Eklat bei APEC-Gipfel

Peru zieht sich wegen Streits mit Chile zurück

14. November 2009, 10:26

Spionagevorwürfe in Grenzstreit - Geplantes Präsidententreffen in Singapur geplatzt

Singapur - Der Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) wird von einem diplomatischen Konflikt zwischen den beiden lateinamerikanischen Staaten Peru und Chile überschattet. Der peruanische Außenminister Jose Garcia Belaunde gab am Samstag in Singapur bekannt, dass sich sein Land wegen Spionagevorwürfen gegen Chile vorzeitig vom Gipfel zurückziehen werde. Die peruanischen Behörden hatten zuvor einen Luftwaffenoffizier festgenommen, der gegen Geld für das Nachbarland spioniert haben soll.

"Dieser Vorfall führt dazu, dass wir vorzeitig nach Lima zurückkehren werden", sagte Belaunde. "Wir möchten, dass das aufgeklärt und untersucht wird." Eigentlich hätte es beim APEC-Gipfel zu einem Treffen des peruanischen Präsidenten Alan Garcia mit seiner chilenischen Amtskollegin Michelle Bachelet kommen sollen. Die Beziehungen zwischen Lima und Santiago sind wegen eines Grenzstreits seit längerem gespannt.

Chile weist Spionage-Vorwürfe zurück

Wegen des angeblichen Spionagefalls hatte Peru bereits seinen Botschafter aus Santiago zurückbeordert. Der chilenische Außenminister Mariano Fernandez beteuerte aber in Singapur, dass sein Land keine Spionage betreibe. "Wir weisen alle Vorwürfe zurück, dass die chilenische Regierung in irgendetwas Illegales in Hinblick auf die bilateralen Beziehungen involviert ist", sagte Fernandez vor Journalisten.

Beim APEC-Gipfel sollte eine Freihandelsinitiative im pazifischen Raum vorangetrieben werden. Der amerikanische Handelsbeauftragte Ron Kirk sagte am Samstag, seine Regierung werde sich der Transpazifischen Partnerschaft anschließen. Die Teilnehmer des Gipfels reagierten mit Applaus auf die Ankündigung. Die Transpazifische Partnerschaft wird bisher von Chile, Neuseeland, Singapur und Brunei getragen. Dem vor 20 Jahren gegründeten Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforum (APEC) gehören 21 Staaten an.

US-Präsident Barack Obama flog am Samstag von Tokio aus nach Singapur und wird am am Sonntag an dem Gipfel teilnehmen. Dabei wird er mit der Sorge mehrerer APEC-Staaten vor einem wachsenden Protektionismus der USA konfrontiert. Der mexikanische Präsident Felipe Calderon kritisierte staatliche Unterstützung für Banken und Konzerne wie General Motors. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen neue Wachstumsstrategien nach der globalen Rezession. (APA/Reuters/AP)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.