Wasserstoff-Auto lässt auf sich warten

15. November 2009, 17:02
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    foto: nasa

    Etwas nebulös ist sie noch, die Zukunft des Wasserstoffwirtschaft.

Je mehr man sich mit Wasserstoff beschäftigt, desto größer scheinen die Probleme damit zu werden

Während man Ende des vorigen Jahrhunderts den baldigen Durchbruch vorhersagte, scheint man nun von einer Realisierung einer Wasserstoffwirtschaft weiter weg denn je. Dabei ist nicht so sehr die Energieumwandlung das Problem. Wasserstoff lässt sich durch Elektrolyse oder andere Prozesse relativ leicht herstellen und in einem Verbrennungsmotor zu Bewegungsenergie oder in der Brennstoffzelle zu Strom umwandeln. Das Problem liegt dazwischen: Wasserstoff enthält, bezogen auf das Volumen, wenig Energie. Das heißt, er muss hoch komprimiert oder tief gekühlt werden.

Beim üblichen Gasspeicherdruck von maximal 350 bar ergibt sich eine Reichweite von gerade mal 150 km. Künftig könnte man bis 700 bar gehen. Verdoppelung des Drucks heißt aber nicht nur annähernd Verdoppelung der Reichweite, man benötigt auch wesentlich mehr Energie für das Verdichten, und die Gastanks werden schwerer. Tiefkühlen unter minus 250 Grad, um den Wasserstoff zu verflüssigen, ist ebenfalls sehr energieaufwändig. Da selbst in die bestisolierten Behälter Wärme eindringt, muss Wasserstoff entweichen können, damit der Tank nicht platzt. Nach ein paar Tagen ist der Tank leer.

Warum man trotzdem weiter forscht? Wasserstoff wird in Zukunft trotz aller Schwierigkeiten eine zunehmende Bedeutung als Energieträger spielen. Wie schnell oder wie sehr er auch im Verkehr eine Rolle übernimmt, hängt unter anderem vom Entwicklungspotenzial der Batterien ab. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/13.11.2009)

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17 Postings
gigngogn
 
11
16.11.2009, 16:28

>Wasserstoff wird in Zukunft trotz aller
>Schwierigkeiten eine zunehmende Bedeutung als
>Energieträger spielen
Wenn man es nur oft genug sagt, wird es wahr?

Wasserstoff spielt keine Rolle als Energieträger für Fahrzeuge, jetzt nicht und auch in Zukunft nicht.
Nicht nur das der Wirkungsgrad miserabel ist, wer möchte gerne in einem Fahrzeug sitzen das einen Tank hat, in dem ein Gas mit 700(!) bar komprimiert ist, welches mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet und zwar bereits ab einem Anteil vom 4%.

Wesentlich größere Chancen haben Methanol und DME, höhere Energiedichte, sicherer, kann bestehende Infrastruktur weiter verwenden und kann aus heimischen Rohstoffen gewonnen werden (Kohle)

1548
00
16.11.2009, 13:10
Der kommerzielle Aspekt ist viel wesentlicher

Was der Artikel verschweigt sind eigentlich die wesentlichen Dinge beim Wasserstoff. Die Fortschritte der letzten Jahre sind in dieser Branche gegeben - immer mehr "Probleme" sind erledigt.
Die kommerziellen Herausforderungen sind allerdings nach wie vor groß:
1) Wer tut es sich an in H2-Tankstellen zu investieren, wenn noch länger kein Geschäft damit zu machen ist?
2) Und wie kommt man auf Stückzahlen bei FCVs wenn der Preis nicht attraktiv genug ist?
3) Und warum überhaupt was Neues, wenn mit der guten alten VKM (bald wieder) gutes Geschäft gemacht wird?

Fugazzi
00
16.11.2009, 15:32
das gleiche kannst du bei Electric fahrzeuge auch schreiben

orso minore
01
16.11.2009, 11:02

Ich finde zwar dass sich elektrische Energie besser in einer Batterie speichern laesst als in H2, aber Brennstoffzellenforschung ist trotzdem sinnvoll, da Brennstoffzellen einen hoeheren Wirkungsgrad haben als Verbrennungsmotoren. Man muss sie ja nicht unbedingt mit H2 betreiben, es gibt auch schon welche fuer Methanol, vielleicht gibt es ja mal welche fuer Benzin, Diesel, Ethanol, Autogas etc

Erich Hofbauer
00
16.11.2009, 16:36

ausserdem kann man Brennstoffzellen auch woanders (z.B. Thermen, BZH) verwenden.

