Koalitionsdeal

Mayerhoffer räumt ORF-Finanzdirektion für Grasl

17. November 2009 08:46
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    Foto: orf/ramstorfer

    Sissy Mayerhoffer wurde zur Leiterin "Humanitarian Broadcasting" bestellt.

Stunden nach Koalitionseinigung Rücktritt bekanntgegeben - Job sofort ausgeschrieben - Wahl am 17. Dezember

Die Kaufmännische Direktorin des ORF, Sissy Mayerhoffer, räumt nach der Regierungseinigung auf ein neues ORF-Gesetz ihren Platz und übernimmt die Funktion "Humanitarian Broadcasting" des öffentlich-rechtlichen Senders. Dies teilte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am späten Montagabend in einem Mail, das der APA vorliegt, den Mitgliedern des ORF-Stiftungsrats mit. Mayerhoffers Rückzug wurde nach der SPÖ-ÖVP-Einigung auf eine Gebührenrefundierung in Höhe von insgesamt 160 Mio. Euro erwartet. Als Favorit für die Nachfolge Mayerhoffers wird der von der ÖVP unterstützte Chefredakteur des Landesstudios Niederösterreich, Richard Grasl, gehandelt.

ORF-Chef Wrabetz hat bereits die Ausschreibung des Postens des Kaufmännischen Direktors veranlasst, wie er den Stiftungsräten schreibt. "Die Ausschreibung wird in der morgigen Wiener Zeitung veröffentlicht, sodass am 17. Dezember 2009 eine entsprechende Beschlussfassung erfolgen kann", so Wrabetz. Bei Mayerhoffer bedankte sich der ORF-Chef für deren "außerordentlichen und erfolgreichen Einsatz in der ORF-Geschäftsführung".

Neu strukturiert

Der Bereich "Humanitarian Broadcasting" gewinne durch die erzielte Einigung auf eine Teilrefundierung der durch Gebührenbefreiungen entgangenen Teilnehmerentgelte an Bedeutung und werde unter Mayerhoffer als wichtiger Bereich der Generaldirektion neu strukturiert. Die Aktionen "Licht ins Dunkel" und "Rat auf Draht" könnten laut Wrabetz beibehalten und sogar erweitert werden, und der Ausbau des barrierefreien Zugangs zu den ORF-Angeboten soll mit zusätzlichen Mitteln verstärkt werden.

Der künftige Kaufmännische Direktor des ORF wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Richard Grasl heißen. Gegenüber dem STANDARD meinte er, dass er sich für den Posten bewerben werde. Mit Grasl dürfte erstmals ein Journalist die kaufmännischen Agenden des ORF leiten. Der gebürtige Kremser hat ein Wirtschaftsstudium absolviert und war in einer Steuerberatungskanzlei tätig. Im Landesstudio Niederösterreich wird Grasl neben seinen journalistischen auch für seine Management-Fähigkeiten geschätzt. Kritiker monieren hingegen, dass Grasl eine zu große Nähe zum niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll (V) aufweise. Verschiedene Medien berichteten in den vergangenen Wochen und Monaten denn auch immer wieder von ÖVP-Forderungen, wonach es eine Zustimmung zur Refundierung von ORF-Gebührengeldern nur im Gegenzug für einen Aufstieg Grasls ins ORF-Direktorium gebe . ÖVP-Klubobmann und -Mediensprecher Karlheinz Kopf bezeichnete dies allerdings erst am Montagabend wieder als "Unsinn". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 48
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einkremser Winzer
18.11.2009 11:52
Warum wird so ein Posten überhaupt noch ausgeschrieben,

wenn eh schon feststeht, dass der Grasl Chef wird? Wahnsinn, wir sind in Österreich!

Leo N.
17.11.2009 17:53
Landsstudios

sofort zusperren. Betriebswirtschaftlich ein völliger Irrwitz. Journalistisch seit langem gerechtfertigt.

Hadik1
17.11.2009 17:13
Humanitärer Weisser-Elephanten-Stadl

"Humanitarian Broadcasting" - der ORF hat eine neue Bezeichnung für den Stall seiner "weissen Elephanten" gefunden.

erwin meier
17.11.2009 17:34

Die Versorgung Unvermittelbarer ist doch sehr humanitär!

Winter20
17.11.2009 17:06
Auch 160 Mio

werden den ORF nicht vor einem AUA-Schicksal retten: unfähiges Management, konzeptlose Politik und hemmungslose Selbstbedienung der Parteien sind das totsichere Konzept für das nahende Finale. Aber bis dahin werden die "special interests" intensiv bedient.

pu-muckl
 
17.11.2009 17:49

die 160 mio werden so schnell verjuxt, so schnell kann man gar nicht GIS sagen

sixela
17.11.2009 16:58
Da sieht man, was passiert, wenn es unbedingt eine Quoten-Frau sein muss...

