Dekane

Uni-Wien-Besetzung kostet rund 25.000 Euro täglich

13. November 2009 17:58

Dekane der Uni Wien fordern Minister Hahn auf, zu handeln

Wien - "Wir können nicht hinnehmen, dass die Politik die Ernsthaftigkeit der Situation derart herunter spielt" , erklärt ein sichtlich aufgebrachter Heinz Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät. Schon seit mehr als drei Wochen wird der größte Hörsaal der Uni Wien besetzt. "Wir sind sehr unglücklich darüber" , erklärt Mayer stellvertretend für alle Dekane der Uni Wien Freitagvormittag.

"Wir haben Kosten von 20.000 bis 25.000 Euro täglich" nur für die Anmietung von Ersatzräumen, erklärt Wolfgang Klas, Dekan der Fakultät für Mathematik. Zusätzlich schätzt er, dass für die Uni Wien Sachkosten von 50.000 bis 80.000 Euro anfallen.

"Wenn schon, müsste der Minoritenplatz, nicht die Universität besetzt werden" , appelliert Mayer an die protestierenden Studierenden. Gleich in der ersten Nacht der Besetzung habe er mit der ÖH-Vorsitzenden telefoniert und ihr vorgeschlagen, persönlich mitzugehen, wenn das Wissenschaftministerium statt des Audimax besetzt werde. Denn: "Viele Forderungen der Studenten sind vollkommen berechtigt" , erklärt Mayer.

Man wolle die Studierenden nicht "mit dem Gummiknüppel aus der Uni vertreiben" , betont Mayer. Doch die Kosten der Besetzung hätten letztlich die einzelnen Fakultäten zu tragen, deswegen appelliert er an die Studierenden, die Besetzungen möglichst bald wieder zu beenden. Das müsse damit einhergehen, dass die Politik ihre Verantwortung wahrnehmen muss. "Peinlich, inakzeptabel und unverantwortlich gegenüber der Gesellschaft" , bezeichnet Klas die Reaktionen des Ministeriums.

Was die Dekane am meisten aufbringt, ist die Zielsetzung des Ministers, Gelder von der Forschung in die Lehre umzuleiten. Dass sich die Politik aus der Verantwortung stehle, will Hahns Sprecherin auf Standard-Anfrage so nicht gelten lassen: "Der Minister weiß, dass es hier Herausforderungen gibt" - deswegen habe er den Hochschul-Dialog initiiert.

Die Audimax-Besetzer wollen zwar nicht abziehen, doch sie sind nun gesprächsbereit: Nach langen Diskussionen hat sich das Plenum Donnerstagabend dazu durchgerungen, Hahns Einladung zum Hochschul-Dialog am 25. November anzunehmen. (Tanja Traxler, DER STANDARD, Printausgabe, 14. /15.11.2009)

 

Die Marslady
25.11.2009 22:18
Wo bleibt die Konfliklösungs-Kompetenz des Herrn Ministers Hahn?

Herr Hahn schiebt meines Erachtens die Angelegenheit österr.Universitäten, deren Überbelag durch v.a. deutsche StudentenInnen und der finanziellen Ausstattung unserer UNI's zu sehr in die nebulose Zukunft. Meines Erachtens zaudert Herr Hahn zuviel und das ist nicht gut.
Das dzt. Problem unserer österr.Universitäten kann nicht mit Zaudern gelöst, sondern muss "recht express" in Angriff genommen werden.

rubbberduck
14.11.2009 14:59

die unis sollen einfach die kosten den fakultäten der redelsführer in rechnung stellen. damit die kollegen die gegen die demos waren genau wissen wer daran schuld ist. als powi student bin ich mir sicher, dass meine fakultät sicher ganz schon pleite wäre in den nächsten jahren, aber das ist mir egal.

derbrain
15.11.2009 01:14

Ähm, also die Fakultäten, die am meisten von der finanziellen Aushungerung betroffen sind (was unter anderem Ursache für die Proteste ist), sollen zahlen?
Und nebenbei: Wie ermittelt man bei einer derart dezentralen Organisation die Rädelsführer?

rubbberduck
14.11.2009 15:51

fehler über fehler über fehler, die fehler dürfen überlesen werden

an der waffel
14.11.2009 13:32
Klas != Rindler

Lieber Standard,

der Dekan für Mathematik an der Universität Wien ist Prof. Harald Rindler. Prof. Wolfgang Klas ist Dekan für Informatik.

Meuterei auf der Boeing
14.11.2009 01:02
Hahnsinn

Dem Hahn ist das völlig egal.
Die täglichen Kosten der Besetzung streift er bald monatlich in Brüssel als Gehalt ein.

klabautermann24
14.11.2009 00:25

und da Onkel Pep gfreit si weil jeden Tag des Geld vom Wissenschafts ans Finanzministerium fliesst. Guads Gschäft!

Ian Richardson
13.11.2009 23:11
Wie man sieht...,

... ist die Besetzung des Audimax und anderer Hörsäle offenbar eine wirksame Strategie: Je länger die Besetzungen andauern, desto mehr tut den Universitäten das finanziell weh und desto schneller und massiver üben sie Druck auf die Politik aus, damit sich an den oft erschütternden Verhältnissen, unter denen hierzulande studiert wird, etwas ändert.

Südbahn
13.11.2009 21:15
Peanuts wenn 1 Milliarde fehlt

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