Das faltbare E-Radl für den Winter

glu, 15. November 2009, 17:01
  • Artikelbild
    foto: astrid knie & www.business-bike.at
  • Artikelbild
    foto: astrid knie & www.business-bike.at
  • Artikelbild
    foto: astrid knie & www.business-bike.at
  • Artikelbild
    foto: astrid knie & www.business-bike.at

Dicke Reifen, sagt Lukas, machen sein Business-Bike zum idealen Winter-Fahrrad. Und dass er nicht ins Schwitzen kommt, weil er nicht treten muss

Das mit dem idealen Winter-Fahrrad, wie es mir der Lukas in seinem Mail verkaufen will, halte ich für einen Schmäh. Das hat er nur geschrieben, weil es grad passt. Wenn es Sommer wäre, hätte er das ideale Sommer-Fahrrad daraus gemacht. Für so gefuchst halte ich den Lukas. Darum frage ich nach, was sein „Business-Bike" für den Winter prädestiniert. Er meint: „Weil es elektrisch angetrieben wird und ich selbst in meterdicken Regen- und Winter-Klamotten nicht schwitze, weil ich nicht mittreten muss - auch steil bergauf nicht. Weil es faltbar ist - es ist wetterfest verstaubar und trotzdem täglich benutzbar, wie ich jeden Tag im Zug beweise. Und es hat dicke Reifen - den Big Apple. Der hat eine gute Laufruhe auch bei schlechten Bodenverhältnissen."

Nun ja. Das sind jetzt keine Winter-Argumente, weil im Sommer schwitzt man auch nicht, wenn man nicht treten muss, zsammlegen lässt es sich auch, wenn es nicht kalt und nass ist, und den Sommer, in dem es keine Schlaglöcher in der Straße gibt, hat die Straßenverwaltung noch nicht erfunden. Aber gut, ehrlich gestanden hat Lukas da ein faltbares Elektrobike, das gerade seinen Verkaufsstart feiert; und sein Konzept scheint aufzugehen: Das Business-Bike gibt es mit Pedelec-Antrieb, wie er in Deutschland vorgeschrieben ist, aber auch mit Gasgriff, wie man ihn in Österreich würgen darf. Und nur dann schwitzt sich wirklich nix zusammen.

Wheelen mit dem Klapprad
Für Gewichtsfanatiker gibt es das Business-Bike mit dem 24 Volt-Akku. Der wiegt rund ein Kilogramm und das Rad mit ihm etwa 19 Kilogramm. Mit dem 36 Volt-Akku - beide sind Lithium-Ionen Akkus - ist das Fahrrad etwa ein Kilogramm schwerer, was aber eh komplett hugo ist, weil man um das Kilo weniger treten muss. Zum Wheelen wird man die Kraft aber brauchen, und das Gewicht stört ja am Packlträger nicht. Aber soundso lässt sich der Lukas nicht gerne auf Gewichtsangaben ein, weil, wie er sagt, wenn der neue Akku-Pack leichter wird, wovon auszugehen ist, dann stimmt alles wieder nicht. Beim Motor das gleiche. Ach ja, der ist von BAFANG und liefert 250 Watt und wiegt etwa drei Kilogramm. Beim Treten rennt der abgeschaltete Motor im Freilauf mit.

Was mir am Business-Bike am meisten taugt ist, dass es mich an ein Auto erinnert. Als kleiner Junge bin ich in einem Autohaus immer in jeden Wagen hinein, hab geschaut, wie weit der Tacho geht und habe dann entschieden, ob Topp oder Schrott. Sagen wir so, der Opa, mit seinem Fiesta, hatte kein kuhles Auto. Aber der Corsa vom Nachbarn war geil. Der ging zwar nur 120, war aber, wegen eines Racing-Tacho-Dings, bis 260 angeschrieben. Sowas ähnliches schafft das Business-Bike auch. Die Schaltung verspricht locker lässig acht Gänge, in Echt hat das Business-Bike aber nur sieben. Das sei so, sagt der Lukas, weil das Fahrrad ja auf die E-Version umgerüstet wird. Und damit man das Radl hinten nicht komplett verbiegen muss, legt sich der Lukas jetzt mit den Kranzln, die beim Umbau runterkommen, eine Sammlung an. „Du merkst beim Schalten nicht, dass ein Gang fehlt", meint er, „weil die Schaltung sehr gut eingestellt ist. Ich könnt mir vorstellen, dass wir gegen Aufpreis auch eine 7-Gang-Anzeige einbauen lassen."

