"Homo-Ehe"

Zittern um mehr Rechte für Homosexuelle

13. November 2009, 17:39
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    Abwarten, was ÖVP und SPÖ vereinbaren, ist ihnen zu wenig: Am Freitag zogen Lesben und Schwule in Wien für eine umfassende Gleichstellung vors Parlament.

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Am Freitag zogen Lesben und Schwule in Wien für eine umfassende Gleichstellung vors Parlament

In vier Tagen soll es auf dem Tisch sein, die Zeit bis dahin kommt für alle Beteiligten einem spannungsgeladenen Countdown gleich: "Kommenden Dienstag soll das neue Gesetz über eingetragene Partnerschaften von Lesben und Schwulen den Ministerrat passieren. Derzeit feilen unsere Juristen daran. Sie fügen die Materiengesetze aus allen Ressorts, in denen homosexuelle Paare gleichgestellt werden sollen, zu einem großen Ganzen" , schildert Paul Hefele aus dem Büro von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

Tatsächlich machen die Materiengesetze - vom Sozial- und Steuerrecht hin zum Fremdenrecht - den größten Teil der Änderungen bei der Einführung der sogenannten Homo-Ehe aus, die in Österreich seit über zehn Jahren diskutiert, von konservativ-kirchlichen Kreisen bisher aber verhindert wurde. Und weil diese Ablehnungsfront weiter existiert (siehe Artikel links unten), sind die für eine Gleichstellung nötigen über 400 Einzeländerungen bis zuletzt Verhandlungsmasse zwischen ÖVP und SPÖ.

Dem Standard liegen die Gleichstellungsvorschläge aus dem SPÖ-regierten Sozialministerium exklusiv vor. Für schwule und lesbische Verbindungen sehen sie eine völlige Angleichung an Status und Rechte der Mann-Frau-Ehepaare vor. Etwa für Witwen und Witwer bei Hinterbliebenenpensionen. Oder bei der Pflegefreistellung im Fall von Krankheit des Partners. Diese müsste Homosexuellen dann von den Arbeitgebern ebenso gewährt werden wie Heterosexuellen.

"Diese beiden Punkte sind mit der ÖVP fix und fertig vereinbart" , hieß es am Freitag aus dem Büro von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die für die SPÖ die diesbezüglichen Verhandlungen führt. Doch der Entwurf aus dem Sozialministerium geht weiter: Auch etwa im Ausländerbeschäftigungsgesetz, bei den Sozialversicherungen, der Opferfürsorge und im Steuerrecht sollen eingetragene Partner die gleichen Rechte wie Verheiratete bekommen.

"Wenn das stimmt, könnten eingetragene Partner in Österreich zum Teil sogar besser dastehen als zum Beispiel in Deutschland" , meint dazu Christian Högl, Obmann der Homosexuellen Initiative (Hosi) Wien. "Das wäre dann eine umfassende Gleichstellung, die man nur wegen der Standesamtsfrage nicht aufs Spiel setzen sollte."

Tatsächlich beharrte man am Freitag auf ÖVP-Seite weiter eisern darauf, dass homosexuelle Paare ihre Verbindung nur in Bezirksämtern eingehen dürfen. "Dass dieser Unterschied zur Ehe bleibt, ist für uns Bedingung" , sagte Gregor Schütze, Sprecher von Innenministerin Maria Fekter. Die von ihr vorgeschlagene Änderung des Personenstandsgesetzes würde laut Schütze dazu führen, "dass in Städten mit Magistraten am Standesamt gefeiert werden kann, wenn der dortige Direktor das zulässt - auf den Bezirkshauptmannschaften am Land hingegen nicht" .

"Nicht hundertprozentig sagen" konnte Schütze, ob homosexuellen Paaren fremdenrechtlich Angleichung winkt. "Wenn keine fremdenrechtliche Gleichstellung kommt, lehnen wir dieses Gesetz ab" , reagierte Högl darauf. Er und die Hosi, die Freitag im Parlament ihr 30-Jahr-Jubiläum feierte, stecken in der lesbisch-schwulen Community derzeit verbale Prügel ein. "Adoptionsverbot, genereller Ausschluss von der Fortpflanzungsmedizin, kein Standesamt: Das soll ein gutes Gesetz sein?" , ärgert sich etwa der grüne Wiener Gemeinderat Marco Schreuder. Freitagnachmittag kulminierte dieser Unmut in Wien: Eine Demo fand statt. (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.11.2009)

Kommentar posten
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powerpack
00
17.11.2009, 08:34

die landkarte oben ist vielsagend, die 3 länder mit den faschististen tendenzen in europa: italien, österreich, polen sind weiß und bieten keinerlei rechte - wirklich interessant.

