"Homo-Ehe" und SPÖ

Lauter unvollendete Werke

17. November 2009 16:42

Wieso ist die SPÖ eigentlich in der Regierung, wenn sie kaum was durchsetzen kann?

Die SPÖ sagt selbst, die mit der ÖVP erzielte Einigung zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft sei ein "unvollendetes Werk" (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek), stimmte dem Entwurf im Ministerrat aber trotzdem zu. Die Tatsache hat positive Aspekte, nämlich dass jetzt in vielen Dingen endlich Gleichstellung zwischen homo- und heterosexuellen Paaren herrscht. Es ist auch anzuerkennen, dass sich die ÖVP nach jahrelanger Abwehrhaltung überwunden hat und der eingetragenen Partnerschaft zugestimmt hat. ÖVP-Bürgermeister waren ja vor noch nicht allzu langer vehement gegen die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften eingetreten. "Die Natur hat's nicht so eingerichtet", war beispielsweise zu hören.

Man fragt sich aber langsam, warum denn die SPÖ überhaupt in der Regierung ist, wenn sie kaum durchsetzen kann, was sie sich vornimmt. Und dadurch eine Schmalspurversion bei der "Homo-Ehe" rausgekommen ist, die die ÖVP alleine auch hätte umsetzen können.

Vertreter der SPÖ waren eindeutig dafür eingetreten, dass es auch für gleichgeschlechtliche Paare eine Zeremonie am Standesamt geben soll. Sie konnten sich gegen die ÖVP nicht durchsetzen.

Und es gab seitens der SPÖ den Wunsch, dass auch Stiefkinder adoptiert werden können, wenn der Lebenspartner verstirbt. Die SPÖ konnte sich nicht durchsetzen.

Auch in anderen Fragen - etwa der 13. und 14. Auszahlung der Mindestsicherung - scheiterte die SPÖ. Zwar ist es Verdienst der SPÖ, dass es die Mindestsicherung überhaupt gibt, aber den Erfolg dafür kann sich die Regierung unter Alfred Gusenbauer und Sozialminister Erwin Buchinger an die Brust heften und nicht die Regierung Faymann.

Alleine bei den Rechten für Alleinerziehende, die in Sachen Kindergeld ausgeweitet wurden, konnte sich die Partei gegen die ÖVP durchsetzen.

Ansonsten hat die SPÖ in der Regierung noch nicht besonders viel sozialdemokratische Handschrift hinterlassen. Nicht nur die Einigung bei der Homo-Ehe scheint ein "unvollendetes Werk" zu sein,  das dürfte auch auf viele andere Bereiche zutreffen. Irgendwie steht die SPÖ derzeit noch vor lauter "unvollendeten Werken". Aber sie hat ja noch ein paar Jahre Zeit bis die Legislaturperiode zu Ende geht. Vielleicht gelingt es ihr ja noch, ein paar Werke zu vollenden.

Bei den jetzt beschlossenen Sachen scheint der Zug aber abgefahren zu sein. Denn die ÖVP wird nicht an beschlossenen Gesetzen neuerlich zu rütteln beginnen bzw. rütteln lassen. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 17.11.2009)

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Mimo Prinz
21.11.2009 10:38
Diese Einschätzung ist WESENTLICH realistischer:

http://www.andreas-unterberger.at/2009/11/d... -und-2008/

the comedian
 
13.12.2009 12:28
keine werbeeinschaltung mehr

fuer wertkonservative spinner

Chris Haslacher
 
21.11.2009 11:03
tartaros
18.11.2009 20:05
homo im trend

ach, nur weil jetzt homo sein in ist, müssen wir nicht jedes mal die gesetze verändern. trends kommen und gehen. in 10 jahren ist das schnee von gestern. interessiert kein schwein mehr.

