"Swords and Soldiers": Strategisch, zugänglich, gut

Alois Pumhösel, 17. November 2009, 18:36

Der gelungene Indie-Titel für die Wii bekommt jetzt auch in Österreich Aufmerksamkeit

Gold fördern, Soldaten ausbilden, sie in die Schlacht schicken. Ein Prinzip, das man kennt. Dass die grundlegenden Prinzipien eines Echtzeitstrategiespiels in einem zweidimensionalen Sidescrolling-Spiels angewendet werden, ist weniger vertraut. Der innovative Genremix "Swords and Soldiers" packt das zusammen und fügt noch Heil- und Kampfzauber hinzu, die man als Spieler zur richtigen Zeit einzusetzen hat. Irgendwie weckt das Wii-Spiel auch Assoziationen in Richtung "Lemmings" und Tower Defense.

Der niederländische Titel, der bereits seit Mai als WiiWare erhältlich ist kam nun auch in Österreich zu Ehren, als es in Graz zum Gesamtsieger des "Europrix Multimedia Awards" gekürt wurde. Auch wenn die Europrix-Initiative nicht gerade mit maßloser Bedeutung gesegnet ist, die Entscheidung ist gut. Das Preisträgerstudio Romino Games machten in der Indie-Welt bereits mit "De Blob" aufmerksam. Das Spiel mit dem Ball, der, vom Spieler gesteuert, eine 3-D-Stadt in bunte Farben taucht, brachte den Utrechter Studenten um Joost van Dongen den Durchbruch. Sie zeigten der Games-Industrie, wie man Casual Games abseits der ausgetreten Konzepte machen kann und durften ihr Konzept auch für die Wii umsetzen.



Mit "Swords and Soldiers" schufen sie ein würdiges Folgewerk, das wieder Innovation in den Vordergrund stellt. Denn gerade das Genre der Echtzeitstrategie war bei der Eroberung neuer Spielerschichten nicht gerade vorne mit dabei. Der Trend zu Casual Games konnte mit den vergleichsweise komplexen Konzepten nicht viel anfangen. "Swords and Soldiers" schlägt hier eine Brücke, bedienst sich ganz unverkrampft bekannter Spielelemente und macht eine witzige, für die Wii passende, runde Sache draus. Mit Wikingern, Azteken oder chinesischen Kämpfern kann man auch im Splitscreen gegeneinander antreten, was angesichts des Comicfiguren-Gewimmels schon ein wenig unübersichtlich werden kann. Die etwas bemüht inszenierten Brachialhumortexte schießen auch nicht gerade den Vogel ab. Nur kleine Mängel an einem insgesamt gelungenen Indie-Titel.

WiiWare-Download um 10 Euro, ab 12 Jahre

http://www.swordsandsoldiers.com/

http://www.europrix.org/

Jürgen Mayer
12
18.11.2009, 17:24
Wie mein Vorredner schon (unbeabsichtigt?)

hingewiesen hat, sollte sich hier vom Autor einmal entschieden werden, wo und wie "Kritik" an Videospielen angebracht wird. Welche Darstellungsformen dabei abgelehnt werden. Vielleicht wird dieses Posting von mir aber sowieso wieder zensiert, auch wenn ich die Namen Bronners und Hanekes ausnahmsweiß mal nicht integriert hab ;-) Uups. So macht mir das posten hier sowieso keinen Spaß mehr - bei derlei kulturellen Normvorstellungen: ich muss die "Brutalität als Sebstzweck" eines "Fairytale Fights" auch nicht haben, es deswegen anderen schlecht machen könnte ich mit meinem Gewissen jedenfalls schon auch nicht mehr vereinbahren.

elento
 
11
18.11.2009, 08:20

Diesmal kein "blutiges Abfallprodukt"? Alles in Allem erscheint mir der Titel doch auch in diese Sparte zu fallen. Von der - Wii typischen - kindlichen bis kindischen Grafik mal ganz abgesehen.

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