"Sunlighthouse" von Velux

CO2-neutral und lichtdurchflutet

12. November 2009, 17:01
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    bild: velux

    Die Errichtung des "Sunlighthouse" in Pressbaum soll im Frühsommer 2010 abgeschlossen sein. Im Bild ein Rendering des Büros Hein-Troy Architekten, das sich in einem im Sommer 2008 gestarteten Wettbewerb als Sieger durchsetzte.

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    Blick ins Innere: Die hoch positionierten Dachflächenfenster wirken der Verschattung durch den naheliegenden Berg entgegen und sollen das Licht tief in den Raum werfen.

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    Sechs CO2-neutrale Häuser will Velux europaweit errichten, das "Home for Life" in Aarhus (Bild) ist bereits fertig.

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    foto: fotodienst.at/rauchenberger

    Architekt Juri Troy, Michael Walter, Geschäftsführer von Velux Österreich, und Renate Hammer von der Donau Universität Krems (v.l.): Ob die "CO2-Neutralität" tatsächlich erreicht wird, soll ein strenges Monitoring nach Abschluss der Bauphase überwachen.

Mit dem "Sunlighthouse" soll in Pressbaum das erste emissions-neutrale Einfamilienhaus Österreichs entstehen

Mit dem "Sunlighthouse" soll in den nächsten Monaten in Pressbaum nahe Wien das erste CO2-neutrale Einfamilienhaus Österreichs entstehen. Errichter ist die Austro-Tochter des dänischen Velux-Konzerns, und dieser ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter von Dachflächenfenstern. Ebendiesen kommt beim "Sunlighthouse" deshalb auch große Bedeutung zu: "An Fensterfläche sind mindestens zehn Prozent der Grundfläche eines Hauses vorgeschrieben. Beim Sunlighthouse werden es 42 Prozent sein", erklärte Michael Walter, Geschäftsführer von Velux Österreich, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien.

Das Grundstück - ein nach Nordosten abfallender Hang auf dem Pressbaumer "Bartberg" - sei "eine echte Herausforderung", bekannte Architekt Juri Troy von Hein-Troy Architekten. Man habe sich aber ganz bewusst für ein derart schwierig zu bebauendes Grundstück entschieden, um zu dokumentieren, "dass es auch unter schwierigen Rahmenbedingungen möglich ist, CO2-neutral und mit außergewöhnlich hohem Tageslichtanteil zu bauen", so Walter.

55 Zentimeter starke Wände

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Donau-Uni Krems, konkret vom dortigen Department Bauen und Umwelt, sowie vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO). Sämtliche Berechnungen hinsichtlich Energiebilanz und CO2-Kompensation stammen von diesen beiden Institutionen.

Deren Zahlen zeigen, wie die ausgeglichene CO2-Bilanz geschafft werden soll. Grob betrachtet (Details siehe unten), werden die CO2-Emissionen (bzw. -äquivalente), die durch Beheizung, Warmwasser, Haustechnik etc. verursacht werden, durch Nützung erneuerbarer Energieträger sowie das im Baustoff Holz gespeicherte CO2 kompensiert. Die Rechnung wurde zunächst für 30 Jahre angestellt, erklärte Renate Hammer von der Donau-Uni Krems, "inklusive Berücksichtigung eventueller Sanierungen und Reparaturen".

46 Quadratmeter Photovoltaik

Die tragende Konstruktion wird in Holzriegelbauweise errichtet und mit Zellulose-Dämmung vollständig ausgefacht, die Wandstärke erreicht damit 55 Zentimeter. Keller und Fundament werden mit Slagstar Ökobeton gebaut, "einem Sekundärrohstoff, der ohne den energie- und CO2-intensiven Brennvorgang hergestellt wird", erläuterte Troy.

Das Haus erreicht mit einem Heizwärmebedarf von 26,7 kWh/m²/Jahr nicht Passivhaus-Standard, wird aber dennoch eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung aufweisen. Den Heizwärmebedarf, teilweise auch das Warmwasser besorgt eine Sole-Wasser-Kleinstwärme-Pumpe. Solarkollektoren sorgen für den überwiegenden Energiebedarf für das Warmwasser, Strom wird von insgesamt 46 Quadratmetern an Photovoltaik-Paneelen erzeugt. "Dieses Haus produziert letztlich mehr Energie, als es benötigt", so Walter, der deshalb auch von einem "Aktiv-Haus" sprach.

Baukosten bei 300.000 Euro

Baubeginn ist noch heuer, fertig werden soll das Haus im Frühsommer 2010. Walter rechnet mit Baukosten von rund 300.000 Euro. Geplant, ist, dass das Haus in Pressbaum zunächst ein Jahr lang als Demonstrationsobjekt geführt wird, danach soll es "zu Marktpreisen" verkauft werden.

Europaweit werden von der Velux-Gruppe im Rahmen des Projekts "ModelHome2020" insgesamt sechs CO2-neutrale Gebäude in fünf Ländern errichtet. Zwei Häuser in Dänemark, das "Home for Life" in Aarhus und das "Green Lighthouse" in Kopenhagen, sind bereits fertig.

