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16.11.2009 10:53

Wiener Grüne erhalten "Scheiß Internet"-Preis
"Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten" für Debakel bei Vorwahlen der Wiener Grünen - 1 Foto

Für die "missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance" bei den Vorwahlen haben die Wiener Grünen den erstmals ausgeschriebenen "Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten" erhalten. Bei den Vorwahlen wurden mehrere Interessenten zur Abstimmung über die Kandidaten für die nächste Gemeinderatswahl abgelehnt.

Kritik an Vorwahlen

Bei den Vorwahlen am Sonntag wurde die Kandidatenliste von Parteimitgliedern und sogenannten Unterstützern gewählt. Von einigen Hundert interessierten Personen, die sich registrieren ließen, seien jedoch nur die Hälfte akzeptiert worden. "In einer Partei, die aus den BürgerInneninitativen der 1980er hervorgegangen ist, wäre es mehr als notwendig gewesen, die neu aufkommenden Politik- und Partizipationsansätze der NetzuserInnen einzubeziehen", heißt es dazu auf der Website.

Benannt nach ORF-Programmdirektor

Initiiert vom KünstlerInnen-Kollektiv monochrom sollen mit dem Preis "jene Menschen ausgezeichnet werden, die im letzten Jahr durch Wort und Tat völlig unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter abgeliefert haben", heißt von den Initiatoren. Benannt ist der Preis nach dem ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, der sich im vergangenen Jahr mit seiner Aussage zum "Scheiß Internet" in die Nesseln gesetzt hat.

Auch Jack Wolfskin und Schüssel nominiert

Nominiert waren neben den Grünen unter anderem auch die ORF ON-Direktoren für "15 Jahre fehlende Barrierefreiheit" und "generelle Ignoranz", Plagiatsjäger Stefan Weber "für seine Leistungen als Blockwart eines konservativen Wissenschaftsbetriebes" oder auch der Bühnenabend "Menschmaschine" in der Kategorie "fehlgeleitetes Infotainment". Ebenfalls Anwärter für den Negativpreis waren Armin Thurnher als "beleidigter Leitartikler", das Unternehmen Jack Wolfskin für einen "unglaublich juristischen Umgang mit Kleinst-Bloggern und Hobby-Bastlern", IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch "für seine jahrelange Tätigkeit als Blockierer von fairen Verwertungsmodellen" sowie Wolfgang Schüssel in der Kategorie Lebenswerk für eine "miserable Telekom-Regulierungspolitik" und die Aussage "Altlinke, 68er und die Internetgeneration" über Demonstranten gegen die frühere Regierung. (br)

 

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Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten

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