Doping ab 2010 schwerer Betrug

16. November 2009, 16:12

Gesetzesnovelle im Strafrecht - Doping kann künftig mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert werden

Wien - Doping von Sportlern wird zukünftig unter gewissen Voraussetzungen als schwerer Betrug nach dem Strafgesetz geahndet und kann mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe sanktioniert werden. Die am Montag präsentierte entsprechende Gesetzesnovelle soll bereits per 1. Jänner 2010 in Kraft treten. Die österreichischen Fachverbände Radsport und Leichtathletik begrüßten diese Verschärfungen.

Vor allem die abschreckende Wirkung auf potenzielle Dopingsünder wurde hervorgehoben. "Grundsätzlich begrüße ich das, es ist ein Schritt in die richtige Richtung", kommentierte Otto Flum, Präsident des Radsportverbandes, die geplante Miteinbeziehung von Doping als schweren Betrug in das Strafgesetz.

Die Miteinbeziehung des Dopings ins Strafrecht sei laut Roland Gusenbauer, Generalsekretär des Leichtathletik-Verbandes, zu rechtfertigen. Von einer immer wieder ins Treffen geführten "Kriminalisierung" von Sportlern könne keine Rede sein, waren sich Gusenbauer und Flum einig. "Auf den Leistungssport als extremes Gebiet der Gesellschaft besonders aufzupassen, finde ich richtig. Durch Doping wird der Jugend und allen anderen die Freude am Sport genommen, der Betrug mit allen seinen Nebenerscheinungen sollte bestraft werden", meinte Gusenbauer.

Flum betonte aber auch, dass eine österreichische Regelung allein nicht ausreichend sei, um die Dopingproblematik in den Griff zu bekommen. "Das Ganze müsste auf eine europäische Ebene gehoben werden", betonte der ÖRV-Präsident.

Sportminister Norbert Darabos und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner präsentierten die Gesetzesnovelle, die bereits per 1. Jänner 2010 in Kraft treten soll, am Montag. Außerdem werden mit Jahresbeginn Verschärfungen des im Jahr 2007 installierten und erst im August 2008 überarbeiteten Anti-Doping-Gesetzes beschlossen. (APA)

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18 Postings
Michael Food
00
Das wird dem österr. Spitzensport gut tun!

Nie wieder eine Medaille bei olympischen Spielen.

LL MM
31
19.11.2009, 22:19

Das geht viel zu weit.

Nach dem nächsten Doping-Anlassfall gibt es wahrscheinlich lebenslänglich.

Nach dem übernächsten denkt man über die Einführung der Todesstrafe nach. Es treffe eh nur die bösen Doper (zehn Mal schlimmer als Kinderschänder und Mörder), wird dann treuherzig versichert.

Und der Mob wird jubeln.

duck29
01
19.11.2009, 20:58
Hat schon jemand überlegt...

...jemand überlegt, warum Hermann Maier so "überraschend" zurück getreten ist?
Aber positive Test bei Österreichs Sportlern ab einer Klasse, die für das Land wichtig scheint, werden vertuscht. Staatsräson nennt man das wohl... oder: nicht sein kann, was nicht sein darf.
Denn wenn der Gen.sek. der NADA als Gewichtheber positiv war und bei seiner Antrittspressekonferenz auf eine dementsprech. Frage antwortet, er hätte nie etwas mit Doping zu tun gehabt, ist dokumentiert, welche Schmierenkomödie Funktionäre und Politiker da abziehen.
Das ist bei anderen Ländern zwar genau so... aber "Austria is a too small country to make good doping", Zitat von einem, der's weiß, weil er zu den Hauptdarstellern zählt.

Und wozu dann diese Gesetzesnovelle

Juergen Hoffmann
 
00
19.11.2009, 16:29

Finde ich interessant; schüttet einer einem Athleten eine Flasche Wasser (gestreckt mit einigen Testogels) über den Kopf, schon ermittelt der StA. Aber ok...

