Erster oranger Abgeordneter nach Freigabe der Abstimmung im Parlament - Nicht nur "für die von einem Herrn Hitler 1938 eingeführten Zivilehen zuständig"
Wien - Nachdem das BZÖ die Abstimmung über die Eingetragene Partnerschaft für Homosexuelle im Parlament freigegeben hat, tritt der erste orange Abgeordnete offiziell für die Registrierung am Standesamt ein. Menschenrechtssprecher Gerald Grosz sprach sich für eine solche Vorgehensweise aus und argumentierte: "Das Standesamt führt Personenstandsdaten, Geburts-, Familien und Sterbebücher. Also warum soll es nicht auch für Eintragung eines Lebenspartnerschaftmodell da sein?"
Grosz, der schon mehrmals gegen die Linie des Bundes-BZÖ aufgetreten ist, fordert "endlich ein Ende des ideologisch, religiös und parteipolitisch motivierten Kampf" um das Standesamt. "Es ist ein Irrglaube zu meinen, dass das Standesamt nur für die von einem Herrn Hitler 1938 eingeführten Zivilehen zuständig ist." Auch die ganze Diskussion rund um die eingetragene Partnerschaft ist für den steirischen BZÖ-Chef "schlichtweg unwürdig, verwerflich und zeigt, dass die österreichische Politik noch immer nicht in der Realität des 21. Jahrhunderts bzw. des dritten Jahrtausends angekommen ist".
Für Grosz bedeutet eine umfassende und menschengerechte Familienpolitik, "dass man endlich die Formen des unterschiedlichen Zusammenlebens in Österreich auch auf eine gesetzliche Basis stellt". Es sei nur sehr sinnvoll, eine eingetragene Partnerschaft als untergeordnetes Modell neben der sogenannten "Heiligen Ehe" auch gesetzlich anzubieten und zu schaffen. "Diese Partnerschaft soll alle hetero- wie homosexuelle Partnerschaften umfassen." (APA)