Off-Shore ist die Stromausbeute von Windkraftanlagen sehr hoch und die Wartung extrem teuer - Zuverlässigkeit ist daher besonders wichtig
Experten schätzen, dass 2030 weltweit 13-mal mehr Strom aus Wind erzeugt wird als bisher und damit rund acht Prozent des gesamten Strombedarfes gedeckt wird. Der weltweit größte Offshore-Windpark in der Nordsee, der vor kurzem in Betrieb gegangen ist, bringt mit 210 Megawatt eine Leistung, mit der rund 220.000 Haushalte mit Strom versorgt werden können. Die Dimensionen der Anlage sind entsprechend eindrucksvoll: An den 60 Meter hohen Türmen der 91 Anlagen drehen sich jeweils drei 45 Meter lange Rotorblätter, die an einer 82 Tonnen schweren Gondel befestigt sind. Ihre Spitzen sind bei starkem Wind mit 220 km/h unterwegs. Entscheidend für die Effizienz der Anlagen und damit auch für die Kosten der Stromerzeugung ist die Zuverlässigkeit der Windturbinen, weil Wartungseinsätze auf hoher See etwa zehnmal teurer sind als an Land. Zahlreiche Sensoren an und in der Gondel messen die Schwingungen der einzelnen Maschinenteile und schlagen Alarm, wenn ungewöhnliche Werte auftreten. So können Anzeichen für drohende Schäden frühzeitig erkannt werden. Allerdings wird auch die diesem Fall ein Wartungseinsatz notwendig.
Aus einem Stück
Daher wird bereits bei der Produktion angesetzt, um die Windturbinen möglichst langlebig zu machen. Siemens verwendet eine Methode, bei der die Rotorblätter in einem Stück aus abwechselnden Lagen von Balsaholz und Glasfasern gefertigt und mit Epoxidharz vergossen werden. Die Flügel sind deshalb frei von möglichen Schwachstellen wie Nähten und Klebstellen. Die Rotoren sind darauf ausgelegt 20 Jahre zu laufen. Deutschland will bis 2030 rund 25.000 MW Strom aus Wind erzeugen und plant dafür 40 neue Windparks in der Nord- und Ostsee.