Antel10
17.11.2009 16:48
Die Politik erpresst...

...den ORF. Ein Trauerspiel.

Demosthenes
17.11.2009 16:19
was für ein

kuhhandel!

austromir
 
17.11.2009 15:53
Wie unterscheidet sich

"außerordentlicher" von "ordentlichem" Einsatz? Hätte sich die Sissy nur "ordentlich" eingesetzt, wäre dann das ORF-Defizit kleiner? Hängt "außerordentlich" mit der Höhe des Defizits zusammen? Ist sie erfolgreich, weil das Defizit sonst noch größer wäre? Spielt alles keine Rolle, denn als brave schwarze Parteisoldatin hat sie auf Befehl der Familie Pröll ihren Posten geräumt. Herrn Wrabetz darf man jetzt schon viel Spaß mit Finanzdirektor Grasl wünschen, der mit Dienstantritt am Aufbau seiner Sprungschanze zum Generaldirektor zimmern wird.

Ava Tar
17.11.2009 15:23
Geschlossen gehört die Bude!

160 Mille für die unfähigen Pleitiers am Küniglberg und unsere Unis gehen vor die Hunde!

Nicht mehr alle Tassen im Prioritätenschrank !!!

Ava Tar
17.11.2009 15:21
"Humanitarian Broadcasting"

ist das schon der lebenslange Versorgungsposten bei Licht ins Dunkel ?

freilife
17.11.2009 14:48
Ein netter Fensterplatz für

Frau Mayerhofer, vermutlich bei selben - wenn nicht noch besseren Bezügen, ein kleines trostpflaster zum Abschied und für die Freunderl vom P.sen. - der traditionell eh schon immer beim ORF mit umrührt - ein kleiner Karriere-Schub, der wird schon wissen wie er sich dafür zu bedanken hat.
Das der Job überhaupt offiziell ausgeschrieben wird, um den Anschein zu wahren, ist eigentlich nur noch das I-Tüpfelchen. Und nach derart offensichtlichen Packeleien wundern sich alle wieso weder die Regierung noch der ORF noch ernst genommen werden.

anton-aus-tyrol
 
17.11.2009 14:31
Gibt´s auch ein Non-Humanitarian Broadcasting?

Was das wieder sein soll! Das ist so wie der Post Excange in-out going executive Officer! Oder eben der, der einfach die Post erledigt...

Peter Tastenwähler
17.11.2009 14:12

Dank der Gebührenrefundierung nähert sich die schwarze Null dem ORF. Oder war es umgekehrt?

mir.70
17.11.2009 13:50
Kurz und bündig:

Unfassbar!

Das fünfte Element
17.11.2009 13:29
macht platz für den räuberhauptmann!

http://www.sagen.at/texte/sag... grasl.html

der jetzige scheint eher verkehrt proportional zum historischen ...

MOMA74
17.11.2009 13:17
the 160 mio. € man

von der Landes- in die Bundesliga, so schnell kanns gehen...

Schnabeltierfresser
17.11.2009 11:24
Ausgeschrieben?

Was soll diese Farce?

nur so zum nachdenken
17.11.2009 10:53

Also: alles bleibt besser, oder um es "finanztechnisch" zu sagen: mia homs jo

Leider wurde dieser Postingname schon vergeben
17.11.2009 10:41
Mich wunder wirklich, dass Wrabetz bleiben kann!

In keiner anderen Unternehmung - wahrscheinlich nicht mal in einem 4 köpfigen Reinigungsbetrieb - würde ein Chef mit solchen Resultaten seinen Sessel behalten. Da ist ja bisher wirklich alles schief gegangen, was überhaupt schief gehen kann. Für mich unfassbar - wahrscheinlich in Europa wirklich nur noch bei uns möglich - gutes, altes Österreich!

alessandro di aqua
17.11.2009 10:47
Postenfindung

und für Frau M. hat man einen eigenen Bereich geschaffen, der sicherlich exorbitant bezahlt wird, und den eigentlich niemand braucht. Reiner Versorgungsposten...

Schnabeltierfresser
17.11.2009 11:24
Na ja,

was kann sie dafür, dass sie nicht VP-Liebling ist?

Queen of Sheba
 
17.11.2009 17:03
Mayerhoffers Vater war Stellvertreter von Erwin Prölls Vorgänger.

Leo N.
17.11.2009 18:04
Wie solln das gehen?

Stellvertreter von Ludwig waren Erwin Pröll bzw. die Roten Grünzweil und Höger. Erklären Sie Ihre Vererbungslehre, bitte.

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