besten mehrsprachig!

Homo Austriacus
07
18.11.2009, 13:46
Demokratie unerwünscht?

Ich bin über die vielen Wortmeldungen und Postings entsetzt, wo die Bürgerbefragung als Schmäh, Wahlkampfgag usw bezeichnet wird, und über die Kosten hergezogen wird!

Anstatt sich zu freuen, dass die Wähler endlich wieder nicht zu Parteien, sondern zu SACHFRAGEN abstimmen dürfen, wird nur herumgeraunzt.

Wer nicht abstimmen will, muss ja nicht hingehen.
Aber eine Befragung sämtlicher Wahlberechtigten ist auf jeden Fall vielfach besser als Meinungsumfragen von einigen 100 ausgesuchten Leuten.

Demokratie kostet halt was,
und zur Nacht-U-Bahn:
da vermutlich die (zahlreichen??) Nacht-Fahrgäste nicht die Zusatzkosten des Nachtbetriebes decken werden, müssen wohl die Steuerzahler für die Differenz aufkommen - dann sollen sie auch entscheiden!

sally
00
18.11.2009, 17:37
Demokratie erwünscht

Besser so als eine Umfrage von nur einer Partei - wie in der Weltstadt Mistelbach durchgeführt. Der Rücklauf samt Auswertung trug sehr eindeutige Tendenzen und wurde den WählerInnen dann anschließend als "das wollen die Wähler" verkauft.

Regis 1
00
18.11.2009, 16:15
Demokratie unerwünscht?

sie sind kein wiener, oder?

Juergen Hoffmann
 
00
18.11.2009, 14:54

ist keine Abstimmung, sondern eine (Schmäh)-Befragung, die nur dazu dienen soll, die SPÖ vor der vernichtenden Niederlage im Herbst zu bewahren. Sonst nix...

Aber die Wähler hätten vielleicht gerne über den Pratervorplatz abgestimmt, oder ob die Kinder in der Hauptschule Deutsch lernen sollen...

tartaros
00
18.11.2009, 13:41
ja genau, endlich die u-bahnen nächtens zukotzen

chiwato
01
18.11.2009, 12:52
ich bin

dafür, das hausmeister am wochenende nachts mit der u-bahn fahren.

fragt's mich nur.

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