derStandard.at-Interview

"Wir werden das Steinchen im Schuh sein"

17. November 2009, 06:53
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    Iris Oneyda Henríquez: "Der gemeinsame Gegner hat die Bewegung gefestigt."

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    Yadira Rodríguez: "70 Prozent der Bevölkerung wollen eine Reform der honduranischen Verfassung."

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    Iris Oneyda Henríquez: "Praktisch alle honduranischen Zeitungen unterstützen den Staatsstreich."

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    "Die USA schlagen dich und verstecken dann die Hand hinter dem Rücken."

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    "Wir werden auch nach der Wahl auf die Straße gehen, unabhängig davon, wer gewinnt."

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    "Dass die Putschisten 15 Tage nach Veröffentlichung des gefälschten  Rücktrittschreibens Zelaya erneut zum Rücktritt aufforderten, spricht nicht gerade dafür, dass diese Leute logisch denken."

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    "Aber die Honduraner haben dazugelernt und nehmen so etwas nicht mehr schweigend hin."

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    "Wir werden wie ein Steinchen im Schuh der Putschisten sein."

  • Das gefälschte Rücktrittsschreiben.

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    Demo in San Pedro Sula. Auf dem Transparent steht 'Werden Sie in fünf Tagen dumm - Lesen Sie "La Prensa". Geld-Zurück-Garantie ...'

Aktivistinnen Yadira Rodríguez und Iris Oneyda Henríquez: Großteil der Bevölkerung wird die Wahl nicht anerkennen

Am 29. November wird der Nachfolger des Ende Juni gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya gewählt. Obwohl die Weltgemeinschaft die Putschisten um Roberto Micheletti  darauf hingewiesen hat, dass sie das Ergebnis nicht anerkennen wird, wollen diese den Urnengang durchziehen. Yadira Rodríguez und Iris Oneyda Henríquez erklären im Gespräch mit Berthold Eder, was die Widerstandsbewegung für die Zeit nach den Wahlen plant.

***

derStandard.at: Am 29. November soll ein neuer Präsident gewählt werden. Haben Sie vor, an der Wahl teilzunehmen?

Yadira Rodríguez: Obwohl in Honduras Wahlpflicht besteht, gehen wir beide nicht hin. Es ergibt keinen Sinn, an einer Abstimmung teilzunehmen, bei der das Ergebnis von vornherein feststeht. Ob jetzt Porfirio Lobo von der Nationalen Partei oder Elvin Santos von den Liberalen gewinnt, macht keinen Unterschied, weil beide Parteien gleich korrupt sind. Egal wie die Wahl ausgeht: unsere Situation wird sich dadurch nicht verändern.

derStandard.at: Wie soll es nach dem 29. weitergehen? Zahlreiche Länder haben angekündigt, dass sie die Wahl nicht anerkennen werden, aber eine Rückkehr Zelayas ins Amt ist dann auch ausgeschlossen. Gibt es Bestrebungen, weiter auf eine Verfassungsreform hinzuarbeiten?

Iris Oneyda Henríquez: Die Nationale Widerstandsfront will eine Verfassungsänderung erreichen, wie sie Präsident Zelaya vor dem Putsch anstrebte. Wir werden auch nach der Wahl auf die Straße gehen, unabhängig davon, wer gewinnt, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Yadira Rodríguez: Mittlerweile hat die Bevölkerung diese Forderung Zelayas übernommen. Unseren Informationen zufolge unterstützen über 70 Prozent der Honduraner eine Reform der Verfassung, die von den bisherigen Regierungen schon oft gebrochen wurde. Wir werden diese vier Jahre unter einer De-Facto-Regierung überstehen.

derStandard.at: Und dann?

Iris Oneyda Henríquez: Vor dem Putsch war der honduranische Widerstand zerstritten. Der gemeinsame Gegner hat die Bewegung gefestigt. Diese Wahl kann man abschreiben, aber wir werden wie ein Steinchen im Schuh der Putschisten sein.

derStandard.at: Gibt es Politiker, die die Forderungen dieser 70 Prozent unterstützen?

