Maria Vassilakou ist die alte und neue Frontfrau der Wiener Grünen - Warum sie sich nicht zur Vizebürgermeisterin erklären will, und wie die parteiinterne Erneuerung aussehen sollte
STANDARD: Im Vorfeld gab es viele Diskussionen über die grünen Vorwähler. Jetzt sind nur gut 100 da - wie werten Sie das?
Vassilakou: Es ist natürlich leichter, Menschen im Internet zu mobilisieren, als sie an einem sonnigen Sonntag ins Austria Center zu bringen. Das überrascht mich nicht.
STANDARD: Auf den vorderen Plätzen sind fast nur bekannte Gesichter.
Vassilakou: Ich finde es gut, wenn vorn alte Hasen sind, wir brauchen im Wahlkampf Erfahrung. Erneuerung ist wichtig auf wählbaren Listenplätzen, sie muss aber nicht auf den Top-Plätzen sein.
STANDARD: Werden Sie sich im Wahlkampf als potenzielle Vizebürgermeisterin positionieren?
Vassilakou: Unser Ziel ist es, die absolute Mehrheit der SPÖ zu brechen und einen Neubeginn in der Kommunalpolitik zu erzwingen. Ein gutes Wahlergebnis bedeutet gute Karten am Verhandlungstisch. Ich halte aber nichts davon, sich ein Jahr vor der Wahl zur Vizebürgermeisterin zu erklären. Damit kann man sich sehr lächerlich machen.
STANDARD: Es deutet einiges darauf hin, dass es in Wien eine zweite Spitzenkandidatin geben wird.
Vassilakou: Ich schätze Christine Marek als Person. Abgesehen davon ist es aber egal, ob sie oder Harald Himmer bei der ÖVP vorn steht - drin steckt sowieso die menschenverachtende Politik der Innenministerin. (Andrea Heigl/DER STANDARD-Printausgabe, 15.11.2009)
Zur Person:
Maria Vassilakou (40), aufgewachsen in Athen, lebt in Hernals und ist seit 2004 Klubobfrau der Wiener Grünen.