Preiswerte RFID-Chips steuern die Produktion eines Produktes und können es während seines ganzen Lebens, auch bei Service und Reparatur, lückenlos rückverfolgen
Einzelstücke vollautomatisiert fertigen? Das geht. Ein am Werkstück angebrachter Funkchip bringt alle nötigen Fertigungsanweisungen mit, die von RFID-Lesern erkannt und an die Steuerungstechnik weitergeleitet werden. Bisher in der Industrie eingesetzte RFID-Systeme benötigen allerdings Transponder, die über eine zusätzliche Batterie verfügen und vergleichsweise teuer sind. Wesentlich günstiger sind RFID-Chips, die das UHF-Band um 865 MHz nutzen. Sie erzielen hohe Reichweiten bis zu zehn Metern, lassen sich auch im Pulk erfassen und kosten nur einige Cent. Der harten Industriewelt waren sie aber nicht gewachsen. Inzwischen ist es Siemens gelungen, UHF-Technologie für den industriellen Einsatz robust genug zu machen. Auch die Speicherkapazität wird permanent vergrößert und das Risiko von Lesefehlern durch neue Algorithmen stark reduziert.
Dauerhaft am Produkt
Aufgrund der niedrigen Kosten können UHF-Transponder dauerhaft am Produkt bleiben und dafür sorgen, dass man es über den Herstellerprozess hinaus identifizieren kann. Damit lässt sich eine lückenlose Rückverfolgung auch bei Service und Reparaturen erreichen. Grundsätzlich erfordert die Verfolgung eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus auch eine Integration aller Daten und Systeme. Hersteller und Zulieferer, Produktion und Logistik rücken näher zusammen, weil sie auf den gleichen Datenbestand zurückgreifen, und müssen deshalb auch eine engere und offenere Beziehung zueinander aufbauen. Inzwischen laufen bereits Forschungsprojekte zum Aufbau solcher Wertschöpfungsprozesse.