Schönborn: Keine Präventivmaßnahmen in Kirchen
Wien - Die ernstgemeinte Frage nach präventiven Maßnahmen aufgrund der Schweinegrippe sorgte beim hochgeistlichen Auditorium eher für Belustigung. Nein, man werde keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen empfehlen, entgegnete der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn anlässlich der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung des Episkopats am Freitag in Wien.
Vorsichtiger ist da der benachbarte Klerus. In Deutschland veröffentlichte die Bischofskonferenz einen Verhaltenskodex in Zeiten der Schweinegrippe. Beim Empfang der Kommunion sollte die Handkommunion bevorzugt werden. Zur Zurückhaltung mahnt man auch beim Friedenszeichen sowie beim Händeschütteln und Umarmen. Vorsicht sei zudem bei der Nutzung des Weihwasserbeckens geboten. Priestern und Kommunionhelfern empfiehlt man die "Benutzung eines Desinfektionsmittels". Gläubige, aber auch Priester werden zudem gebeten, schon "bei Verdacht auf Erkrankung auf die Teilnahme an den Gottesdiensten zu verzichten".
Sonst standen heuer bei den Beratungen der Österreichischen Bischofskonferenz im Stift Michaelbeuern durchaus "heiße Eisen" auf dem Plan. Diskutiert wurde unter anderem über den aktuellen Entwurf zum Lebenspartnerschaftsgesetz, das Straßburger "Kruzifix-Urteil", die laufende Bildungsdebatte sowie Maßnahmen zu einer "effektiven Senkung" der Abtreibungen. Konkret fordern die Bischöfe Schritte zu einem "umfassenden Lebensschutz". Für eine Abschaffung der Fristenlösung sprach man sich aber nicht aus. Zudem macht die Bischofskonferenz Druck, die vorgegebenen Klimaziele einzuhalten. Schönborn unterschrieb am Freitag eine Petition an Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP).
Nicht erfasst ist übrigens, wie viele Katholiken nicht nur auf Gott vertrauen und sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Fakt ist aber, dass etwa Wien in der ersten Impfwoche knapp 30.000-mal die Nadel zum Einsatz kam. (Markus Rohrhofer, DER STANDARD Printausgabe, 14./15.11.2009)