Verstimmung zwischen Lima und Santiago

16. November 2009, 23:54

Offizier der Luftwaffe wegen Spionage für Chile verhaftet - Präsident Garcia: "Kein Grund für kriegerische Aktionen"

Lima/Santiago de Chile - Peruanische Spionagevorwürfe gegen Chile belasten zunehmend die ohnehin traditionell schwierigen Beziehungen zwischen den beiden südamerikanischen Nachbarn. Der Konflikt war durch die Festnahme des Unteroffiziers der peruanischen Luftwaffe, Victor Ariza Mendoza, ausgelöst worden, dem die Justiz Spionage für Chile vorwirft.

Perus Präsident Alan Garcia wies diese mutmaßliche Spionagetätigkeit Chiles am Montag "energisch und kategorisch" zurück. Zugleich forderte er die Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet auf, den Fall umgehend aufzuklären. Der Fall sei jedoch kein Grund für kriegerische Aktionen, betonte Garcia. Chile bestreitet die Vorwürfe.

Garcia, der den APEC-Gipfel in Singapur wegen der Affäre vorzeitig verlassen und ein dortiges Treffen mit Bachelet abgesagt hatte, äußerte sich nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Lima. Die Spionage durch Chile sei ein Zeichen der "Größe und des Wachstums Perus, weil nur der Schwache Spionage" betreibe, sagte er. "Wir hoffen, dass es sich nur um die Aktion einiger Kräfte (in Chile) handelt, die im Umgang mit den Nachbarn noch zu den diktatorischen Methoden der Pinochetzeit greifen", fügte Garcia hinzu.

Frustrierte Bachelet

Bachelet zeigte sich frustriert über die anhaltenden Spannungen zwischen ihrem Land und Peru. "Als ich gewählt wurde (2005), war es mein Ziel, gute Beziehungen zu allen Nachbarn zu unterhalten. Es hätte mir gefallen, wenn dies auch im Falle Perus möglich gewesen wäre", sagte sie. Zugleich kritisierte sie Garcia wegen der Absage des bilateralen Treffens in Singapur. Die Regierungsparteien und - trotz des laufenden Präsidentenwahlkampfes - auch die Opposition stellten sich hinter Bachelet.

Viele Peruaner blicken mit einer Mischung aus Bewunderung und Feindseligkeit auf die Chilenen, deren Land wesentlich weiter entwickelt ist. In den vergangenen Jahren floss viel chilenisches Kapital nach Peru, wo die Chilenen oft als arrogant kritisiert werden.

Zudem gibt das reiche Chile seit Jahren große Summen für die Aufrüstung und Modernisierung seiner Streitkräfte aus und ist seinen Nachbarn militärisch haushoch überlegen. Ein peruanischer Aufruf zu Abrüstung in der Region verhallte ungehört. Außerdem streiten beide Länder über den Verlauf der Seegrenze im Pazifik. Der Fall ist vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag anhängig. (APA)

GG22
12
17.11.2009, 12:50
Peru und Kolumbien,

die letzten Verbündeten der USA in Südamerika.

captain future
01
17.11.2009, 08:40
Eigenglich gehts um die Frage: Wem gehoert der Pisco?

santamonica
13
17.11.2009, 05:11
was ist los in südamerika? ist das cia jetzt überall unterwegs um neue konflikte zu schüren?

Jürgen Rembremerding
31
17.11.2009, 08:26
offenbar geht mn also davon aus, dass diese

"Halbindianer da unten" so dämlich sind, dass sie sich beliebig gegeneinander aufbringen lassen!

Ernst Guevara
32
17.11.2009, 11:57
auch wenn ich Ihre konservativen ansichten sonst nicht teile

hier stimme ich Ihnen 100% zu. die annahme, dass die CIA hinter jedem konflikt auf der welt steckt, ist einfach nur rassistisch. ganz so, als ob die "primitiven indios" nicht in der lage wären, selbst konflikte unter einander auszutragen. oder auch: ohne die vermeintliche einmischung der CIA wäre südamerika das paradies auf erden, weil diese exoten einfach die besseren menschen sind, sozusagen die "edlen wilden", die man in alter kolonialistenmanier ins reservat sperrt, damit sie unter naturschutz stehen.

karim massoul
00
17.11.2009, 05:49

Eine sehr gute Fragestellung!!

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