Jerry P.
00
17.11.2009, 00:19

Auf das wir uns durch unseren ach-so-hoch-entwickelten Sinn für Recht und Unrecht nicht noch schneller in den moralischen Verfall begeben!

http://www.ehe-schuetzen.at

Karl-Ernbrecht von Stenitzer
 
51
16.11.2009, 13:24
Demo

"Freitagnachmittag kulminierte dieser Unmut in Wien: Eine Demo fand statt.".........Fein. Wenn sie mit den hier geplanten, ohnedies ungehörig großzügigen Änderungen nicht zufrieden sind, soll sich ihre Bewegung mit allen Mitgliedern ruhig weiterbewegen...am besten nach Iran, Saudi-Arabien und andere schöne Länder. Dort weiß man gut, wie weiter zu verfahren ist.

Jerry P.
10
17.11.2009, 00:35

Für die Leute die gegen diese Entscheidung sind: Einfach nach "Ehe schützen" googlen und unterschreiben.

Die dritte Seite der Medaille
01
16.11.2009, 22:39

alles andere als komplette Gleichberechtigung ist schlicht und einfach eine Frechheit. Das verstößt gegen jedes Menschenrecht.
Und warum mache Leute den Homosexuellen nicht die selben Rechte gönnen, werde ich nie verstehen. Sind Sie eifersüchtig? Dadurch wird Ihnen ja nichts weggenommen. Das ist doch pure Gehässigkeit, die da aus Ihnen spricht.

Timagoras
 
00
16.11.2009, 20:59
"Dort weiß man gut, wie weiter zu verfahren ist"


dann wissen wir ja jetzt, wie Sie gerne mit uns "verfahren" würden ....

galiontariaho
03
16.11.2009, 17:27
mhmm..

dass es wirklich derartig abartige menschen wie sie gibt, ist bereits eine schande für eine moderne demokratie... bildung ist für jedermann zugänglich, aber d*mmheit scheint bildung zu besiegen.

so oder so, ohne menschen wie sie, wäre die welt wohl um einiges besser...

Ach Deshalb
 
00
16.11.2009, 16:29

Die genannten Staaten sind also Ihr und der Vaupen Maßstab für die Umsetzung der Menschenrechte?
"Ein bisserl besser als anderswo" genügt schon ?



gugl hupf
01
16.11.2009, 16:07
"ohnedies ungehörig großzügigen Änderungen"

ich hatte eine antwort im kopf aber es wäre zu viel mühe sie extra für sie zu tippen.

glauben sie ruhig weiter, daß gleichberechtigung ein "gnadenakt" ist.

Georg Schütt
61
15.11.2009, 15:29
Ich finde es bemerkenswert, wie viele hier der Meinung sind, dass der Staat private Entscheidungen zu fördern habe.

Ich finde es sehr schön, wenn zwei erwachsene Menschen miteinander leben und füreinander da sind; und ich finde es sehr gut, dass das heutzutage auch zwei Männer oder zwei frauen tun können.

Aber aus dieser privaten Entscheidung lässt sich nicht eine Aufgabe des Staates ableiten, nämlich die, solche Paare als "Ehe" anzuerkennen und entsprechend zu fördern.

Fördern muss der Staat Beziehungen, die ihm nützen; und das sind heterosexuelle Ehen. Denn in denen werden noch immer 85 Prozent aller Kinder geboren.
http://www.konfliktbehandlung.de/main.php?... ilter_id=1

Die dritte Seite der Medaille
00
16.11.2009, 22:42

Meine Oma hat mit 60 geheiratet. Wollen Sie ihr die Ehe wieder absprechen? Ist das auch unfair? Weil Kinder konnten weder sie noch ihr Mann noch bekommen.

galiontariaho
00
16.11.2009, 17:28
achsoooo..

also plädieren sie dafür, die ehe für zeugungsunfähige heteropaare abzuschaffen.

alles klar...

oder einfach nicht darüber nachgedacht?

und inwiefern würde es dem staat nicht nützen, wenn homosexuelle kinder adoptieren?

widerspruch um widerspruch..

High Hopes
01
16.11.2009, 09:07
Haben Sie den Begriff

'Gleichbehandlung' (und sein Gegenteil 'Diskriminierung') verstanden?

Es geht hier nicht um staatliche Förderung von (für sie vielleicht wertlosen, weil keine Kleinsteuerzahler produzierenden) Beziehungen, sondern darum, daß Angehörige von Minderheiten vom Staat den gleichen Respekt entgegengebracht bekommen wie die Mehrheit.

