derStandard.atWebInnovationenApple

Microsoft_BIEB_PDA_RoS_Q

13.11.2009 10:28

Die ewige Schlacht ums iPhone
Apple will stärker gegen Jailbreak und SIM-Unlock vorgehen - in der Hacker- Community wird das nur belächelt - 1 Foto

Als Apple 2007 sein erstes iPhone auf den Markt gebracht hat, war der revolutionäre App Store, der den gesamten Mobilfunkmarkt umkrempeln sollte, noch ein Jahr entfernt. Die Installation beliebiger Software war nicht möglich. Das und die Exklusivität des Geräts für einige weniger Provider hat die Hacker-Community herausgefordert. Über zwei Jahre später hat sich für iPhone-User einiges verändert - im offiziellen App Store stehen mittlerweile rund 100.000 Anwendungen zum Download bereit und (abgesehen von den USA) gibt es das iPhone bei vielen Mobilfunkern. Ein Grund für die Hacker, sich gemächlich zurückzulehnen? Keinesfalls - Jailbreak und SIM-Unlock tanzen dem Hersteller aus Cupertino weiterhin auf der Nase herum.

Die Stars des iPhone-Ungergrounds

Während Apples CEO Steve Jobs unter den Mac- und iPhone-Usern Starkult genießt, hat auch die Hacker-Gemeinschaft ihre Stars. Einer von ihnen ist Georg Hotz (alias Geohot), der im Alter von 17 Jahren das iPhone der ersten Generation für die Nutzung in allen Netzen aufgebrochen hat. Mit seinen Tools Blackra1n und Blackn0w kann auf dem Handy in wenigen Minuten ein Jailbreak und Unlock durchgeführt werden. Jay Freeman hat sich mit dem inoffiziellen App-Store namens Cydia einen Namen gemacht und das iPhone Dev Team ist bestens bekannt dafür Apples Versuche gehackte iPhones über Firmware-Updates wieder zu schließen mit dem Pwnage Tool zunichte zu machen.

Einschränkungen

Man möchte meinen mit aktuell 100.000 offiziell installierbaren Anwendungen gibt es keinen Grund mehr, ein iPhone zu "jailbreaken". Viele Nutzer sehen das jedoch anders. Im Cydia Store sollen bereits zehn Millionen geknackte iPhones registriert sein. Grund dafür sind Apple Einschränkungen für viele Anwendungen. Die wurden zwar mittlerweile gelockert, dennoch schaffen es viele Apps nicht in den mobilen Software-Laden - Google Voice ist nur das prominenteste Beispiel. Beklagt werden zudem einige Restriktionen in Anwendungen. So funktionieren einige Programme beispielsweise nur via WLAN, nicht aber über 3G-Netze, was mit dem 3G Unrestrictor aus dem Cydia Store aufgehoben wird. In den ersten zwei Wochen habe dieses Programm laut Wired rund 19.000 US-Dollar eingebracht.

Security Manager für iPhone OS gesucht

Apple versucht gegen den florierenden iPhone-Untergrund rechtlich vorzugehen und kämpft beim US Copyright Office dafür, dass Jailbreaks offiziell als Kopierschutzverstoß gelten. Laut einer aktuellen Stellenanzeige sucht man in Cupertino zudem einen Security Manager für das Betriebssystem des iPhones, um Jailbreaks und SIM-Unlocks in Zukunft zu verhindern. Doch wie Hotz bereits gegenüber Wired klar gemacht hat, wird das nicht viel bringen. Der mittlerweile 20jährige will nämlich bereits eine Lücke entdeckt haben, mit der auch die vierte Generation des iPhones gehackt werden kann - auch wenn die voraussichtlich erst im Sommer 2010 auf den Markt kommt. (br)

 

Postings anzeigen [87]


Link

Jailbreak Community Battles Apple for Control of iPhone

Nachlese

Cydia, der böse Zwilling des App Store

iPhone 3GS: BlacksnOw entsperrt Smartphone

iPhone 3GS Jailbreak-sicher? "Sicher nicht"

Diesen Inhalt in der Vollversion anzeigen


derStandard.at | International | Inland | Wirtschaft | Web | Sport | Panorama | Etat | Kultur | Wissenschaft | Gesundheit | Bildung | dieStandard.at | Meinung
© derStandard.at
2010