Yadira Rodríguez: An der Widerstandsbewegung sind Abgeordnete aller Parteien und zahlreiche Führungspersonen beteiligt. Beispiele sind der Liberale Javier Hall, der aus unserem Distrikt El Progreso stammt, und der Sozialist César Ham, der sich sogar für die Präsidentschaft beworben hat und jetzt gerade mit der Basis Rücksprache hält, ob er diese Kandidatur zurückziehen soll, wie es der Gewerkschafter Carlos H. Reyes getan hat.

derStandard.at: Präsident Zelaya ist selbst Großgrundbesitzer. Nehmen Sie ihm seine Reformabsichten ab?

Yadira Rodríguez: Zelaya stammt aus einer reichen Familie, und am Anfang war seine Regierung nicht besonders beliebt. Aber durch Maßnahmen wie die Anhebung des Mindestlohnes um 60 Prozent, seinen Einsatz für Frauenrechte und die finanzielle Unterstützung für Kleinbauern, damit diese Saatgut und Dünger kaufen können, ist es ihm gelungen, die Sympathie der Bevölkerung zu erringen. Er hat dann auch angefangen, Steuerschulden und jahrelang nicht bezahlte Stromrechnungen von Unternehmen eintreiben zu lassen. Mit seiner Politik hat er natürlich die Reichen in Honduras verärgert. Wir haben da ein Sprichwort: "Die Interessen der Wirtschaftstreibenden zu beeinträchtigen ist wie den Tiger am Bart zu zupfen", und genau das hat er getan.

derStandard.at: Der populäre Priester Fausto Milla nimmt an Demonstrationen teil, während Kardinal Rodríguez Maradiaga die Putschisten unterstützt. Wie steht die Kirchenbasis zum Staatsstreich?

Yadira Rodríguez: Die katholische Kirche hat einen großen Einfluß. Während die Kirchenführung immer schon zu den Eliten hielt, geht die Basis auf die Straße, weil sie einem Kardinal, der den Putsch offen unterstützt, den Gehorsam verweigert. Viele Kirchenleute tragen diesen Akt des Ungehorsams mit.

derStandard.at: Wie sieht es mit internationaler Unterstützung aus?

Yadira Rodríguez: Vertreter mehrerer internationaler Organisationen und zahlreicher Staaten sind nach Honduras gereist, um uns zu helfen, die Krise zu beenden. Aber die Putschisten haben sich über diese Forderungen einfach hinweggesetzt. Es ist enttäuschend, dass eine Gruppe von Unternehmern, die einen Staatsstreich unterstützt, mehr Einfluss hat als die UNO oder die Organisation Amerikanischer Staaten.

derStandard.at: Einen Tag nach dem Staatsstreich präsentierten die Internetausgaben honduranischer Zeitungen eine "Rücktrittserklärung" Präsident Zelayas, die drei Tage vor dem Putsch datiert war …

Iris Oneyda Henríquez: Schau mal, der hat sie!

Yadira Rodríguez: Das Original dieses Schreibens, dessen Verlesung alle Fernseh- und Radiostationen bringen mussten, ist offiziell verloren gegangen. Wir haben es aber schon damals nicht geglaubt – wie soll eine Person, die im Pyjama und mit einer Pistole an der Schläfe außer Landes gebracht wird, so eine Rücktrittserklärung abfassen? Die Putschisten haben wohl geglaubt, das Volk wie in den 70er oder 80er Jahren mit gefälschten Dokumenten überzeugen zu können. Aber die Honduraner haben dazugelernt und nehmen so etwas nicht mehr schweigend hin.

Iris Oneyda Henríquez: Dass die Putschisten 15 Tage nach Veröffentlichung dieses Dokuments Präsident Zelaya zum Rücktritt aufgefordert haben, spricht auch nicht gerade dafür, dass diese Leute logisch denken.

derStandard.at: Wird in den Medien über solche Widersprüche berichtet?

Iris Oneyda Henríquez: Praktisch alle honduranischen Zeitungen unterstützen den Staatsstreich, weil ihre Eigentümer den Putschisten nahestehen. Sie manipulieren in ihren Berichten auch immer wieder Teilnehmerzahlen. So haben sie bei dieser Kundgebung gegen den Putsch in San Pedro Sula behauptet, dass lediglich fünf Personen teilgenommen hätten (zeigt ein Foto).

derStandard.at: Haben die von den Militärs geschlossenen Radio- und Fernsehsender mittlerweile wieder den Sendebetrieb aufgenommen? Zumindest im Internet ist Radio Globo weiterhin zu empfangen.