Hubert Ungeist
 
00
16.11.2009, 19:03
Wieso sind dann Frauenquoten erwünscht?

Das ist auch eine Diskriminierung halt der Männer.

Die dritte Seite der Medaille
00
16.11.2009, 22:40

nicht, wenns 50:50 ist, aber darum gehts hier nicht.

christina8900
03
15.11.2009, 11:40
petition für gleichbehandlung!!!

http://www.erstklassigerechte.at/news/petition

real_schlimm_edi
 
70
15.11.2009, 07:24
Kann es auch nicht verstehen wie mann auf MännerInnen stehen kann

drum habe ich mich kurzerhand entschlossen lespisch zu werden . Und kein Pfaffe der Welt soll mir verbieten Frauen zu lieben und zu ehelichen.
Eben wie mir kein Pfaffe der Welt verbieten könnte einen Mann zu ehelichen (wobei ich wie erwähnt auf MännerInnen garnicht stehe).

Chupacabra11
05
15.11.2009, 01:08
Frau bleibt Frau, Mann bleibt Mann,

wie in der Genderfrage spürt man hier immer wieder die Urangst.
Es geht um Gleichstellung, Gleichbehandlung und nicht um Gleichheit.
Ein Mann bleibt ein Mann und eine Frau bleibt eine Frau, egal ob diese unterschiedlich geschlechtlich oder gleichgeschlechtlich in einer Ehe vorkommen. Hier geht es um die zentrale Frage der Gesetzgebung und da geht es um Staatsbürger und Staatsbürgerinnen, die Rechte und Pflichten haben, nicht um Rollenbilder. Wenn ein heterosexueller eine homosexuelle oder ein homosexueller eine heterosexuelle Verbindung abstoßend findet, sollte sich dies nicht auf die Gesetzgebung auswirken, das ist Privatsache!!

Ernst Guevara
00
15.11.2009, 12:53
ich stimme Ihnen ja zu, nur mit dem einwand, dass es so sein sollte, aber faktisch nicht so ist

es wäre schön, wenn die österreichische politszene die sache ähnlich unaufgeregt und sachlich betrachten würde. faktisch spielen hier aber andere faktoren eine wichtigere rolle, zb die neuesten umfragewerte und der druck von der homophoben und reaktionären parteibasis, vor allem bei der FPÖVP. warum macht frau bandion-ortner eine gesetzesänderung denn von einer "breiten akzeptanz" in der gesellschaft abhängig? sind wir schon soweit, dass über gleichberechtigung und den kampf gegen diskriminierung die mehrheit entscheidet und wenn nur eine minderheit für gleichberechtigung ist, dann wird halt fleissig weiter diskriminiert? ich befürchte also, vor dem hintergrund der österr. politszene ist Ihr sachlicher ansatz leider sehr idealistisch.

Kirath
011
14.11.2009, 23:14

Ich wüsste nicht, was gegen eine gesetzliche Gleichstellung spräche. Man muss schließlich auch keine Kinder in einer heterosexuellen Partnerschaft haben/planen, um heiraten zu dürfen.

Ich habe keine genauen Zahlen im Kopf, aber wie viele Kinder sind hier noch einmal unehelich zu Stande gekommen? Und wie viele Ehen werden noch einmal nach ein paar Jahren wieder geschieden?

Placebo
 
11
15.11.2009, 04:29
Strache träumt davon BK zu werden. In seinem Traum gibt es Lager für alle die nicht mind. 4 tüchtige deutsche Recken zur Welt bringen die in Reih und Glied marschieren können.

Timagoras
 
00
16.11.2009, 21:15
Strache ist im konkreten fall nicht das problem.


das problem sind die verzopften ansichten in der führungsclique der övp.

Kein Witz
11
16.11.2009, 09:03
Ein Placebo

(lat. „ich werde gefallen“) im engeren Sinn ist ein Scheinarzneimittel, welches keinen Arzneistoff enthält und somit auch keine durch einen solchen Stoff verursachte pharmakologische Wirkung haben kann.

Der Name passt gut zu dir! Mehr Schein als Sein, wie treffend!

Little Willy
60
14.11.2009, 23:29
Sex vor der Ehe ist auch Sünde

Allerdings im Vergleich zu MSM kaum der Erwähnung wert.

Timagoras
 
00
16.11.2009, 21:08
einen kleinen willi zu haben, ist auch keine sünde,

allerdings in Ihrem fall wirklich keine erwähnung wert ....


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