Orakel1
18.11.2009 18:40
Deutschland ist im Vergleich zu Österreich ein Land mit Welftoffenheit,

.relativ undogmatisch, nicht borniert und ist eine gestandene Demokratie. Wir sind bei den Homos im Hintertreffen, wir sind latent Ausländerfeindlich, im 'Besonderen gegen die Deutschen und Juden und wir haben die Regierung, die wir auch verdienen. Alles andere sind krampfhafte Versuche, um uns zu schonen. Weil wir die Wahrheit ganz schlecht vertragen. Wir laufen unseren Lebenslügen hinterher, und fühlen uns gut dabei.In der Summe haben wir einen gewaltigen Nacholbedarf um zu einem anerkannten Partner in der EU und der Welt zu werden.

champagne
18.11.2009 18:24

ein unvollendetes werk, dass am ehesten von rot-grün vollendet werden würde.
nur halt rechnerisch unwahrscheinlich, ich weiß.

Ausgeflippter Lodenfreak
18.11.2009 16:42

Bei der Homo-Lebensabschnittspartnerschaft sehe ich eigentlich keinen Umfaller. Ich glaube nicht, dass das Gesetz in einer Schwarz-Blaorangen-Regierung überhaupt verabschiedet worden wäre, also ist das ein klarer Sieg für die Roten.
Die Zeremonie am Standesamt ist meiner Meinung nach sowieso ein Ablenkungsmanöver um nicht über das viel heißere Eisen Adoption sprechen zu müssen.

dr toolittle
18.11.2009 13:55
ich sehe das nicht schwarz.

immerhin - wie geschrieben - hat es eine deutliche verbesserung gegeben und mit der zeit wird das gesetz erweitert werden (müssen). alleine schon deswegen, weil ich mir sicher bin, dass einige bestimmungen nicht verfassungskonform sind oder dem gleichheitsrecht widersprechen. das ließe sich wahrscheinlich bis vor dem EUGH durchfechten. heißt: es wurde dem antischwulen österreich endlich einmal klar, dass die zeit weiter gegangen ist und verbesserungen werden noch kommen.

die gay community wirds derwarten.

und in der zwischenzeit eine zeremonie beim magistrat machen. ganz ohne gesetz.

Dormouse
18.11.2009 11:27

man hätt halt nicht mit denen in eine koalition gehen dürfen, bzw. man kann ja jederzeit raus...nur mal so ein vorschlag.

aunty
18.11.2009 12:50

ich gebe ihnen bedingt recht.
allerdings hat das die spö unter gusenbauer verbockt. spätestens als schüssel, der ja den ersten koal. pakt ausgehandelt hat gemeint hat, es sei schon ein entgegenkommen der övp überhaupt mit der spö zu verhandeln, hätten sie aussteigen, und die oppositionspolitik fortführen sollen. wir wären dann zwar weiterhin schwarz/blau regiert worden, doch das nächste wahlergebnis wäre um einiges klarer ausgefallen, ja - ich glaube wir hätten keine övp mehr in der regierung gehabt.

momentan ist die situation leider so, sollte eine partei aussteigen, kommt wieder schwarz/blau, allerdings unter ganz anderen vorzeichen.

Ingrid Goeschl1
18.11.2009 11:21
Eins sollten wir vielleicht klarstellen:

Die ÖVP hat die echte Gleichstellung verhindert, nicht die SPÖ.

Man kann der SPÖ den zu weichen Kurs vorhalten (nur die Grünen platzieren sich hier völlig klar), die Hauptschuld trägt aber eindeutig die ÖVP.

Und solange so viele ÖVP wählen, solange sind allen anderen die Hände gebunden.

Ausgeflippter Lodenfreak
18.11.2009 16:37

Die Grünen tun sich immer leicht mit unrealistischen Maximalforderungen weil sie nie wirklich Verantwortung übernehmen. Es ist bezeichnend, dass es die Grünen jetzt schon lange gibt, sie aber noch nie Regierungsverantwortung übernommen haben.
Das ist auch einer der Gründe warum ich die Grünen nicht mehr wähle, mir kommt vor die haben es sich in der Opposition zu gemütlich gemacht und wollen gar nicht in die Verantwortung.