Der Umbau
Viel wird ja nicht umgebaut, am zugekauften Faltrad, erklärt der Lukas: „Im Wesentlichen wird bei der Firma Elektrobiker in Wien ein Motor eingebaut, indem der Hinterreifen samt Schaltung getauscht wird. Und ein Gas-Kabel oder Pedelec-Scheiberl wird eingebaut. Der Rest befindet sich in einem abnehmbaren Akku, der sauber mit einem Bajonette-Verschluss an die Elektrik angeschlossen wird. Der ist, nebenbei bemerkt, ziemlich teuer, aber dafür stehen halt nicht 100 bunte Kabeln heraus, die beim ersten Regen einen Kurzschluss verursachen und schiach aussehen. Außerdem ist er mit einem "Dreh" schnell abmontiert."

Bestellen kann man sich ein Business-Bike um 1.999 Euro für die Economy-Edition, wie die Version mit dem normalen Akku heißt, oder um 2.099 Euro für die Power-Edition, die dann besser bergauf geht, unter www.business-bike.at. (Guido Gluschitsch/Fotos: Astrid Knie & www.business-bike.at)

  • Allrad-Antrieb mit Puls-Gasgriff [30]

    TitelbildYamaha baut nicht nur Musikinstrumente und Motorräder, sondern auch seit Jahren Fahrräder. Die Studie "PAS er" rollt auf 20 Zöllern in die Zukunft

  • Wer fährt grad mein Fahrrad? [81]

    TitelbildWir kaufen ultraleichte Fahrräder und legen sie in superschwere Ketten, nur damit sie dort bleiben, wo sie sind. Patschert oder notwendig?

  • Einmal quer durch Australien [4]

    TitelbildVier Vorarlberger radeln mit dem Handbike einmal quer durch Australien und wollen dabei einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen

  • Gript es ja gar nicht [28]

    TitelbildWährend genagelte Schuhe out sind wie der heimische Fußball, sind Spikes auf Bikes ein griffiger Grund auch im Winter zu fahren

  • Ein Unikat am Fahrrad [27]

    TitelbildDer Wuf machte vor, was heute alltäglich ist. Am Fahrrad wie ein Faschingspopperl ausschauen. Nur beim Wuf war es cool und klass

  • Fortschritt statt Rücktritt [29]

    TitelbildOma hat noch geschoben, heute wird geschalten. Ritzel, Zahnräder, Ketten. "Nicolai" arbeitet mit Planeten, "Shimano" schaltet elektrisch

  • Ein Hut ist schöner als ein Helm [17]

    TitelbildFahrradhelme sind nicht schön. Hüte hingegen haben etwas Besonderes. Ein dänischer Hersteller kombiniert nun Flair und Sicherheit

  • Radlweg zum Mitnehmen [99]

    TitelbildEigentlich unvorstellbar, bis man den ersten "Prototyp" - ein Radweg-Werfer, der grüne Lichtstreifen auf die Straße malt - gesehen hat: hier ist er

  • Die Revolution des Gepäcktransports [42]

    TitelbildFrüher war es nicht einfach, Gegenstände am Fahrrad zu transportieren. Jetzt gibt es eine neue Gepäckkiste, die eigentlich was für meine Oma wäre

  • Fahrrad und Hund: Dem Dackel einen Korb geben [39]

    TitelbildEs gibt eine große Auswahl an Behelfen, um den Hund mit dem Fahrrad mitnehmen zu können

  • Wimmerl für die Lichtmasten [33]

    TitelbildAnthony Lau hat einen Radständer entworfen, der in Städten den Mangel an Abstellplätzen ausgleichen kann und gewann damit schon einige Preise

  • Kein Start ohne Doping [29]

    TitelbildDa haben sich die zwei Rad-Chaoten was getraut: Veranstalten ein Radrennen und lassen nur gedopte Fahrer an den Start

  • Das faltbare E-Radl für den Winter [81]

  • Radlfahren gegen das Kohlendioxid [23]

    TitelbildZum dritten Mal findet im Juli in der Steiermark das 24-Stunden-Radrennen für den Klimaschutz statt

  • PUYL - Die Lichtpumpe [66]

    TitelbildMit einer Pumpe, die sich selbst den Strom für das integrierte LED-Birndl erzeugt, gewann Kai Malte Röver einen Eurobike Award 2009

  • Fahrradhelmproblem [206]

    TitelbildDie einen würden sich eine Helmpflicht für Radfahrer wünschen, die anderen verwünschen den Radlhelm. Und früher kamen wir ganz ohne Helm aus.