Yadira Rodríguez: Sowohl Radio Globo als auch der Jesuitensender Radio Progreso senden weiterhin, aber am Wahltag werden sie wohl wieder daran gehindert werden, über aktuelle Ereignisse zu berichten.

derStandard.at: Als Präsident Zalaya auf dem Hauptstadtflughafen Toncontín landen wollte, blockierten die Militärs die Landebahn. Warum ist er nicht auf den nahegelegenen Flugplatz Palmerola (die Soto Cano Airbase, auf der US-Joint Task Force-Bravo stationiert ist) ausgewichen?

Yadira Rodríguez: Natürlich hätten ihm die Gringos ermöglichen können, auf ihrem Stützpunkt zu landen. Für mich ist das, was gerade in Honduras geschieht, unter anderem ein Experiment für die zukünftige Lateinamerikapolitik der USA, sie proben hier, wie sie mit Kuba und Venezuela umgehen wollen. Wir sagen hier "Die USA schlagen dich und verstecken dann die Hand hinter dem Rücken" (gestikuliert). Offiziell schicken sie hohe Vertreter, um eine Verhandlungslösung zu bewirken – aber angesichts der militärischen Überlegenheit der USA und unserer Wirtschaftsabhängigkeit von ihnen (praktisch alle honduranischen Exporte gehen in die USA) hätten sie diesen Putsch binnen Tagen beenden können. (derStandard.at/17.11.2009)

Zur Person

Die Juristin Yadira Rodríguez und die ehemalige Näherin Iris Oneyda Henríquez sind für das Unabhängige Monitoring-Team Honduras (Equipo de Monitoreo Independiente de Honduras/EMIH) tätig. Die NGO hat es sich zum Ziel gesetzt , die Arbeitsbedingungen in der Exportindustrie Mittelamerikas zu verbessern, wobei sie besonderes Augenmerk auf die Situation von Frauen legt.

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24 Postings
Kunibert K
00
21.11.2009, 18:08

"Wir werden das Steinchen im Schuh sein"

Mehr aber auch nicht...

Student der Magie
00
19.11.2009, 20:43
Es ist scheinbar sehr gefährlich

Politik für die Menschen zu machen. Viele derer, die das getan haben sind entweder ermordet oder geputscht worden. Um so mehr ist jeder, der Politik für die Menschen betreibt zu unterstützen. Leider haben auch hier wieder die USA ihre Finger im Spiel, und leider nicht auf der Seite von Demokratie und Recht sondern leider auf Seite des Unrechts und der Putschisten.

Eine friedliche Menschenmauer der Gewaltlosigkeit, die, die Arbeit niederlegt, bis der Rechtsstaat wiederhergestellt ist, wäre wohl sinnbringender als ein Steinchen im Schuh zu sein. Weltweit sind die Menschen immer mehr gefordert nicht mehr kleiner Mann sondern Mensch und Bürger zu sein und seine Rechte gewaltfrei einzufordern. Jeder Tag zeigt dies aufs Neue.

pepitant
00
28.11.2009, 14:16
Das wurde schon versucht. Das Ergebnis war,

dass die denkenden Köpfe der einzelnen Widerstandsbewegungen, oft auch Gewerkschaften genannt, zu Dutzenden, insgesamt zu Tausenden, ermordet wurden und alles unverändert weiterging.
In Europa wurde das schlicht der öffentlichen Wahrnehmung entzogen.
Genau wie heute bei den Anschlägen im Irak. Klar können Sie beinahe täglich von Anschlägen mit Toten hören, lesen, im Fernsehen nachvollziehen, aber wer vermag denn schon aufzusummieren, was da insgesamt in den letzten Jahren gelaufen ist ?

giconda b.
00
19.11.2009, 00:37

vielen dank fuer das interview. die rolle der kirche ist in zentralamerika ganz klar. micheletti ist ein fuehrendes mitglied des opus dei.
ja und die die gutmenschen aus den staaten, da duerfte es in der komunikation nicht geklappt haben. vor ort war alles klar, aber dann ,,,, na jetzt sind sie halt nicht mehr so offen dafuer.
meiner meinung nach war es auch ein versuch, wie weit koennen wir gehen, nicaragua, venecuela und alle anderen abtruennigen.

Fridolin der Große
01
18.11.2009, 15:57
Steinchen im Schuh

hindern eine marschierende Militärkolonne nicht umbedingt auf ihren Vormarsch, sondern verlangsamen die allenfalls unwesentlich.

Leider.

