Spionagevorwürfe in Grenzstreit - Geplantes Präsidententreffen in Singapur geplatzt
Singapur - Der Gipfel des Asiatisch-Pazifischen
Wirtschaftsforums (APEC) wird von einem diplomatischen Konflikt
zwischen den beiden lateinamerikanischen Staaten Peru und Chile
überschattet. Der peruanische Außenminister Jose Garcia Belaunde gab
am Samstag in Singapur bekannt, dass sich sein Land wegen
Spionagevorwürfen gegen Chile vorzeitig vom Gipfel zurückziehen
werde. Die peruanischen Behörden hatten zuvor einen
Luftwaffenoffizier festgenommen, der gegen Geld für das Nachbarland
spioniert haben soll.
"Dieser Vorfall führt dazu, dass wir vorzeitig nach Lima
zurückkehren werden", sagte Belaunde. "Wir möchten, dass das
aufgeklärt und untersucht wird." Eigentlich hätte es beim APEC-Gipfel
zu einem Treffen des peruanischen Präsidenten Alan Garcia mit seiner
chilenischen Amtskollegin Michelle Bachelet kommen sollen. Die
Beziehungen zwischen Lima und Santiago sind wegen eines Grenzstreits
seit längerem gespannt.
Chile weist Spionage-Vorwürfe zurück
Wegen des angeblichen Spionagefalls hatte Peru bereits seinen
Botschafter aus Santiago zurückbeordert. Der chilenische
Außenminister Mariano Fernandez beteuerte aber in Singapur, dass sein
Land keine Spionage betreibe. "Wir weisen alle Vorwürfe zurück, dass
die chilenische Regierung in irgendetwas Illegales in Hinblick auf
die bilateralen Beziehungen involviert ist", sagte Fernandez vor
Journalisten.
Beim APEC-Gipfel sollte eine Freihandelsinitiative im pazifischen
Raum vorangetrieben werden. Der amerikanische Handelsbeauftragte Ron
Kirk sagte am Samstag, seine Regierung werde sich der
Transpazifischen Partnerschaft anschließen. Die Teilnehmer des
Gipfels reagierten mit Applaus auf die Ankündigung. Die
Transpazifische Partnerschaft wird bisher von Chile, Neuseeland,
Singapur und Brunei getragen. Dem vor 20 Jahren gegründeten
Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforum (APEC) gehören 21 Staaten an.
US-Präsident Barack Obama flog am Samstag von Tokio aus nach
Singapur und wird am am Sonntag an dem Gipfel teilnehmen. Dabei wird
er mit der Sorge mehrerer APEC-Staaten vor einem wachsenden
Protektionismus der USA konfrontiert. Der mexikanische Präsident
Felipe Calderon kritisierte staatliche Unterstützung für Banken und
Konzerne wie General Motors. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen
neue Wachstumsstrategien nach der globalen Rezession. (APA/Reuters/AP)