Shanajio
18.11.2009 10:53
"... ÖVP alleine auch hätte umsetzen können."

Hätte sie das auch wirklich gemacht?

Ich jetzt nicht die SPÖ verteidigen, aber ich glaube nicht, dass die ÖVP aus eigenem Antrieb heraus, auch nur irgendetwas in Richtung Homo-Ehe beschlossen hätte.

alexander lukacs
18.11.2009 10:02
Konservatives Land?

Ich habe da einiger Postings gelesen, die Österreich eine konservative Grundeinstellung attestieren. Mag sein, aber dieser Konservativismus hat immer noch Lueger und wenns denn noch ein bißchen rechter sein darf, Schönerer als Vorbilder. Wobei die Deutschtümelei des Letztgenannten heutzutage schon in eine zu fortschrittliche Richtung weisen würde.

Ich bin kein Fan der deutschen Regierung, aber es spricht Bände, dass es dort in allen Parteien und in namhaften Positionen, bis hin zum Außenminister, bekennende Schwule gibt. In Österreich nach wie vor undenkbar - Lueger und Schönerer lassen grüßen.


Banal Grande
18.11.2009 15:22
und worin

besteht nun der Vorteil an einem bekennenden Schwulen in der Regierung?

little frog
18.11.2009 12:04

Der Rückschluss auf die rechten der ersten Republik und früher ist meiner Ansicht nach in diesem Zusammenhang falsch, vor allem in Verbindung mit Deutschland.
Ich sehe das Problem bei uns eher in einem noch immer alle Lager durchdringenden Katholizismus, der uns auch von Deutschland unterscheidet und nicht so sehr die rechtsradikale Vergangenheit.

Alexander Patjomkin
18.11.2009 10:28
Konservativ ist kein Synonim von "Schlecht"

Meistens ganz im Gegenteil.
Wer Bewährtes erhalten will, ist kein dummer Mensch. "Modern" klingt gut, aber mit Vorsicht geniessen. Es gibt viele "moderne" Ideen, die einfach nur blöd sind.

alexander lukacs
18.11.2009 17:07
kommt darauf an, was man erhalten will

Sind es echte Werte, dann bin ich völlig einverstanden. Aber wenn es nur Moralin und damit in die eine oder andere Richtung Intoleranz ist, dann ist es abzulehnen.

Der obere Poster hat es völlig richtig beobachtet: Die Intoleranz des buchstabentreuen Katholizismus durchdringt bei uns noch immer - vor allem das konservative Lager. Deswegen habe ich auch die Beispiele Lueger und Schönerer genannt. Wobei die Schönerer-Assoziation eher in Richtung Blau geht.

nofretete69
 
18.11.2009 12:37

kommt darauf an, was man konservieren möchte !

btw : was hat homosexualität mit modern zu tun ??

champagne
18.11.2009 18:22

per se hat homosexualität natürlich nichts mit "modern" zu tun, allerdings wäre ein "moderner" zugang zu dem thema wünschenswert. und zwar im sinne von nicht-gestrig-verblödet sondern offen und respektvoll. + ehe am standesamt, adoptionsrecht, etc. natürlich. ;)

Christoph Steiner2
18.11.2009 09:32

"sozialdemokratische Handschrift"

und was genau sollte dies - unter Faymann - sein?

tartaros
18.11.2009 08:49
die spö: alt und spröde

wofür steht die spö: öbb, orf, bawag, bonzen, alleinerziehende, homotransx, kinderlose

övp: jung, konservativ, modern - ab in die zukunft!

aunty
18.11.2009 12:54

övp steht für katholiban, unmensch, sozialabbau usw

Timagoras
 
18.11.2009 12:37
"övp: jung, konservativ, modern - ab in die zukunft"


genau!

und der mond besteht aus schweizer käse ....

Dormouse
18.11.2009 11:29

lol diese zukunft könnens gleichstellen mit dem ende der menschheit...

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