Ein Fangeisen wäre besser angebracht.

DieBo
04
18.11.2009, 09:53
"Die USA schlagen dich und verstecken dann die Hand hinterm Rücken"...komisch, wie mir das irgendwie bekannt vorkommt.

E. Wart.
16
17.11.2009, 18:03
Die Putschisten sind am 28.6.09 sehr wohl auf den größten Flughafen von Honduras auf dem US-Militärstützpunkt (zugleich US-Interventionsbasis für Zentralamerika)

"ausgewichen", als sie von dort aus in Absprache mit dem US-Militär den gerade verschleppten Präsidenten Zelaya außer Landes flogen.
Die USA (man darf aussuchen: Präsident Obama, das State Department, die CIA ...) stecken bis über die Ohren in diesem faschistischen Militärputsch in Honduras mit drin - in welcher Tatbeteiligung auch immer.
Das sind und bleiben die imperialistischen Vereinigten Staaten von Amerika - egal mit welchem Vorstandsvorsitzenden ("Präsidenten") !

Nikos S.
06
17.11.2009, 15:50
ein witz

ist das. die werden nach strich und faden verarscht von den putschisten und können sich de facto nicht dagegen wehren. es wäre sehr wichtig, dass die internationale gemeinschaft sich klar bekennt und mit konsequenzen droht! vor allem liegt es an den usa, endlich eine neue lateinamerika politik zu betreiben und die demokratischen, sozial-reformistischen kräfte zu unterstützen!

GG22
09
17.11.2009, 12:48
Das schafft´s natürlich nicht in die Printausgabe.

Im Gegensatz zur Propaganda einer Sandra Weiß.

Eine Feigenblatt-Meldung?

Zitat aus dem Interview:"Praktisch alle honduranischen Zeitungen unterstützen den Staatsstreich, weil ihre Eigentümer den Putschisten nahestehen."

Leider nicht nur die honduranischen Zeitungen.

Der groBe Mann
20
17.11.2009, 13:53
Oscar Bronner ist auch Putschist?

Nowotila
04
17.11.2009, 14:32

Er bezahlt Personen, wie Sandra Weiß.

Ruskij
02
17.11.2009, 14:04

Kein Putschist, aber der kritische Leser kennt auch die Blattlinie des Standards.

Ernst Guevara
42
17.11.2009, 12:28
ein schönes, teilweise sehr witziges interview mit zwei sympathischen aktivistinnen! und eines wird hier wieder einmal deutlich: es ging und geht in honduras schon lange nicht mehr um den präsidenten allein. ist doch piepegal, ob zelaya regiert.

nicht piepegal ist, dass er seine amtszeit aufgrund des putsches nicht zuende führen konnte. es geht hier um das politische system, um die verfassung und demokratische reformen. insofern kann man sich letztlich sogar bei den putschisten bedanken: denn vielleicht steht ja - anders als die faschisten beabsichtigen - am ende dieser entwicklung eine demokratische, auf druck "von unten" reformierte gesellschaft, idealerweise durch soziale veränderungen ergänzt. und da sehe ich auch den unterschied zu venezuela: in honduras erkennt die bewegung ihre stärke, unabhängig davon, wer gerade regiert. in venezuela ist leider der ganze revolutionäre prozess sehr auf die person von chavez zugeschnitten. der bewegung wünsche ich alles gute und toi toi toi!

uebel
03
17.11.2009, 21:17

die sozialen bewegungen treten in honduras nun geschlossener auf, aber mel zelaya ist jedoch mit abstand der beliebteste politiker im land...

http://narcosphere.narconews.com/thefield/... elaya-back

übrigens: ohne soziale bewegungen wäre auch in venezuela chávez nicht an der macht.

GG22
05
17.11.2009, 13:14
Wer ihre Argumentation zu Venezuela liest, den wundert nichts mehr.

Sie bedanken sich bei den Putschisten.
Warum? Weil die Linksbewegung gestoppt wurde? Eine Militärjunta wurde eingesetzt, Menschen wurden bereits zu Tode gefoltert.

Sie feiern das mit hehren utopischen Zielen, die sie weit in der Ferne ausmachen, aus ihrem Sessel in Österreich, begleitet von den Schüssen der Putschisten.

Lächerlich.

Die nächsten Putsche sind bereits vorprogrammiert, in Bolivien, Ecuador, Paraguay und Venezuela. Honduras ist ein Versuchsballon.

