"Es gibt nur zwei Optionen"

  • Manfred Klell (53), Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz
    foto: skarics

    Manfred Klell (53), Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz

Über die Chancen von Wasserstoff im Auto sprach der Geschäftsführer des Hydrogen Center Austria in Graz, Manfred Klell (53), mit Rudolf Skarics

DER STANDARD: Warum Wasserstoff, dies flüchtige Element?

Manfred Klell: Für eine CO2-freie Mobilität gibt es nur zwei Optionen: elektrischer Strom oder Wasserstoff. Beide müssten allerdings aus Wasserkraft, Windkraft oder der Sonne erzeugt werden.

DER STANDARD: Warum setzen Sie dabei auf den Verbrennungsmotor und nicht auf die Brennstoffzelle?

Manfred Klell: Es gibt derzeit global eine Milliarde Autos mit Verbrennungsmotor. Für eine namhafte Anzahl an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb drängt sich deshalb die Adaptierung des Bestehenden auf. Bis zur E-Mobilität mit Brennstoffzelle vergehen noch Jahrzehnte. Und man kann nicht alles gleichzeitig wechseln, Infrastruktur und Antriebstechnik.

DER STANDARD: Wie sieht es mit den Kosten aus?

Manfred Klell: Wasserstoff kostet in der Herstellung etwa das Doppelte gegenüber Benzin oder Diesel an der Zapfsäule. Dieses Verhältnis wird sich mit der Zeit zugunsten des Wasserstoffs verändern. Der Mehrpreis des Autos liegt hingegen nur bei 15 bis 20 Prozent.

DER STANDARD: Namhafte Experten sagen, dass sich mit Verbesserung der Batterietechnologie Wasserstoff als Energieträger im Verkehr erübrigen würde.

Manfred Klell: Die derzeitige Erwartungshaltung gegenüber der Elektromobilität wird sich kaum erfüllen lassen. Man muss allen Möglichkeiten nachgehen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/13.11.2009)

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