Crassus
00
19.11.2009, 09:20
Augenauswischerei: Gegen Kohl gehts schon

Irgendeine treue Seele hat gegen den Rauchfangkehrer Strafanzeige wegen Betrug gestellt. Und zwar schon Dezember 2008 (Kleine Zeitung). Wenn Kohl sogar im Kurier hinausposaunt, dass er seinen Doping-Dealer (Matschiner) prozentuell an den Gewinnen beteiligt hat, muss der Staatsanwalt mit Blindheit geschlagen sein, wenn er den Paragraphen 146 im Strafgesetzbuch nicht findet.

Karl Kuketz
00
18.11.2009, 16:28
rechtlich massive Probleme


denn da müßten Polizeibeamte und forensische Stellen ermitteln. Ob das alles vor ordentlichen Gerichten haltbar ist wird man sehen.

Dr. 2Much
01
18.11.2009, 14:56
Umdenken gefragt:

Eigentlich wollte ich meine Kinder zum Profisport zwingen, um meine Pensionslücke zu schließen, aber jetzt scheint es mir sinnvoller, einen Bankraub zu begehen. Oder die Frau vom ersten Chef der ersten Bank zu erpressen - kommt alles billiger und ist gerechter.

Erzpiefke
 
14
18.11.2009, 12:03
Doping höher zu bestrafen als schwere Körperverletzung

ist ein Rechtsskandal. Bei Doping hat noch kein Konkurrent jemals Anzeige wegen Betruges gestellt. Parteibuchwirtschaft ist ein viel schlimmerer, völlig straffreier Betrug und da werden nicht nur fähigere Mitbewerber betrogen, sondern die Allgemeinheit, die dann unter einer unfähigen öffentlichen Dienst leidet.

Irgendein Jürgen
00
18.11.2009, 01:36
Endlich

Den Strafrahmen finde ich etwas übertrieben, vor allem im Vergleich mit anderen Delikten. Grundsätzlich begrüße ich diese Regelung jedoch stark.

Bisher galt die seltsame Regel, dass Beihilfe zum Betrug zwar strafbar ist, die Betrüger selbst jedoch keinerlei rechtliche Konsequenzen fürchten müssen. Mir fällt kein anderes Delikt ein, bei dem Täter verschont und nur deren Helfer bestraft werden.

mukl
00
19.11.2009, 08:47

"Mir fällt kein anderes Delikt ein"

bis jetzt war es eben kein delikt.

Ernst August von Hannover
01
18.11.2009, 18:24

Selbstmord.

Josef Höllwerth
07
16.11.2009, 20:17
Strafrahmen

Damit hat Doping jetzt die gleiche maximale Strafandrohung wie Totschlag. Irgendwie stimmen die Relationen da nicht mehr so ganz.

dahofawors
10
16.11.2009, 20:15
unsitte

doping kommt daher, daß jeder gleich ein medikament sich zuführt, wenn irgendwas aus dem lot ist.

statt zu fragen: warum ists aus dem lot geraten?

das ist der grundstock für doping

deshalb wird dpoing erst dann wieder verschwinden, wenn die menschen auf ihren körper hören.

die, die nicht hören wollen, werden dann ws. so wie pantani und co. einen furchtbaren zusammenbruch erleiden

anton anton
00
16.11.2009, 20:01
da bekommt man ja bei mord weniger

irgendwas kann da nicht mehr stimmen in ö




heisst aber nicht das ich dagegen bin, sondern nur der vergleich mit morden

Ernst August von Hannover
00
18.11.2009, 18:32

Falsch informiert oder absichtlich die Unwahrheit geschrieben?

Dunkelgrau
00
16.11.2009, 18:14

Wieso wird dieses Gesetz von Österreich und nicht von der EU entworfen?

Die Folgen sind mehr als absehbar: Profi-Sport zahlt sich für Österreicher kaum mehr aus, wenn alle anderen Länder quasi ungestraft weiterdopen.

maxx 77
00
17.11.2009, 09:12
Wieso?

Weil Spanien dann aus der EU austreten würde...

Ahnungs Loser
21
16.11.2009, 16:17
na endlich!

bleibt zu hoffen, dass andere staaten da mitziehen, da sich unsere internationale konkurrenzfähgikeit sonst in rauch auflösen wird ;)

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