EU-Jobs

Faymann könnte Gusenbauer oder Plassnik nicht verhindern

16. November 2009 22:16

Der Lissabon-Vertrag sieht in diesem Punkt kein Vetorecht eines Landes vor

Brüssel/Wien - Auch für Kommissionspräsident José Manuel Barroso wird die Verteilung der Ressortzuständigkeiten auf seine 26 künftigen Kommissare immer komplizierter, je länger der Nominierungsprozess dauert. Dreh- und Angelpunkt ist dabei der EU-Außenminister in seiner Doppelrolle als künftiger Auch-Vizepräsident der Kommission. Das Land, aus dem er kommt, kann keinen (zweiten) EU-Kommissar stellen. Ein bereits Nominierter, wie etwa Wissenschaftsminister Johannes Hahn, würde diesen Anspruch automatisch wieder verlieren. Die Regierung müsste ihn zurückziehen.

Die Darstellung von Kanzler Werner Faymann, wonach Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer nicht Außenminister werden kann, weil er ja nicht Kommissar ist, wie jüngst im Blatt Österreich, wird von Experten als verkehrt dargestellt.

Der EU-Vertrag von Lissabon ist in diesem Punkt eindeutig. Der Hohe Repräsentant für die Außen- und Sicherheitspolitik wird von den Staats- und Regierungschefs mit qualifizierter Mehrheit gewählt und später (mit der gesamten Kommission) vom Europäischen Parlament mit Mehrheit bestätigt (oder abgelehnt). Nationale Einspruchsmöglichkeiten fehlen.

Selbst wenn (theoretisch) Kanzler Werner Faymann im Europäischen Rat zum Beispiel gegen einen EU-Außenminister Alfred Gusenbauer oder Ursula Plassnik ein Veto einzulegen versuchte, bliebe das ohne Folgen. Der Lissabon-Vertrag sieht in diesem Punkt kein Vetorecht eines Landes vor.

Wenig überraschend, dass die Sprecherin der EU-Kommission am Montag in Brüssel Meldungen dementierte, wonach Hahn als EU-Umweltkommissar bereits fix sei: "Ich kann keinerlei Ernennung von irgendeinem Kommissar bestätigen", sagte sie. "Kaffeesudleserei" , hieß es in der Regierung. (tom, DER STANDARD, Printausgabe, 17.11.2009)

Kommentar posten
24 Postings
NaderNader
20.11.2009 00:21
Ich war ja vorher schon überzeugt davon,

...aber nachträglich betrachtet - da ist man ja immer klüger - erweisen sich die Gstanzln des Herrn Mayer als, frei nach Artmann, "Lercherlschas" - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

free spirit
18.11.2009 09:07
Faymann könnte Graf nicht verhindern

Voronwe
17.11.2009 11:02
Ist nicht Fekter letztens wegen des Assistenzeinsatzes als rücktrittsreif bezeichnet worden?

Dieser Appell sollte wohl lieber an Faymann gehen...

4simo
 
17.11.2009 12:02
nein

zuerallererst an fekter!!!!!

galawa
18.11.2009 05:39

kommt nichts gescheiteres nach

anonym92
18.11.2009 08:14

WEnn man sich so inhaltsleere Poster wie sie ansieht kann man nur sagen - es kommen nur Jammerer nach, was gscheiteres nicht.

galawa
18.11.2009 08:29

na, immerhin war es in einem besseren deutsch geschrieben als ihres. erzschwartz bis in die zehennnägel nicht?

Heinz Schmid
17.11.2009 10:20
Bei der Geisteskraft unseres

lieben Herrn BK wird es schon bald offiziell heißen: Dr.h.c. W. Faymann - selten so eine Leuchtgestalt bin der österreichischen Politik gesehen.

XPEH
17.11.2009 14:44

leuchtgestalt, aber eu konform nur mit 20 watt und voll aufgedrehter energiesparfunktion

övp sucks !!!
17.11.2009 11:13
övp-kurzzeitgedächtnis vor!!!

wie war das doch noch mit der övp-unterstützung für gusenbauer und einen tag später der övp-doch-nicht-unterstützung gegen gusenbauer? wieviel hätte die övp denn dabei tatsächlich verhindern können?

Placebo
 
17.11.2009 09:59
Wie sollen die Österreicher je die EU verstehen wenn die Politik über den Boulevard nur Märchen darüber verbreitet...

Deus Ex Coquina
 
17.11.2009 09:46

Der Faymann ist ein gemeingefährlicher Dilettant, der sofort seines Amtes enthoben und unter Sachwalterschaft gestellt gehört!

XPEH
17.11.2009 14:46

sachwalterschaft: ja, amtsenthebung: nein. barolo (o-ton gusi, in italien auch 'palloso' genannt) ist ja auch nicht fähiger. warum sollen wir in genuss eines besseren bundeskanzlers kommen als die EU? womit haben wir uns das verdient?

Kriti Kaster
17.11.2009 09:42
Würde jetzt

der bereits Nominierte die Nominierung "automatisch verlieren" wie der Autor schreibt oder müsste ihn die Regierung "zurückziehen", wie der selbe Autor im nächsten Satz schreibt?

erdknall
17.11.2009 11:19
ich denke,

dass die Regierung doch jemanden zurückziehen soll, der die formellen Eigenschaften zur Ernennung gar nicht inne hat, wenn er sie auch "automatisch" verlor...

linkslinker gutmensch
17.11.2009 10:56

hmmm, er bekommt keinen job aber sie dürfen erm dort lassen (reisefreiheit und so)?

quasi die schlechtere variante des bundesrates.

no ja
17.11.2009 09:18
die eu

das unbekannte wesen

leftjustified
17.11.2009 11:11

tja, wenn man sich nicht mit diesen wesen auseinandersetzt, dann ist es klar, dass man davon keine ahnung hat.
Das problem allerdings ist, dass genau die selben leute die keinen ahnung haben, leider die entscheidungen trefen.

Der Ätzer
17.11.2009 08:51
Der neue Vertrag "Lisa" ist eine art Knebelvertrag - wird aber bestritten!

Demokratie wurde ganz anders erfunden.

rlnd
17.11.2009 11:00

Was ist daran nicht demokratisch, wenn nicht einzelne Staaten (bzw. deren jeweilie Oberhäupter) über Sein oder Nichtsein entscheiden können, sondern ein Parlament aus gewählten EU-Vertreter(inne)n?

hel_di
17.11.2009 10:12
Demokratie

Demokratie, also die "Herrschaft des Volkes" hat sehr viele Definitionen. Eines ist sicher es gibt keine "gerechte" Herrschaftsform.

Heiner Müller
17.11.2009 08:48
Warum

behauptet dann der Mayer immer, der Faymann wolle Gusenbauer verhindern, wenn er ihn eh gar nicht verhindern kann.

Agent Provocateur!
17.11.2009 09:18
Wollen ungleich können

somit verbleiben wir...
17.11.2009 07:58

dass fayman das nicht checkt war sowas von klar.

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