"Es gibt nur zwei Optionen"

16. November 2009, 16:54
  • Manfred Klell (53), Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz
    foto: skarics

    Manfred Klell (53), Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz

Über die Chancen von Wasserstoff im Auto sprach der Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz, Manfred Klell (53), mit Rudolf Skarics

DER STANDARD: Warum Wasserstoff, dies flüchtige Element?

Manfred Klell: Für eine CO2-freie Mobilität gibt es nur zwei Optionen: elektrischer Strom oder Wasserstoff. Beide müssten allerdings aus Wasserkraft, Windkraft oder der Sonne erzeugt werden.

DER STANDARD: Warum setzen Sie dabei auf den Verbrennungsmotor und nicht auf die Brennstoffzelle?

Manfred Klell: Es gibt derzeit global eine Milliarde Autos mit Verbrennungsmotor. Für eine namhafte Anzahl an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb drängt sich deshalb die Adaptierung des Bestehenden auf. Bis zur E-Mobilität mit Brennstoffzelle vergehen noch Jahrzehnte. Und man kann nicht alles gleichzeitig wechseln, Infrastruktur und Antriebstechnik.

DER STANDARD: Wie sieht es mit den Kosten aus?

Manfred Klell: Wasserstoff kostet in der Herstellung etwa das Doppelte gegenüber Benzin oder Diesel an der Zapfsäule. Dieses Verhältnis wird sich mit der Zeit zugunsten des Wasserstoffs verändern. Der Mehrpreis des Autos liegt hingegen nur bei 15 bis 20 Prozent.

DER STANDARD: Namhafte Experten sagen, dass sich mit Verbesserung der Batterietechnologie Wasserstoff als Energieträger im Verkehr erübrigen würde.

Manfred Klell: Die derzeitige Erwartungshaltung gegenüber der Elektromobilität wird sich kaum erfüllen lassen. Man muss allen Möglichkeiten nachgehen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/13.11.2009)

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7 Postings

Das mit den Treibstoffkosten verstehe ich nicht.
Warum soll Wasserstoff billiger werden?

Im Moment entsteht Wasserstoff als Abfallprodukt in der chemischen Industrie. Das ist aber begrenzt.

Wasserstoff mit Photovoltaik für den Verbrennungsmotor zu erzeugen, ist nicht realistisch. Der Wirkungsgrad ist da einfach zu gering.

Warum???: "...man kann nicht alles gleichzeitig wechseln, Infrastruktur und Antriebstechnik"

Auf die H2-VKM zu setzten bedeutet doch den sicheren Tod einer H2 Zukunft: schlechte Energie-Effizienz (Gesamtkette), keine Reichweite, Geräusch- und NOx-Emissionen, teure Spritkosten - im Prinzip schlechter als die heutigen Diesel/Otto Motoren...und plötzlich haben es dann alle gewusst: H2 bringt nichts.

P.S. Keyplayer wie Daimler, GM/Opel, Toyota, Honda, Nissan, Hyundai, Audi/VW usw. setzen bei H2 aber auf Brennstoffzellen?

Spaßvogel...
Man kann schon jetzt mit 5. Generation Lithium Akkus über 750km fahren...
Andere Technologien haben das 10 fache Potenzial und sind dabei auch noch billiger...
7500km mit einer Ladung reicht bei vielen für mindestens ein halbes Jahr...
Bzw. werden dann die Akkus einfach 10 Mal so klein sein...auch wieder ein Vorteil.

So lange wie die Hawara für die Brennstoffzelle und die Probleme mit dem Wasserstoff brauchen dauert das nie...

Aber sicher

deshalb fahren auch so viele nur rein elektrisch herum.

Selbst mit LiPo Akkus ist das nicht drinnen. Abgesehen vom Problem mit dem Lithim, das schneller aus sein wird als alle damit fahren könnten.

Die ÖBB und viele Chinesen fahren elektrisch.
Eine E-Hummer wird es aber nicht so schnell geben.

Mit Lithium gibts kein Problem...
Die Förderung muss nur auf 70Mio Tonne gesteigert werden.

Klar gibts einen Peak Lithium aber davon sind wir noch Jahrzehnte entfernt.
Dann kann man Lithium auch aus dem Meer gewinnen.

diese anderen technologien sind die nur angekündigt von ner firma die gerne kapital hätte, oder gibts da schon was wenigstens vorserienreifes, was annehmbare betriebstemperaturen, lade- und entladeströme, lebensdauer, brauchbare handhabbarkeit hat?

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