Die Velux-Gruppe mit Hauptsitz in Dänemark hat sich im Übrigen zum Ziel gesetzt, den eigenen CO2-Ausstoß aus dem Jahr 2007 bis 2012 um 20 Prozent und bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. 50 Millionen Euro sind dafür reserviert. (map, derStandard.at, 12.11.2009)


Projektdaten (Auszug)

  • Hoher Tageslichtanteil

Tageslichtquotient von Ø 5 % in den Wohnräumen gem. DIN 5034-4 (von DIN 5034-4 min. empfohlen: 0,9 %)

Fensteranteil: 42 % bezogen auf Grundfläche (Bauordnung schreibt min. 1/10 der Fußbodenfläche als Fensterfläche vor)

  • Energieeffizienz

Heizwärmebedarf: 26,7 kWh/m2/a standortbezogen gem. OIB (ges. 7.249 kWh/a)
Warmwasserbedarf: 10,0 kWh/m2/a (gesamt 2.716 kWh/a)
Heiztechnik Energieverluste: 5,5 kWh/m²/a (gesamt 1.495 kWh/a)
Haushaltsstrombedarf: 9,2 kWh/m²/a (gesamt 2.500 kWh/a)
Haustechnik Hilfsstrombedarf: 2,5 kWh/m²/a (ges. 679 kWh/a)
Kein Energiebedarf zur Gebäudekühlung

  • Energieproduktion

Strom aus Photovoltaik: 22,5 kWh/m2/a (ges. 6.100 kWh/a) mit 46 m²
Solarthermie: 7,4 kWh/m2/a (gesamt 2.000 kWh/a) mit 8 m²
Wärmepumpe: 38,5 kWh/m2/a (gesamt 10.465 kWh/a)

  • Energiebilanz

Gesamtenergiebedarf: 53,9 kWh/m2/a (gesamt 14.639 kWh/a)
Gesamtenergieproduktion: 68,4 kWh/m2/a (gesamt 18.565 kWh/a)
Nettoenergieproduktion: 14,5 kWh/m2/a (gesamt 3.926 kWh/a)

  • Auswirkungen auf das Klima

CO2-Emissionen: 10,3 kg CO2/m2.a
berücksichtigt hier:
Heizwärmebedarf: 3,0 kg CO2/m2.a
Warmwasserbedarf: 1,1 kg CO2/m2.a
Haustechnik-Energieverluste: 0,6 kg CO2/m2.a
Haushaltsstrom: 4,4 kg CO2/m2.a
Haustechnik Hilfsstrombedarf: 1,2 kg CO2/m2.a

CO2-Kompensation 10,5 kg CO2/m2.a
berücksichtigt hier:
Strom aus Photovoltaik: 9,0 kg CO2/m2.a
Warmwasser aus Solarthermie: 0,6 kg CO2/m2.a
Gebäudeerrichtung: 0,9 kg CO2/m2.a (durch die CO2-Speicherung von Holz)

(Quelle: Velux)

b_UT
00
13.11.2009, 18:07
CO2 Frage

Und wie steht es um die Energie, bzw. das CO2, welches durch die Herstellung des Hauses (Bagger, LKWs, Aluminumfabriken, Paneelfabriken, Velux-Fabriken, etc) 'verbraucht' wird????

Würde das Haus gar nicht gebaut werden, und statt dessen ein altes energiefressendes Gebäude mit ökologischen Baustoffen und behutsamen Einsatz von schweren Maschinen saniert, wäre die Gesamtbilanz um ein vielfaches besser - aber zu unterscheiden ist das nicht mit der derzeitigen Art und Weise der CO2-Ermittlung. Grund: Man müsste ja die heilige Kuh Wirtschaftswachstum angreifen.

Ganerc-Callibso
00
13.11.2009, 16:28
eh super

aber 300.000 euro muß man sich für das haus mal leisten...

da kommt noch der Preis für das Grundstück dazu...

ist nur was für g'stopfte...

notanaddict
00
13.11.2009, 17:26

Das ist aber nicht übermäßig viel teurer als die ganzen Fertighäuser. Die Angebote mit 150.000 EUR braucht man nicht ernst nehmen, die halten keine 20 Jahre und da drin fühlt man sich nicht wirklich wohl (unser Eindruck zumindest).
Und da brauchst auch immer noch das Grundstück.

the future is bright
00
13.11.2009, 12:39
ich habs:

das Haus hat 271 Quadratmeter Wohnfläche - oder Gesamtfläche

Hoerbis
00
13.11.2009, 12:24
Ich steh auf Sonne & Licht!

Aber was nutzt das schönste Sonnenhaus in einer Gegend wo es soooo lang kalt und grau ist?

Besser: http://tinyurl.com/yag2wvg und dafür kann man auch noch um schmales Geld schöne Weihnachtsgeschenke einkaufen die garantiert noch keiner hat.

mika33
00
13.11.2009, 10:46
Ich weiß nicht .... aber ich empfinde es als unangenehm im Haus länger als ein paar Minuten von der Sonne direkt

angestrahlt zu werden.
Das wird immer als sooooo super dargestellt.

grün spinat
01
2.12.2009, 14:34

"ich weiß nicht" - genau da liegt das problem !!

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