Neues Museumszentrum mit 10.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche - Erste Großausstellungen im Mai
Rom - Nach mehreren Verzögerungen und sechs Jahren Bauarbeiten feiert Rom sein nationales Museum für die Künste des 21. Jahrhunderts (MAX-XI). Vorgestellt wurde das neue Gebäude im nördlichen Flaminio-Viertel unweit von Renzo Pianos Musikauditorium von der bekannten britischen Architektin irakischer Herkunft Zaha Hadid, die das Projekt entworfen hat.
Das Museum, das auf dem Gelände einer früheren Kaserne entstanden ist, soll mit fünf Ausstellungen im Frühjahr 2010 eröffnen und so eine große Lücke im Kulturangebot der italienischen Hauptstadt schließen. Es soll von der neu gegründeten Stiftung MAX-XI verwaltet werden, die von der Regierung mit vier Millionen Euro dotiert wurde.
"Dieses Museum ist ein Wunder und ein Kunstwerk an sich", kommentierte der italienische Kulturminister Sandro Bondi nach Medienangaben vom Freitag. 150 Millionen Euro kostete die Konstruktion mit hohen und hellen Räumen auf drei Ebenen, die dem Licht und dem Blick über mehrere Etagen einen besonderen Stellenwert einräumt.
Die Struktur ist in fünf Galerien geteilt. Elegant geschwungene Treppen in schwarzem Marmor verleihen dem Museum eine besondere Eleganz. 10.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen zur Verfügung. Den Grundstock der Sammlung bilden 350 Werke zeitgenössischer Künstler. "Ein raffiniertes Spiel aus Stahlbeton, Glas und Metall", beschrieb Hadid ihr Museum.
Zaha Hadid scherzte über die langen Errichtungszeiten des Museums. Wiederholt mussten die Arbeiten wegen Mangel an Finanzierungen unterbrochen werden. Ursprünglich war das Ende der Arbeiten für 2006 vorgesehen. Der Termin wurde aber öfters verschoben. "Der unerwartete Vorteil war, dass ich öfters Rom besuchen konnte", sagte Hadid, die als Kind in Rom gewohnt hat.
Erste große Ausstellungen sind ab Mai geplant. Im ersten Eröffnungsjahr rechnet man mit rund 400.000 Besuchern. "Der MAX-XI soll in den Besuchern die Freude am Museumsbesuch wecken. Wir wollen zugleich auch auf Schönheit und Komfort setzen", betonte die Architektin. (APA)