  • Wenn es draußen zu kalt wird [63]

    TitelbildFranz, Detlef und René haben sich schon winterfit gemacht. Mit durchaus ungewöhnlichen Ansätzen.

  • Sonnenuntergang am Pannonia-Ring [13]

    TitelbildIn Ungarn bereitet sich die Sonne auf ihren Untergang vor. Aber nicht nur die Sonne. 57 harte Frauen und Männer tun es ihr gleich - Ansichtssache

  • Radlständer können sexy sein [34]

    TitelbildRadlständer sind wie lange Unterhosen. Aber nicht alle. Es gibt Ausnahmen, etwa vom Hersteller Massload aus Taiwan

  • Die Scheibe ist eine Welt [124]

    TitelbildHydraulische Bremsscheiben sind im Sportbereich schon ein Must geworden. Aber bringen die auch etwas oder bremsen sie nur?

  • Klapprad für Tretfaule [31]

    TitelbildEs wäre den Machern sicher recht, wenn das YikeBike unsere Bewegung revolutioniert

  • Alternativenergie Drehstrom [78]

    TitelbildIn der Radnabe kann man einfach Strom erzeugen. Das ist zwar nicht ganz billig, hat aber einige entscheidende Vorteile

  • Affenartige Lichtspiele [44]

    TitelbildJetzt geht es rund, sagt sich MonkeyLectric in Berkeley, Kalifornien, und montiert uns LED-Leuchten auf die Fahrrad-Speichen

  • Rad-Rennen: Ein Blick in den Rennkalender [24]

    TitelbildEin Blick in den Rennkalender kann konservativen Rennradlern vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma einbringen. Wettkämpfe von Rodelbahn bis Rennstrecke

  • Der Forkless-Cruiser [29]

    TitelbildDer Finne Olli Erkkilä hat ein Fahrrad ohne Gabel gebaut – aber er fährt nicht damit. Warum, erzählte er in einem Gespräch mit derStandard.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 81
1 2 3
S Bahn Surfer
00
20.11.2009, 10:39

Prinzipiell ja eine gute idee das mit dem klapprad. hab auch schon oft überlegt eines (ohne e-motor) zu kaufen. Zusammenklappen und ab in den zug. aber was ist mit meinem rucksack und mit dem billa sackerl die meistens am packlträger zwicken? die klappen sich nicht ein. dann steh ich mit 3 gegenständen da. mit 2 (ohne rad) ist das schon unangenehm genug.

highda
00

die lösung deines problems heißt brompton!!!

Herr Weltenbummler
00
20.11.2009, 11:07
Mit dem Zug zum BILLA einkaufen??

Du fährst mit dem Zug, um zum BILLA einkaufen zu gehn?

Nordwandgesicht
00
22.11.2009, 17:48
es gibt auch ein leben

hinter der stadtgrenze von wien ;D

greenling
00
21.11.2009, 11:23
besser als mit dem auto ;)

sirupmond
10
16.11.2009, 16:36
in der stadt brauchst ein radl

wahrscheinlich hat der erbauer sein faltrad noch nie in der großstadt gefahren, sonst wüßt er daß ein ebike im gassendschungel vollkommen oversized ist, halt was für angeber...

Lethawae
111
16.11.2009, 15:13

Jo, super des Motiv, Marie-Claire. No a bisserl mehr Brust zeigen, beug di a bisserl vor... Ja... Supa, Wahnsinn, wödklasse Foto. Und zieh des Notebook no a bisserl raus, damit man des Logo sieht. Wegen der Zielgruppen warats gwesen.
Maaa! Perfekt!

Nathaniel Winerib
00
16.11.2009, 16:24

Und du bist Kevin, wenn ich nicht irre.

