Neues Protokoll optimiert HTTP und sorgt so für Beschleunigung - Alle Verbindung werden verschlüsselt übertragen
Bei Google will man offenbar wirklich keine Ebene auslassen, um die Web-Benutzung flotter zu machen: So widmet man sich nicht nur seit vergangenem Jahr einem eigenen Browser, dank SPDY (ausgesprochen "speedy") soll nun gleich die gesamte Web-Kommunikation beschleunigt werden.
Optimierungen
Dabei handelt es sich um eine Optimierung des Hypertext Transfer Protocols (HTTP), das heutzutage für die Kommunikation zwischen Clients und Web-Server zuständig ist. Freilich haben sich zwischenzeitlich die Anforderungen in diesem Bereich massiv verändert, immer mehr Dateien sollen gleichzeitig übertragen werden, eine Situation in der bei HTTP ein veritabler Overhead entsteht.
SSL
SPDY verwendet zwar ebenfalls HTTP-Header und Methoden, die Verbindungsaufnahme und den Transfer hat man aber umgestaltet. So werden alle Anfragen in eine SSL-verschlüsselte Session zwischen Server und Client gepackt, der Overhead wird durch Komprimierung weiter minimiert.
Abwägungen
Zwar erhöht der Einsatz von SSL die Latenz wieder ein stückweit, bei Google hält man die verschlüsselte Übertragung aber für essentiell in Hinblick auf die Zukunft des Webs, hat sich also bewusst für diesen kleinen Performance-"Nachteil" entschieden. Trotzdem könnte dies zumindest anfänglich eine Hürde für SPDY darstellen, erhöht sich doch so der CPU-Bedarf sowohl am Server als auch auf dem Client - und das kann ja durchaus auch ein Smartphone sein.
Beschleunigung
Die Vorteile in Hinblick auf die Übertragungsgeschwindigkeit scheinen sich hingegen durchaus sehen lassen zu können: Um bis zu 55 Prozent schneller seien SPDY-Übertragungen in den eigenen Tests gewesen, so Google. Als Basis habe man hier die 25 weltweit meistbesuchten Webpages genommen.
Testen
Für eine reale Nutzung von SPDY müsste das Protokoll sowohl auf den Servern als auch im Browser unterstützt werden, für beides will Google Referenz-Implementationen als Open Source veröffentlichen. Für Google Chrome ist der entsprechende Code bereits verfügbar, ein Web-Server mit SPDY-Support soll in Kürze folgen. (apo, derStandard.at, 13.11.09)