IHS untersuchte die frühen Studienabbrecher eines Anfänger- Jahrgangs - 18 Prozent hatten nie Studienabschluss angestrebt
Wien - Von den rund 30.000 Personen, die im Studienjahr
2006/07 ein Studium an einer österreichischen Universität begonnen
haben, hat in den ersten drei Semestern jeder fünfte (19,4 Prozent)
seine Uni-Karriere gänzlich abgebrochen. Die meisten dieser frühen
Drop-Outs (19 Prozent) scheiterten am "System Universität", etwa
überfüllten Hörsälen, der Atmosphäre und Behandlung an der Uni oder
dem Aufbau des Studiums. Dies geht aus einer am Donnerstag
veröffentlichten Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) im
Auftrag des Wissenschaftsministeriums hervor, in der die
Studienabbrecher der Anfänger des Jahres 2006/07 telefonisch befragt
wurden.
Finanzielle Gründe für acht Prozent ausschlaggebend
18 Prozent der Studienabbrecher gaben an, nie einen
Studienabschluss an der gewählten Uni angestrebt zu haben. Bei 13
Prozent waren persönliche und familiäre Gründe ausschlaggebend. Elf
Prozent brachen wegen "Schwierigkeiten mit dem Fach" - etwa
Überforderung, fehlendes Interesse, Drop-Out-Prüfungen - ab, ebenso
viele, weil sie Studium und Beruf nicht vereinbaren konnten. Acht
Prozent führten den Wechsel in eine andere Ausbildung als Ursache für
den Abbruch an, bei weiteren acht Prozent waren finanzielle Gründe
ausschlaggebend. Fünf Prozent gaben "mangelnde Berufschancen" bzw.
ein "anderes Berufsbild" an. Die restlichen sieben Prozent wurden zu
"sonstige Abbruchursachen" zusammengefasst.
Als Maßnahmen gegen den Studienabbruch werden vom IHS u.a.
verstärkte Information und Beratung vor und während des Studiums
empfohlen. So hätten sich nach Meinung des Wissenschaftsministeriums
jene insgesamt 26 Prozent der Studienabbrecher, die nie einen
Abschluss bzw. eine andere Ausbildung angestrebt haben, durch eine
umfassendere Information vor dem Studium den Abbruch möglicherweise
erspart.
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) will jedenfalls die im
Vorjahr als Pilotprojekt an 41 Schulen in Innsbruck, Salzburg und
Wien gestartete Schülerberatung "Studienchecker" bis 2014
schrittweise auf alle Bundesländer ausweiten. (APA)