Lethawae
00
16.11.2009, 17:19

...sprach er, der sich freiwillig "Nathaniel" nennt.

tramezzino
00
16.11.2009, 14:18
was kommt als nächstes?

ein space shuttle zum mittreten?

Lethawae
00
16.11.2009, 17:19

Das wäre allerdings absolut /need!

dr.no3
01
16.11.2009, 13:58
Gewichtsfanatiker

sind mit einem 19kg rad unterwegs
man lernt nie aus

mein vorschlag
mit einem 9.5gk rad bis zum bahnhof
mit einem 9.5gk rad vom bahnhof
sind irgendwie auch 19kg
is aber billiger
und man kommt nicht ins schwitzen beim herumtragen

untitled
00
16.11.2009, 13:57

kann man das teil denn auch ordentlich im zusammengeklappten zustand schieben?

Herr Weltenbummler
00
16.11.2009, 16:28
ja, offenbar kann man's im geklappten Zustand leicht rollen

http://businessbike.wordpress.com/ausstattung/

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
02
16.11.2009, 12:01

ich kapier die sache mit dem elektrorad nicht so ganz. der angenehmen nebeneffekt beim radln ist ja auch, dass man sich so nebenbei bewegung verschafft.
sonst könnte man ja auch moped fahren.

acca acca
00
16.11.2009, 12:00

Wenn man 19kg in der U-Bahn herumschleppen muss wird man sehr wohl ins schwitzen kommen. Mit dem macbook (darf man auch mit lenovo fahren) sind es dann über 20kg und dann wird es für die Damen wohl etwas zu schwer werden.

Para Dox
01
16.11.2009, 12:39
Das stimmt nicht.

Das Rad muss man in der U-Bahn praktisch nirgends tragen. Es gibt überall Aufzüge und Rolltreppen und die Einstiege in die U-Bahn sind ebenerdig.

acca acca
20
16.11.2009, 12:43

Sie müssen aber trotzdem zwischen all den Einstiegen, Liften und Rolltreppen gehen. Oder wird es erlaubt sein mit dem Radl in den Station herumfahren zu dürfen.

Para Dox
01
16.11.2009, 15:32

Kleines Geheimnis (erzähl's nicht weiter): Man kann Fahrräder schieben.

acca acca
00
16.11.2009, 15:41

Großes Geheimnis. In den Wiener U-Bahnen dürfen's zur Stoßzeit aber kein Radl mitnehmen.
Ein zusammengeklapptes geht als Gepäck noch durch.

Para Dox
01
16.11.2009, 15:50

Du redest aber von "zwischen all den Einstiegen, Liften und Rolltreppen gehen". Und dort darf man afaik das Rad immer schiebend mitnehmen.

Außerdem glaube ich nicht, dass sich irgendjemand aufregt, wenn man das Rad auch zur Stoßzeit mit der U-Bahn mit nimmt, solange der Zug nicht überfüllt ist.

Jan Itór
00
16.11.2009, 16:16

"Außerdem glaube ich nicht, dass sich irgendjemand aufregt, wenn man das Rad auch zur Stoßzeit mit der U-Bahn mit nimmt, solange der Zug nicht überfüllt ist."

Oh doch, leider - das ist mir inzwischen als sein Rad während der (nicht immer als solcher wahrgenommenen) Stoßzeit in die U-Bahn mitgenommen Habender inzwischen schon mehrmals passiert ("Se wiss´n eh, dos des vabotn is?!").

human ic
00
16.11.2009, 15:35

kleiner hinweis: auf bild 2 siehts nicht so aus als würd ers gemütlich schieben.

Para Dox
00
16.11.2009, 15:45

SSKM. Das Bild ist wohl nicht ganz aus dem alltäglichen Leben gegriffen und selbst wenn man es in de U-Bahn zusammenlegt, weil diese überfüllt ist, muss man das Rad noch lange nicht zwischen den Einstigen, Rolltreppen, Aufzügen, etc. tragen wie mein Vorposter meint.

human ic
00
16.11.2009, 16:02

abgsehn davon dass ich mein winterrad ausser im obersten bereich nur mit bauarbeiterhandschuhen angreif wär ich selbst mit einem sauberen, frisch gekauftem nicht motiviert das ding bei jedem umsteigen wieder umzubauen damit ichs dann schieben kann.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 81
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.