Und Sie bedanken sich.
Wechseln Sie den Nick. Che hätte sich der Militärdiktatur in Honduras gedankt.

Diese ganzen Linksregierungen in Lateinamerika wären ohne Chavez gar nicht denkbar gewesen.
Was wäre Ecuador oder Bolivien oder die Unterstützung Venezuelas?

Ernst Guevara
41
17.11.2009, 13:32
sind Sie funktionaler analphabet oder liegt es doch eher an Ihrer stalo-brille? ich muss es für Sie scheinbar ganz langsam buchstabieren:

wenn die demokratiebewegung sich letztlich mit erfolg gegen die faschisten durchsetzt, das bedeutet: wenn die demokratiebewegung die putschisten von der macht verdrängt und wenn es ihr gleichzeitig gelingt, eine demokratische revolution durchzuführen, das bedeutet: die verfassung und die gesellschaft zu demokratisieren, dann und nur dann bedanke ich mich bei den putschisten, weil sie unabsichtlich und ungewollt etwas positives angestossen haben. was die bedeutung von chavez angeht: ich denke, Sie überschätzen den einfluss einer einzelnen person. chavez wäre gar nichts ohne die sozialen bewegungen in venezuela, die ihn an die macht gebracht haben, ihn dort halten und die auch täglich dafür sorgen, dass die revolution mit leben gefüllt wird.

GG22
04
17.11.2009, 13:55
Wer kennt sie nicht, die Anarchosyndikalisten in Österreich?

Solange keine Arbeiterräte und anarchosyndikalistische Strukturen gebildet werden, so lange kann das alles nichts sein.

Da ist man dann in der Kritk an den unzulänglichen Linksregierungen sehr schnell im Boot mit denen, die eine Militärdiktatur errichten und unterstützt sie.

Bedanken Sie sich weiter weiter bei Micheletti, gemeinsam mit der Liberalen Internationalen und der US-Administration.
Ich glaube aber die Honduraner und Honduranerinnen sind weiter von ihren Zielen entfernt als je zuvor.

Aber setzen Sie sich bequem, machen Sie sich eine Flasche Bier auf, beißen Sie in das Wurstbrot und träumen sie, wie schön die Welt sein könnte. Schnitzen Sie an ihrer schönen Utopie und bekämpfen Sie diejenigen, die an einer Verbesserung arbeiten.

Ernst Guevara
31
17.11.2009, 14:13
ich kommentiere Ihre sektiererei besser gar nicht

aber ein punkt erscheint mir schon wichtig: sofern Sie das interview überhaupt gelesen haben, wird Ihnen aufgefallen sein, dass die beiden aktivistinnen selbst dieses thema ansprechen. sie sagen selbst, dass es nicht allein um zelaya und die machtfrage geht, sondern auch um strukturelle soziale und demokratische veränderungen, um eine neue verfassung. also läuft Ihr hinweis auf die anarchosyndikalistische theorie und utopie ins leere, denn es geht scheinbar um fragen, die die menschen in honduras selbst diskutieren. ob die honduranerInnen von ihren zielen weiter entfernt sind als je zuvor, ist wieder eine andere frage, die ich überhaupt nicht einschätzen kann.

*space
00
17.11.2009, 16:05

Das Problem ihrer waghalsigen Postings ist eben, dass sich die Honduraner erst dann auf die Schulter klopfen können, wenn sie gesiegt haben. Nur ist dieser Sieg in weiter Ferne., Nach einem Sieg würden Sie sicher Recht haben, so ist es leider verrissen.

uebel
15
17.11.2009, 11:15
lesenswertes interview

schöne abwechslung zu den immer gleichen apa-meldungen

randy handsome
02
17.11.2009, 09:42
besonders interessant.....

....wieder einmal die rolle der kirchenführung sowie die doppelstrategie der amis..

Stifter
212
17.11.2009, 09:22

Ein interessantes Interview, das größere Verbreitung verdienen würde.

Fridolin der Große
03
17.11.2009, 17:21

Deshalb erscheint es ja auch nicht in der Printausgabe.

NONE
04
17.11.2009, 10:36

Vor allem der Vergleich mit den USA - zuerst schlagen sie dir ins Gesicht, dann verstecken sie die Hand hinter dem Rücken.

Es ist traurig das oft kleinere Länder darunter noch stärker zu leiden haben als grössere.

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