Gigerius
00
16.11.2009, 11:58
problematisch ist,

daß die bisherigen Batterien aus materialien hergestellt werden, die giftig sind und/oder auf unserem Planeten garnicht in der Menge vorhanden, die man benötigte um z.B. nur für alle Autos Batterien herzustellen. Deshalb wird Wasserstoff vorraussichtlich sehr wichtig werden.

Heavyweather
10
16.11.2009, 15:21
Am Lithium kann es nicht liegen...

davon gibt es mehr als genug...

giftig ist CO2 auch.
Oder der ganze Giftmüll den wir überall zwischen und endlagern.

Linus Tintifax
00
16.11.2009, 16:58
ich hoffe sie meinen CO

CO2 ist das, was sie alle paar sekunden ausatmen...

Shanajio
00
17.11.2009, 16:37

Wir atmen es ja aus weil es "giftig" ist :)

Und wie der alte Paracelsus schon gesagt hat: Die Dosis macht das Gift.

benjohnson1988
00
16.11.2009, 03:01
by the way

Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Treibhausgas

Gigerius
00
16.11.2009, 12:00
"Wasserdampf

ist das wichtigste Treibhausgas"

* Es könnte eine „positive Rückkopplung“ des Klimasystems überwiegen, welche den Treibhauseffekt weiter verstärkt, weil mehr Infrarotstrahlung gehindert wird, in das Weltall zu entweichen.
* Es könnte aber auch die mittlere Temperatur der Erdoberfläche sinken, weil durch vermehrte Wolkenbildung mehr Sonnenlicht gehindert wird, bis zum Erdboden vorzudringen und diesen zu erwärmen.

Wahrscheinlich kompensieren sich beide Effekte. Dafür spricht, dass die mittlere Temperatur trotz erheblicher Störeinflüsse wie Verdunkelung nach Vulkanausbrüchen seit sehr vielen Jahrtausenden nur recht geringfügig um wenige Grad geschwankt hat, wie sich aus der Untersuchung von Eisbohrkernen ergeben hat.

orso minore
01
16.11.2009, 10:55

Erdoel, Erdgas und Agrotreibstoffe sind Kohlenwasserstoffverbindungen, bei deren Verbrennung entsteht auch H2O.

Nessus
01
15.11.2009, 19:12
Wasserstoff ist ein Energieüberträger, also eher mit einem schlechten Stromkabel vergleichbar...

...aber nicht mit einer Energiequelle wie Erdöl, Wasserstoff muss ja erst energieverbrauchend erzeugt werden, und ist schlecht speicherbar. Aber wenn die Autoindustrie dem Staat Subventionen für Forschung rausreißen kann, wäre sie dumm, das nicht zu nutzen.

Voronwe
02
16.11.2009, 03:12

Das Erdöl müssens auch erst aus der Erde holen, transportieren, raffinerieren, transportieren. Zwischen einem Energieträger und einer Energiequelle besteht nur theoretisch ein scharfer Unterschied....

Abgesehen davon: Nur weil eine Technologie schwer zu beherrschen ist, sollte man nicht gleich aufhören, daran zu forschen und zu arbeiten. Die Vorteile liegen auf der Hand, also warum soll man da kein Geld investieren?

Nessus
11
16.11.2009, 10:19
Die Vorteile liegen eben nicht auf der Hand

Denn transportieren muss man Wasserstoff auch, und zwar verlustreich, denn der sickert durch jedes Rohr- und Tankmaterial, oder auf Verflüssigungstemperatur kühlen, was wiederum Energie und Transportenergie kostet. Bei einer objektiven Gesamtrechnung ist Wasserstoff sicher nicht konkurrenzfähig.

Cuniculi
13
15.11.2009, 18:29
Brennstoffzellentechnik - möglicherweise eine Totgeburt

Die "Wasserstoof-Techologie" macht sowieso nur Sinn, wenn zur Gewinnung des Wasserstoffs regenerative Energie benutzt wird, weil das ganze System mehr Energie verbraucht, als es wieder hergibt.

Bleibt noch der Aspekt der Speicherung von Energie. Und auch da gibt es anscheinend derzeit keine vernünftige Lösung.

Pioniere der Entwicklung dieser Technologie haben längst das Handtuch geworfen. Aber irgendwelche Lobbyisten halten das Thema weiter am Köcheln.

Fred 01
00
15.11.2009, 17:23
Metal-Hydrogen Systems

Die Speicherung in Festkoerpern bringt eine Steigerung der Speicherdichte um ein bis zwei Groessenordnungen (== x10 bis x100)

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