
14.11.2009 11:39
Thaksin verlässt nach Kontroverse Phnom Penh
Aufnahme des thailändischen Ex-Regierungschefs in Kambodscha hatte in Bagkok heftige Irritationen ausgelöst - 1 Foto
Phnom Penh - Der thailändische Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra, gegen den die Behörden seines Heimatlandes einen Haftbefehl erlassen haben, hat seinen in Bangkok als Provokation empfundenen Aufenthalt im Nachbarland Kambodscha beendet. Ein Sprecher der Regierung in Phnom Penh teilte am Samstag mit, Thaksin habe das Land verlassen. Thaksins Zielort - er lebt derzeit in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten - war nicht bekannt. Die Ernennung des Milliardärs zum Berater der kambodschanischen Regierung wurde in Thailand als Affront betrachtet. Thailand und Kambodscha zogen ihre Botschafter aus dem jeweils anderen Land ab.
Thaksin war am Dienstag in Phnom Penh eingetroffen und hatte dort am Donnerstag vor 300 Regierungsbeamten eine Rede zur Wirtschaftspolitik gehalten. Am Mittwoch hatte Kambodschas Regierung ein offizielles Auslieferungsgesuch Thailands abgelehnt. Rund 50 Abgeordnete der thailändischen Oppositionspartei Puea Thai kamen zum Flughafen, um sich von Thaksin zu verabschieden. Zuvor war er in Siem Reap erneut mit dem kambodschanischen Ministerpräsidenten Hun Sen zusammengekommen.
Angespanntes Verhältnis
Die Beziehungen der beiden Nachbarländer sind bereits seit Mitte 2008 gespannt, als die UNESCO die berühmte Tempelanlage von Preah Vihear im Grenzgebiet, deren Haupteingang auf thailändischer Seite liegt, als kambodschanisches Denkmal auf die Weltkulturerbeliste aufnahm - zum großen Ärger thailändischer Nationalisten. Der Haager Internationale Gerichtshof hatte 1962 entschieden, dass die Ruinen von Preah Vihear zu Kambodscha gehören.
Der 2006 gestürzte Thaksin war im August 2008 ins Ausland geflohen, um seiner Gefängnisstrafe wegen Korruption zu entgehen. Sein Sturz spaltet bis heute die thailändische Gesellschaft. Thaksins Anhänger, die sogenannten Rothemden, bekämpfen die sogenannten Gelbhemden von der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) des Pressemagnaten Sondhi Limthongkul. Die PAD wird von den konservativen royalistischen Eliten getragen, die Thaksin, das vom Militär entmachtete Idol der armen Landbevölkerung, von der Regierung fernhalten wollen. (APA/AP)
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